Kapitel 5

Mysterious Sim

verfasst: 16.02.2019

„Um… Sul?!“ die Stimme ihrer Freundin drang anfangs nur wie aus weiter Ferne an ihr Ohr.

Erst als Jamila kräftig an ihrer Schulter rüttelte, erwachte Dakaria aus ihrer Starre, wandte erschrocken den Kopf und sah direkt in das überrascht dreinblickende Gesicht ihrer BF. Die Vampirin hörte Dr.Luve:-*, dessen Namen sie immer noch nicht kannte, gequält ächzen und bemerkte dann erst, dass sie ja immer noch seine Hand fest umklammert hielt. Ziemlich fest sogar! „Oh Gott!“ entschlüpfte es ihr panisch, als sich diese schon langsam grau verfärbt hatte und liess sie sofort los. „Das tut mir so leid!“„Schon gut, schon gut!“ lachte das Date, „ist alles noch dran!“

Dann hob er seinen Arm und machte damit ein paar maschinenmässige Bewegungen, „muss aber wohl ein wenig geölt werden.“ zwinkerte der Mützenträger.

„YEAH!“  jubelte Jamila begeistert und klatschte in die Hände, ehe sie ebenfalls mit ihren beiden Armen ein paar 1A Roboter Gesten präsentierte. Dakaria, die kurz über die Fähigkeit der beiden Sims staunte, schob dann den Roboterarm vor ihrer Nase weg und sagte eindringlich: „Jamila, kann ich dich kurz sprechen?“

Die Vampirin zog ihre protestierende Freundin ausser Hörweite von Dr.Luve:-*. „Ey, was soll das werden?!“ nörgelte Jamila, die beinahe über ihre eigenen Füsse gestolpert wäre, „Gemetzel im Mondlicht 8 fängt doch gleich an!“„Mit ihm stimmt etwas nicht!“ sagte Dakaria ohne auf Jamilas Kommentar einzugehen. Ein lautes Stöhnen kam nun von ihrer Freundin und sie fragte mit gelangweiltem Unterton: „Lass mich raten: Ist er vielleicht n‘ Falschparker? Oder hat er die Miete nicht pünktlich bezahlt?“

„Jamila, ich meins ernst!“„Oh ich habs! Er hat den Müll nicht sachgemäss getrennt! Was für ein Badboy!“ die Dunkelhäutige kicherte über ihre eigenen Worte, zumindest bis Daka ihr nicht gerade zimperlich in den Oberarm zwickte, der leider Gottes nicht aus Blech bestand. „AUA!“ schrie die Simin daraufhin auf, „sag mal spinnst du?!“„Alles in Ordnung bei euch Mädels?“ rief Dr.Luve:-* den beiden zu. „Ja alles bestens, wir kommen gleich!“ versicherte Dakaria und schenkte ihm ein zuckersüsses Lächeln. „Ja, wir rätseln noch ob DU wohl lieber SÜSSES oder SAURES magst…“ warf auch noch Jamila hinterher und schaute denn ihre BF wieder grinsend an. „Kannst du deine dummen Spässe jetzt bitte einmal lassen und die Sache ernst nehmen?!“

„WTF?!“ brach es entsetzt aus der Simin heraus, „willst du mir damit etwa sagen er ist n‘ Vampir?!“ Dakaria hielt ihr sofort die Hand auf den Mund. „Psst! Nicht so laut!“ zischte sie und riskierte einen kurzen Blick in Dr.Luve:-*s Richtung, der sich aber gerade ziemlich ausgiebig mit seinem Handy beschäftigte.

„Nein er ist kein Vampir!“ flüsterte die Brünette, „aber er hat, oder hatte wohl was mit Vampiren zu tun.“„Und das weisst du woher so genau?!“ wollte Jamila alles andere als im Flüsterton wissen und hob gespannt eine Augenbraue. „Ich weiss es nicht genau, aber ich vermute es. Ich habs gespürt. Er hat… eine dunkle… Aura.“„So so… ne dunkle Aura…“ wiederholte ihre Freundin nickend und rollte mit den Augen. „Er ist nicht gefährlich oder so… glaub ich zumindest… aber da ist eine mysteriöse … Macht… die ihn umgibt… ich weiss nicht. Es ist schwer zu erklären…“

„Mhm… ist wohl wieder so ne Vampir-Spinneritis von dir, was?“ Jamila seufzte genervt, „du weisst schon dass das ein riesen Abtörner ist, oder? Techteln kann ich heute Nacht ja wohl vergessen! Dabei hab ich mir extra die Beine epiliert, dammit!“„Ist das etwa deine einzige Sorge?!“ „Ganz im Gegenteil! Ich hab doch nicht 15 Simoleons geblecht, damit ich den Anfang des Films verpasse! Schlimm genug dass jetzt bestimmt die XXL Tüten Popcorn alle sind! Also lass dunkle Aura mal schön dunkle Aura sein und beweg deine 4 Buchstaben in den Kino, unser Date wartet schon!“

„Boa ich hab mir fast in die Hosen gemacht, als der rosa Hase mit der Kettensäge auftauchte!“ lachte der junge Sim, der zum Vornamen Lucas hiess, wie die Vampirin erst kurz vor Ende des Films zufällig noch mitbekam, als das Dreiergespann den Kinosaal verliess. „Same!“ sagte Jamila, „und hast du gesehen wie das Blut zu allen Seiten gespritzt ist, als er den einen Sim vom Schädel abwärts geteilt hat? Der Hammer, oder?!“„Absolut!“ stimmte Lucas ihr zu, „der beste Teil bisher! Ich freue mich schon auf Gemetzel im Mondlicht Teil 9!“

„Wie fandest du den Film, Dakaria?“ Daka schreckte aus ihren Gedanken, als sie so unvermittelt von ihm angesprochen wurde. „Was?… äh ja… ich fand ihn… gut.“ log sie und setzt schnell ein Lächeln auf. Tatsächlich hatte sie gar nicht viel vom lausigen Horrofilm mitbekommen, da sie die meiste Zeit damit beschäftigt war, ihr Date zu studieren.

„Hey Mädels, die Nacht ist noch jung, lasst uns noch was trinken!“ schlug er draussen vor und strahlte die beiden Freundinnen erwartungsvoll an. „Logo! Ein Drink geht immer! Oder Daka?“

Die Nacht war überhaupt nicht mehr jung, doch sie würde Jamila bestimmt nicht alleine mit dem Fremden lassen. Zwar glaubte sie nach wie vor nicht, dass von ihm irgendeine ernsthafte Gefahr ausging, aber diese innerliche, undurchdringliche „Dunkelheit“ gab ihr zu denken. Dakaria wusste nicht was es war und sie hatte auch noch nie zuvor etwas Derartiges gespürt. Am liebsten hätte sie ja direkt ihre Mutter angerufen um sie zu fragen, aber da es schon kurz vor Mitternacht war, beliess sie es dabei. Vielleicht würde sie ja bei einem Getränk mehr über Lucas herausfinden.  

Später fanden sich die drei in der Gegenüberliegenden Bar. Ein Sim stand an der Karaoke Maschine und plärrte ein paar unverständliche Worte ins Mikrofon. Es hörte sich eher nach einem sterbenden Tier an, als nach Gesang. „Ich hätte gerne einen Espresso.“ sagte die Vampirin zu der scheinbar gestressten Bardame.

„Ihr Ernst?“ erwiderte diese gehässigt und verdrehte die Augen: „Hören Sie Miss, wir sind hier nicht bei Simbucks, okay? Also tun Sie mir den Gefallen und bestellen Sie bitte einen richtigen Drink.“ Lustlos nippte Dakaria daraufhin an ihrem „richtigen Drink“. Nicht nur das Gejaule des „Sängers“ ging ihr gehörig auf die Nerven, sondern auch das scheinbar amüsante aber in ihren Ohren total banale Gespräch zwischen Jamila und Lucas, an dem sich die Vampirin bislang nicht beteiligt hatte. Sie hätte gerne mehr über Lucas erfahren, aber Jamila quasselte ununterbrochen über sich und über… naja sich. Irgendwann wechselte das Gesprächsthema jedoch und die beiden Sims fingen wieder an über den Film zu sprechen.

Daka hörte eher schlecht als recht mit, aber als ein ihr schon bekannter Name fiel, wurde sie hellhörig. „Der Film wurde nie und nimmer vor einem Green-screen gemacht!“ protestierte Lucas auf Jamilas Behauptung, „die Aufnahmen stammen 100 % aus einem echten Wald! Ich hab ihn erkannt!“„Wen hast du erkannt, etwa den Wald?“ hakte Jamila nach. Lucas nickte, „ja, der sieht genauso aus wie der Wald von Forgotten Hollow.“„Forgotten Hollow?“ wiederholte Dakaria überrascht. Haben sich heute Nachmittag nicht ihre Eltern erst darüber unterhalten und danach war ihre Mama total aufgewühlt gewesen? Neugierig lehnte sich die junge Vampirin über die Theke: „Kennst du diesen Ort?“ Lucas, ein wenig verdutzt über ihr plötzliches Interesse antwortete: „Äh… nein…“ – „Nein? Aber eben hast du gesagt…“„Ja das… das war doch nur so ein blöder Gedanke…“ beschwichtigte er schmunzelnd und schaute dann beide gespannt an: „Kennt ihr das nicht? Dass ihr plötzlich an die paradoxesten Dinge denken müsst und ihr habt keine Ahnung wie ihr darauf kommt?“„Nein.“ antwortete Dakaria. „Yep, 24 Stunden am Tag.“ entgegnete ihre BF, „ihr entschuldigt mich, ich muss mal für kleine Siminnen.“ sagte sie und stand auf.

Das war die Chance für die Vampirin mehr über Lucas herauszufinden, ohne das Jamila ihr blöd dazwischenfunkte. Daka übernahm Jamilas Platz und bombardierte ihn nun regelrecht mit Fragen.

Anfangs noch ganz harmlose über sein Bestreben, seine Karriere, seine Merkmale oder was er in seiner Freizeit machte… Dann wurden ihre Fragen jedoch systematischer. Der junge Sim schien zeitweise ein wenig überfordert, viele Fragen konnte er ihr gar nicht beantworten. Auf einige ging er nicht ein, oder gab ausweichende Antworten. Vielmals antwortete er auch mit „ich weiss nicht.“ oder „ich habs vergessen.“

Merkwürdig.

Sehr merkwürdig…

„Glaubst du an Übernatürliches, Lucas?“ Er stutze einen Augenblick, wollte gerade zu einer Antwort ansetzen, aber da kam leider auch schon wieder Jamila heran stolziert. „LOL Leute das glaubt ihr mir nie! Aus dem Herrenklo kam grad einer ohne Hosen raus!“ gluckste sie, „ey, zum Glück hab ich das auf Video!“

20 Minuten später wurden die 3 aus dem Lokal geschmissen, da jetzt Feierabend war. Es nieselte leicht. „Was für eine dumme B*tch!“ schimpfte Jamila über dieselbe Bedienungen, die Dakaria wegen dem Espresso blöd angemacht hatte, „die hätte mich doch wenigstens mein Glas austrinken lassen können, oder?!“ fluchend spannte sie ihren Schirm auf.

„Habt ihr es noch weit bis nach Hause? Soll ich euch begleiten?“ erkundigte sich Lucas. „Nee lass mal, wir kommen schon zurecht.“ meinte die gelbe Simin und klopfte ihrer BF auf die Schulter, „hab doch da meine Beschützerin!“ – „Na dann, es war ein toller Abend!“ er drückte die beiden zum Abschied freundschaftlich und da konnte Daka nochmals die dunkle Präsenz spüren die in ihm weilte. „Hasta la vista!“ sagte der Sim mit Roboterstimme als er sich, natürlich mit passenden Roboter-Bewegungen, entfernte. „Baby!“ beendete die Dunkelhäutige seinen Terminator-Spruch und legte ebenfalls noch ein paar Robot – Moves hin, dann war Lucas auch schon in einer der unzähligen Seitengassen vom Gewürzviertel verschwunden.

Am liebsten wäre die Vampirin ihm ja gefolgt, aber das wäre wohl zu auffällig gewesen und erst hätte sie Jamila abwimmeln müssen und die konnte manchmal wie eine Klette sein. „Witziger Typ, oder?“ grinste Jamila als die beiden sich auf den Heimweg machten. „Seht ihr euch wieder?“„Nope.“ –  „Wieso nicht?“ tönte es ungewollt erschrocken und gleichzeitig enttäuscht aus Dakarias Mund.

„Naja, ich brauch nen richtigen Kerl.“ begann Jamila, „Lu ist einfach… hmm nicht Manns genug. Der kann never ever mit mir mithalten. Ich mach den doch kaputt im Bett!“ Kopfkino! Igitt, die Brünette schüttelte sich. Das wars dann wohl, kein Widersehen mit Dr.Luve:-*. „Aber wieso fragst du Daka? Du hast doch eh gemeint er wäre strange?“ Ihrem belustigtem Gesichtsaudruck nach zu urteilen, nahm Jamila ihre Freundin nicht im geringsten ernst. „Ja ich… ich hab mich wohl geirrt.“ murmelte die Vampirin und lächelte.

Die beiden Freundinnen verabschiedeten sich als sie das Gewürzviertel hinter sich liessen und Jamila machte sich auf den Weg nach Del Sol Valley, während Dakaria eine Abkürzung über den Myshuno Meadows Park nehmen wollte.

Der Regen hatte nachgelassen und es war bereits nach 1 Uhr als sie unter dem Mondlicht mit schnellen Schritten die einsamen, nassen Parkwege entlanglief. Erinnerungen von jener Nacht kamen in ihr auf, als Adam ihr im Park von Newcrest aufgelauert war. Abscheu aber auch Reue erfassten sie augenblicklich, so dass sie nichts anderes mehr konnte, als ihre Augen fest zusammen zu kneifen und zu versuchen die hässlichen Gedanken zu verdrängen. Sie war so sehr in ihrem Tun vertieft, dass sie plötzlich heftig mit jemandem zusammenstiess.

„Oh Verzeihung!“ sagte Dakaria erschrocken und schaute auf, „ach, Sie sind das?!“ fügte sie dann erleichtert hinzu, als sie den Sim erkannte, der sie festhielt. „Fast hätten wir uns gegenseitig über den Haufen gerannt, was?“ lachte der Hundehalter erfreut, der vor ein paar Tagen bei ihr in der Tierpraxis war und seinen kranken Hund kostenlos behandeln liess. Beide standen sich einen Moment lächelnd gegenüber. „Wie geht’s Igor denn?“ fragte die Vampirin schliesslich, als sie die baumelnde Hundeleine in seiner Hand bemerkte. „Es geht ihm sehr gut! Ich suche ihn gerade.“ Der Sim hielt die Leine in die Luft. „Er hat wohl gerade eine Katze oder sowas gesehen und ist abgehauen. Das passt gar nicht zu ihm, normalerweise weicht er mir nicht von der Seite, ich suche ihn schon eine ganze Weile.“„Ich werde Ihnen suchen helfen.“ bot Dakaria ohne lange zu überlegen an. „Das ist sehr nett von Ihnen, aber das müssen Sie nicht…“

„Sie haben mir doch schon genug geholfen und…“ weiter kam er jedoch nicht, denn da wurden seine Worte von einem aufheulenden Motor verschluckt. Daraufhin war das laute quietschen von bremsenden Reifen zu hören und ein dumpfer Knall…

weiterlesen… Dolly

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