Kapitel 1

Prolog

verfasst: 22.10.2018

1843

Es war ein kühler Herbsttag in Windenburg. Hoch oben auf den Bergspitzen lag bereits der erste Schnee. Veronica McKenzie wartete nervös auf der Veranda ihrer grossen Villa. Sie fror erbärmlich, was für einen Vampir eher untypisch war. Um die Kälte auszutreiben, stand sie von einem Fuss auf den anderen. Ihr war nicht ganz wohl wenn sie an den angekündigten Besuch dachte. Viele Informationen waren dem Brief den sie vor 1 Woche erhalten hatte, ja nicht zu entnehmen. Aber es klang so, als wäre es wichtig. Das Klappern von Absatzschuhen auf dem Pflaster riss sie aus ihren Gedanken.

Da war sie. „Guten Tag Miss Hell!“ rief die ältere Vampirin ihrer Besucherin zu. „Mrs. McKenzie.“ nickte diese zur Begrüssung als sie vor Veronica zum stehen gekommen war.

„Ich hoffe Sie hatten eine Angenehme Anreise, Miss Hell? Was führt Sie denn nach Windenburg?“ fragte Veronica McKenzie gespannt. „Das besprechen wir besser drinnen.“ ihr Gegenüber setzte ein flüchtiges Lächeln auf. „Möchten Sie mich nicht hereinbitten?“

Veronica führte ihre Besucherin in den gemütlich eingerichteten Salon. „Darf ich Ihnen etwas zu Trinken anbieten? Vielleicht eine Plasmajane?“„Nein!“ Die Braunhaarige machte ein angewidertes Gesicht und schüttelte den Kopf. „Ich bevorzuge frisches Plasma, direkt von der Halsschlagader.“„Ich verstehe.“  gab Veronica etwas verlegen zur Antwort. Dann herrschte ein unbehagliches Schweigen zwischen den beiden Vampirinnen.

„Ich sehe mal nach dem Kamin.“ meinte die Ältere um die Stille zu brechen und legte noch ein paar weitere Holzscheite dazu. Es war recht kühl im Raum. Oder lag es an der Besucherin? „Schrecklich was in Frogotten Hollow passiert ist.“ sagte sie beiläufig und wandte sich dann wieder Miss Hell zu. „Ja, ja wirklich ganz furchtbar…“ ihr Gast machte eine wegwerfende Handbewegung. „Hören Sie, ich bin nicht da um mit Ihnen über Forgotten Hollow zu reden.“„Natürlich.“ bestätigte Veronica und Miss Hell nahm ohne zu fragen am Esstisch Platz.

„Setzen Sie sich Mrs. McKenzie.“ forderte sie die etwas fülligere Vampirin auf. „Wie geht es Ihrem Mann?“ Veronica tat wie ihr geheissen und setzte sich der Braunhaarigen gegenüber. „Es geht ihm sehr gut. Danke der Nachfrage.“„Schön.“ Die Junge lächelte zufrieden und lehnte sich entspannt zurück. „Ich habe Ihnen und Ihrem Mann unendliches Leben geschenkt, das wissen Sie doch noch, oder?“ Veronica nickte hektisch. „Ja! Und darüber bin ich Ihnen bis in alle Unendlichkeit dankbar.“

„Dann nehme ich an, dass das Angebot dass Sie mir vor…“ sie machte eine kurze Pause und rechnete laut vor sich hin „…498 Jahren gemacht haben immer noch gilt, oder?“ Unsicher zog Veronica ihre Augenbrauen zusammen. „Was genau meinen Sie?“„Sie sagten zu mir, dass Sie bereit sind, alles für mich zu tun.“ erinnerte Miss Hell. Die Ältere nickte nach kurzem Überlegen erneut. „Ja natürlich.“„Gut, denn ich will jetzt dass Sie etwas für mich tun.“ Sie machte nochmals eine Pause um es zu dramatisieren. „Ich will dass Sie meine Tochter adoptieren.“

Als Veronica nicht antwortete, sondern ihr Gegenüber nur mit offener Kinnlade und grossen Augen anstarrte, fügte Miss Hell noch hinzu: „Und Sie wissen bestimmt auch noch, dass ich Ihnen und Ihrem Mann das Leben jederzeit wieder nehmen kann, oder?“ dabei machte sie ein ziemlich ernstes Gesicht. Mrs. McKenzie schnappte nach Luft. „Ja.“ kam es krächzend aus ihrem Hals. Sie musste sich räuspern weil ihre Stimme versagte. „Aber Miss Hell… Meinen Sie das ernst?“„Sehe ich etwa so aus, als ob mir nach Scherzen zumute wäre?“

„Aber… Wie soll ich das meinem Mann erklären? Und… und wir beide sind ja auch nicht mehr die jüngsten…“ Ein Hauch von Zweifel legte sich über das Gesicht der Älteren. „Ach papperlapapp!“ begann die andere: „Sie beide haben sich doch immer Kinder gewünscht und es hat nie geklappt. Nun, herzlichen Glückwunsch! Jetzt bekommen Sie ein Mädchen! Und das mit dem zu alt sein ist ja wohl das dümmste Argument dass ich je von einem Vampir gehört habe!“ beendete sie den Satz. „Aber…“ nun war es Veronica die eine längere Pause einlegte. „Wo ist Ihre Tochter?“ fragte sie schliesslich zögerlich. „Noch in Forgotten Hollow. Meine Leute werden sie, sobald alles erledigt ist, herbringen.“„Wie … wie alt ist sie?“ Miss Hell zuckte mit den Schultern. „Ein paar Wochen.“ Mrs. McKenzie spürte wie sich ihr Herz zusammenzog. „Ein… paar Wochen? Sie ist noch ein Baby? Sie wollen Ihr Baby weggeben?“ Sie kämpfte schon mit den Tränen, als sie sah wie ungerührt Miss Hell ihr gegenübersass. Wie konnte eine Mutter bloss so kalt sein und ihr Neugeborenes weggeben? „Ich nehme das mal als ein Ja auf.“ Die leibliche Mutter erhob sich unelegant von ihrem Stuhl und zupfte ihr zerknittertes Kleid zurecht.

Auch Veronica erhob sich rasch, wischte sich unauffällig die Tränen aus den Augen und trat neben ihren Gast. „Was ist mit dem Vater?“„Der weiss nichts von seinem Glück. Und das soll auch so bleiben.“ Veronica, die sich immer noch versuchte zu sammeln, knetete nervös ihre eiskalten Finger. „Verzeihen Sie die Frage, aber warum wollen Sie Ihre Tochter weggeben?“ Miss Hell lachte laut auf: „Ich bitte Sie! Ich bin die Anführerin der Rebllious Vampires! Ein Balg ist das letzte was ich da gebrauchen kann!“

„Mrs. McKenzie, ich kann mich doch darauf verlassen, dass das unter uns bleibt, nicht wahr?“ vergewisserte sich die junge Vampirin, als sie von ihrer Gastgeberin zur Haustüre geführt wurde. Veronica schluckte den Kloss im Hals herunter. War das eine Frage oder eine Drohung? „Selbstverständlich.“ Gesittet öffnete sie ihrer Besucherin die Tür. „Ich wünsche Ihnen eine angenehme Heimreise.“ Nach der Verabschiedung war die Junge bereits auf halbem Wege, als sie von der Älteren aufgehalten wurde: „Entschuldigen Sie bitte!“ rief diese und war nach dem kurzen Sprint von der Haustüre zur Treppe bereits völliger ausser Atem. „Sie… Sie haben mir ihren Namen nicht genannt!“

Miss Hell blieb stehen und drehte sich langsam um. „Ihren Namen?“„Ja… wie lautet der Name ihrer Tochter?“


Adam searching for Eve

Heute

Das kleine Bistro in Windenburg war gut besucht. An fast jedem der rustikalen Holztische sassen Sims und nahmen ihr Frühstück zu sich. Geschirr klirrte, es roch nach Kaffee und frischem Gebäck. Dakaria schaute aus dem Fenster. Die Sonne brach vorsichtig durch den Nebel und der Tag versprach angenehm milde zu werden. „Du solltest dich echt mal mit ihm treffen!“ holte sie Jamilas Stimme aus ihren Gedanken. Dakaria sah ihre Freundin fragend an.

„Dein Match auf Simship!“ half ihr die Simin mit der dunklen Haut auf die Sprünge. „Er sieht sooooo gut aus!“ schwärmte Jamila weiter und Dakaria rollte mit den Augen. Seit Tagen sprach ihre Freundin von nichts anderem mehr. Langsam fing es richtig an zu nerven. „Alle sehen auf ihrem Profil gut aus.“ erwiderte sie daraufhin unbeeindruckt. „Und dann noch sein doofer Nickname: AdamsearchingforEve.“ Kopfschüttelnd führte sie ihre Tasse zum Mund.

„Ich weiss gar nicht was du hast! Der Name ist der absolute Hammer!“ Jamila nahm einen grossen Bissen von ihrem Croissant, „genau wie deiner!“ fügte sie zwinkernd und mit vollem Mund hinzu. „Btw, ich hab für dich schon ein Date klargemacht.“ Fast hätte Dakaria den Schluck Espresso den sie gerade genommen hatte, quer über den Tisch gespuckt.

„Du hast was?!“„Yep. Nächste Woche 19.00 Uhr im Chez Lama.“„Bist du verrückt?!“„Süsse entspann dich! Er ist mega sweet. Du wirst sehen, ihr werdet euch super verstehen.“ –  „Ist mir egal ob er mega sweet ist und… und woher willst du wissen ob wir uns verstehen?“

Dakaria sah ihre dunkelhäutige Freundin verständnislos an und bemühte sich nicht zu laut zu werden. „Und überhaupt, du kannst doch sowas nicht über meinen Kopf hinweg entscheiden!“„Na ich musste!“„Du musstest?!“„Klar. Weil alleine kommst du ja nicht aus den Puschen!“

Die schöne Brünette war einen Augenblick lang sprachlos. „Ich glaub das einfach nicht!“ stiess sie schliesslich heraus und liess mit einem Donner beide Hände auf die Tischplatte knallen.

„Erst meldest du mich hinter meinem Rücken bei so einer dubiosen Datingbörse an und jetzt… jetzt arrangierst du ohne mich zu fragen eine Verabredung mit so einem fremden Psycho?!“ – „Halt!“ Jamila schüttelte demonstrativ den Kopf und formte mit ihrem Zeigefinger das Zeichen für Nein. „Simship ist nicht dubios, sondern Testsieger von 2018! Und ausserdem frag ich mich ehrlich gesagt wer mehr psycho ist, du oder er.“ zwinkerte die Simin keck. Mit einem Satz sprang Dakaria vom Stuhl und lief wütend Richtung Ausgang.

„Daka! Hey es war doch nur ein Joke!“ rief Jamila ihr hinterher. Hastig schob sie das letzte, riesige Stück des Croissants in ihren Mund, der dafür definitiv viel zu klein war, und eilte dann ihrer Freundin hinterher.

Draussen zückte die Brünette mit der auffällig hellen Haut ihren Schirm aus dem Inventar und spannte ihn auf. Mit strammen Schritten lief sie Richtung Strasse. „Süsse jetzt warte doch mal!“ hörte sie ihre Freundin hinter sich rufen. „Ich muss zur Arbeit!“ Die Dunkelhäutige versuchte Schritt zu halten, was mit ihren mörderischen Absätzen jedoch nicht ganz so einfach war. „Ist doch nur ein Date. Ihr müsst ja nicht gleich heiraten und Kinder auf die Welt setzen. Was ist dein Problem?“ Daka blieb stehen und wirbelte herum.

„Was mein Problem ist? Ist die Frage wirklich ernst gemeint?!“ Auch Jamila kam mit ihren hohen Absätzen unsicher zum stehen und fasste sich schnaufend und mit Schmerzverzerrtem Gesicht an die Seite. „Du weisst ganz genau was mein Problem ist, Jamila!“ schnaubte Dakaria unterdessen verärgert. „Nee, eben nicht!“

„Mein Problem ist, dass ich…“„Heh, Sul Sul!“ wurde die Brünette in der Sekunde von einer aufgeregten männlichen Simstimme unterbrochen. Einer der Kellner kam angerannt und zwängte sich zwischen die beiden Damen: „Sie haben noch nicht bezahlt!“

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