Kapitel 15

WARNHINWEIS
Dieser Text enthält Gewalt

Bare your Fangs – II

verfasst: 10.11.2019

Dakaria setzte sich auf und als ob sie ihren eigenen Augen nicht trauen würde, schnellte ihre Hand automatisch an ihre Brust. Tatsächlich… das Messer… es wurde ihr herausgezogen! „Oh mein… Gott!“ hörte sie eine Stimme und wandte ihren Kopf. Igors Herrchen hockte neben ihr auf dem Asphalt. Seine Brille sass ganz schief auf seiner Nase und auf seinem Gesicht hatte sich absolute Fassungslosigkeit ausgebreitet, „i- ich… ich dachte Sie wären… tot!“ stammelte er schlotternd und bleich wie der Tod. In der gleichen Sekunde rutschte ihm das blutige Messer durch seine Finger und landete klirrend auf dem Boden. Eine Woge der Erleichterung kam über die Totgeglaubte, „ich… ich dachte auch Sie wären tot!“ erwiderte sie und stiess ein ebenso ungläubiges wie befreites Lachen aus.

Doch dann erfasste die Vampirin kaltes Grauen, als ihr das viele Blut an seinem Mantel auffiel und der Sim einen Wimpernschlag später einfach so in sich zusammenklappte. Sie schaffte es gerade noch, ihn aufzufangen. Mit angehaltenem Atem legte Daka die schlaffe Gestalt auf den Boden, die abgefeuerte Kugel hatte sich in seine Nierengegend gebohrt. Vergeblich suchte die Tierärztin das Handy in ihrem Inventar. Kurz zögerte sie, bevor sie dann auch anfing am Verletzten herumzufummeln, doch auch er schien keines mehr bei sich zu tragen. „Die Typen…“ murmelte er, als er wieder zu sich kam, „sie haben alles mitgenommen… die Handys… die Simoleons…“„Sogar meinen Schirm! Diese miesen Schweine!“ fluchte Daka erbost, „Sie müssen sofort ins Krankenhaus!“„Nein…“ stöhnte er bitter, „das geht nicht ich… ich bin doch nicht mehr krankenversichert.“

„Ich… ich hätte niemals gedacht… dass ich mit einer Kugel im Rücken… sterben werde.“  – „Sie werden schon wieder…“ redete Dakaria beruhigend auf ihn ein und schaute sich die Wunde etwas genauer an, „versuchen Sie ruhig zu liegen.“ – „Würden… würden Sie mir einen… Gefallen tun, Dakaria?“„Welchen?“ „Nach einem… Kuss zu fragen, wäre wohl… unangebracht…“„W- was?!“„Dachte… ich es mir schon.“ er musste lachen oder husten, oder beides zusammen, „würden Sie… dann bitte meine… Hand halten?“„Ihre Hand?“ Leicht hob er seinen Unterarm an, doch die Kraft reichte nicht aus und so liess er ihn einfach wieder auf den Boden fallen, „wenn… ich ins Licht… gehe.“

„Jetzt hören Sie schon auf sowas zu sagen!“ tadelte sie ihn. Der hohe Blutverlust liess ihn wohl nicht mehr klar denken, oder warum redete er so wirres Zeug?! „Sie werden nicht ins Licht gehen, so ein Blödsinn!“ Verärgert öffnete sie den Reissverschluss ihrer Jacke. Der Sim blinzelte heftig unter seiner schrägen Brille, als die Vampirin plötzlich nur noch in ihrem Büstenhalter neben ihm kniete. Sie hatte sich nicht nur ihres Mantels entledigt, sondern auch ihres Pullovers, den sie jetzt nicht gerade zärtlich unter seine Schusswunde stopfte. „Das sollte die Blutung stoppen.“ sagte Dakaria und erhob sich, „ich bin gleich zurück.“

Kurz darauf kreiste eine Fledermaus über dem Brindleton Bay Hafen. Fast wie ein Greifvogel der Ausschau nach seiner Beute hielt.

„Scheisse!“ Der mit den faulen Zähnen schmiss die letzten abgezählten Scheine auf den Tisch, „warum musstest du auch den Typen abknallen?!“ fragte er seinen dicken Kumpel zu seiner linken und warf ihm einen stechenden Blick zu. „Hey!“ gab dieser unwirsch zurück, „warum hast du denn die Nutte abgestochen?!“  – „Hätte ich die Alte etwa abhauen lassen sollen, damit die uns verpetzt und wir dann in den Knast kommen, du BlödSim?!“

„Ich will nicht in den Knast!“ warf der Rothaarige in einem besorgten Tonfall ein. „Mach dir nicht ins Hemd, wir kommen schon nicht in den Knast.“ beteuerte Faulzahn und steckte sich die gestohlenen Simoleons ins Inventar, „wir müssen nur die Leichen verschwinden lassen. Ausserdem will ich mein Messer zurück.“ Er sah sein Gegenüber an, als hätte dieser sie nicht mehr alle und fragte, warum zum Teufel er den Schirm habe mitgehen lassen. „Ich fand ihn hübsch.“

Die drei Sims erhoben sich vom Picknicktisch der unter einigen mächtigen Laubbäumen stand. Auf einmal schoss ein Messer, beinahe mit Lichtgeschwindigkeit und nur wenige cm an Faulzahns hässlichem Gesicht vorbei und schlug direkt hinter ihm in den dicken Baumstamm ein. Mit offener Kinnlade starrte er es an. Die lange, blutbefleckte Klinge vibrierte noch einige Sekunden, dann stand sie still. „Was zur Hölle?!“ staunte er noch, doch in der nächsten Sekunde waren helle Schreie von seinem Kumpel mit der Mütze zu hören, als dieser von einem wütenden etwas an der Gurgel gepackt und Meterweit durch die Luft geworfen wurde. Der Rothaarige landete krächzend und Rückenvoran auf dem hölzernen Picknicktisch, der unter seinem Gewicht laut in sich zusammenkrachte.

„Ach du… Scheisse!“ entschlüpfte es ihm. Obwohl sie jetzt auf einmal ganz anders aussah und obenrum nur ihren BH trug, erkannte er die Gestalt die sich, sprichwörtlich aus Heiterem Himmel, auf ihn gestürzt hatte. Leuchtende Augen blickten auf ihn herab, hungrig und gierig. Und als sich ihre Lippen zu einem schelmischen Lächeln verzogen, blitzten dahinter zwei rasiermesserscharfe Eckzähne hervor. Panisch riss er die Augen auf, wollte flüchten, doch Dakaria hatte ihn gnadenlos unter sich fixiert. „Die Puppe zeigt dir jetzt mal wie Sim richtig küsst!“ Sie drückte ihren Mund auf den seinen und schob ihm genauso grob ihre Zunge in den Rachen, wie er es zuvor bei ihr getan hatte. Er hustete unter ihrem brutalen Kuss, kam kaum noch zu Atem.

Seine beiden Kollegen standen daneben wie paralysiert, doch dann ertönten wieder Schreie und der bärtige Sim zuckte zusammen, als im plötzlich etwas Blutiges an den Kopf flog. Dakaria hatte ihm die abgebissene Zunge seines Kumpels mitten ins Gesicht gespuckt. „AAAHHH! NIMM ES WEG! NIMM ES WEG!“ Faulzahn versuchte sein bestes, dem hysterischen Sim die ihm im Gesicht hängende Zunge zu entfernen, aber nicht nur ekelte es ihn arg, sondern er kam auch nur schlecht an seinen Freund ran, da dieser um sich schlug als wäre er von einem wildgewordenen Schwarm Hornissen umgeben. Das Geschrei dessen mit der abgetrennten Zunge hörte erst dann auf, als sich die Vampirin in seinem Hals festgebissen hatte.

„Shit! Tu doch was!“ zischte der mit den faulen Zähnen dem Bärtige zu, als Dakaria sich vom Toten erhoben hatte und ganz langsam auf die beiden Verbliebenen zuging. Sie bleckte ihre blutigen Zähne zu einem boshaften Grinsen. Schnaufend und mit bebenden Händen zerrte der, der sie zuvor respektlos an der Brust begrabscht hatte, seine Knarre hervor und schoss ihr in den Bauch. Einmal. Zweimal. Dreimal.

Dakaria wurde zwar jedes Mal von den Kugeln zurückgeworfen, doch blieb auf den Beinen. Der Schütze liess vor Schreck die Kanone Fallen, als die Brünette ihre Finger langsam und fast gänzlich in die Einschusslöcher eintauchte und sich die 3 Kugeln einfach so nacheinander wieder herausbohrte. Während Faulzahn nun die Beine in die Hand nahm und lief als ging es um sein Leben, warf sich sein traumatisierter Kumpel erstmals in den Matsch und musste sich heftig übergeben.

Auf Knien wollte er entkommen, doch Dakaria hatte ihn längst am Kragen gepackt. Unsanft zog sie ihn auf die Beine, er wollte sich wehren doch seine Füsse berührten kaum mehr den Boden. „Bitte… nicht!“ wimmerte der Dicke mit erstickender Stimme. Der Kragen seines zerlumpten Hoodies schnürte ihm nach und nach die Luft ab. Die Vamprin liess ihn wieder runter und drückte seinen Kopf fest auf ihren mickrigen Busen. „Fass sie an.“ forderte sie ihn auf, doch der Sim war wie gelähmt vor Entsetzen und Angst, nur sein Herz polterte wie ein Presslufthammer in seiner Brust. „Du sollst meine verdammten Titten anfassen!“ brüllte Dakaria ihm ins Ohr, so dass er beinahe einen Hörsturz erlitt.

Langsam hob er seine schlotternde Hand empor, wagte es aber nicht sie anzufassen. Daka schnappte sich eine Hand und presste sie auf ihre linke Brust. „Na, gefällt dir das?! Macht dich das an du widerlicher Mistkerl?!“ Der kräftige Sim, der jetzt wie ein kleiner Junge Rotz und Wasser heulte, schüttelte wie wild den Kopf. Dann drückte sie seine Hand auf ihrer Brust komplett zu, zerschmetterte sie vollkommen. Der Dicke schrie so laut, dass Sim ihn bestimmt bis zum Leuchtturm hören konnte. Die Vampirin stiess ihn von sich, als ihr der Gestank von Urin in die Nase kroch. „BITTE!“ flehte er dann, wehrlos auf dem Rücken liegend und mit völlig durchnässter Hose, „tu mir nichts!“

„Steh auf.“ Wackelig und mit hochrotem Kopf kam er auf die Füsse. Tränen rannen ihm über sein Gesicht bis hinunter zu seinem schmierigen Bart, welcher schon triefend nass war. Unsicher blickte er sein dämonisches Gegenüber an, als dieses ihn zum Laufen aufforderte. Dakaria hatte ihre Hand gehoben und die Finger geöffnet. Auf der blutverschmierten Handfläche befanden sich die 3 blutigen Patronen, mit denen er zuvor noch versucht hatte, sie zu erschiessen. „LAUF!“ schrie sie ihn an als er keine Regung zeigte. Erschrocken setzte er sich endlich in Bewegung, wäre beinahe gestrauchelt und rannte dann, als wäre ein rachsüchtiger Vampir hinter ihm her. Als er in einiger Entfernung war, holte die Brünette aus und katapultierte die 3 Kugeln mit ihrer vampirischen Kraft auf den fliehenden Sim. 2 Geschosse trafen ihn in den Rücken, das 3. in den Hinterkopf. Er war sofort tot. Alle 3 Kugeln traten vorne wieder aus und setzten ihren Flug noch, wer weiss wohin, fort…

Sie erschien hinter ihm aus dem Nichts, oder besser gesagt, aus schwarzem Nebel. „Bleib mir vom Leib!“ rief der Sim mit den faulen Zähnen drohend, als er völlig ausser Puste das Ende des Stegs erreicht hatte und die heikle (um nicht zu sagen dämliche) Lage erkannte, in die er sich eben gebracht hatte. Immer wieder warf er einen gehetzten Blick über die Schulter hinweg ins Meer, das schwarz und unheimlich hinter ihm lag. „Du erfrierst innert Minuten wenn du da reinspringst.“ Die Holzlatten unter Dakarias Stiefeln knarrten leise, als sie ein paar Meter vor ihm zum stehen gekommen war.

„Halt die Fresse!“ tobte er und fing an sein Inventar zu räumen und zwar so schnell, als wäre er an einem Wettbewerb, „hier hast du dein scheiss Zeug!“ Der Sim warf ihr die Handys zu, sie schlitterten über den Steg. Und die Simoleons, die wild in der Luft tanzten, mehr als die Hälfte landete im Wasser. „Und jetzt verpiss dich, sonst…“ – „Sonst was, hm?“ Dakaria hielt den Kopf schräg, „wirst du mich wieder abstechen?“ übernatürlich schnell zückte sie sein Messer und schleuderte es ihm entgegen. Es passierte so rasant dass der Sim nicht mal daran denken konnte auch nur die Augen zuzukneifen. Glücklicherweise traf es ihn nicht, sondern steckte in einer Holzplanke zwischen seinen Füssen. „Verrückte Psychonutte!“ seine Stimme überschlug sich beinahe, „wie kannst du überhaupt noch am Leben sein! Was verflucht nochmal bist du?!“

„Du willst wissen was ich bin?“ ein kurzes, höhnisches Lachen ertönte, dann setzte sie ihren Weg auf ihn zu, fort: „Ein Monster… dein schlimmster Albtraum… verflucht bin ich tatsächlich und… vielleicht auch ein bisschen psycho, aber…“ die gruselig-schöne Brünette mit den strahlenden Augen und an deren Lippen das vertrocknete Blut seines Kumpels klebte, kam unmittelbar vor ihm zum stehen, bückte sich lasziv und zog mit einer spielenden Bewegung das fest steckende Messer aus dem hölzernen Boden, um es ihm dann an die Kehle zu halten, „eine Nutte bin ich nicht!“

Sein Adamsapfel hüpfte unter der Klinge als er mühsam schluckte. „Wirst du mich jetzt umbringen?“ würgte er hervor. Der Sim versuchte sich nichts anmerken zu lassen, aber sie konnte seine Angst förmlich riechen, seine Nervosität, die in Form von kleinen Schweissperlen anfing seine Stirn zu benetzen. Sie lächelte unschuldig und liess von ihm ab. Endlich konnte er durchatmen. „Nein… ICH werde dich nicht umbringen.“ sagte Dakaria und drückte dem völlig Verdutzten das Messer in die Hand. Sie ging auf Abstand und sah ihren Mörder mit einem Blick an der keine Gnade walten liess. „DU wirst dir das Messer in die Brust stechen und zwar direkt ins Herz.“ Unfähig was zu sagen, glotzte er das gelockte Biest erst einige Sekunden mit offenem Mund an, bevor er dann ein abgehacktes Lachen von sich gab und ihre Anordnung für einen schlechten Scherz hielt.

„Das kannst du von mir nicht verlangen!“ brüllte er schliesslich mit angstverzerrter Stimme, als ihm langsam klar wurde, dass die Irre dies tatsächlich ernst meinte, „dazu musst du mich schon zwingen!“

Über Dakarias Gesicht huschte ein Grinsen voller Vorfreude. Dann machte sie von ihren neuen, gefährlichen Fähigkeiten gebrauch. Sie manipulierte ihn, befahl ihm sich das eigene Messer in sein schlagendes Herz zu rammen.

Die Augen ihres Gegenübers sprachen Bände, als er dann mechanisch seinen Arm hob und sich das tödliche Ding auf die Brust setzte. Sein Kinn vibrierte unkontrolliert und sein Mund wimmerte. Auf ihr Zeichen hin, versank er die Klinge bis zum Heft mit beiden Händen in seinem Herzen. Dabei gab er keinen Laut von sich. Rücklings und flach wie ein Brett stürzte er ins eiskalte Meer. Dakaria trat ans Wasser, schaute zu wie die Schwärze ihn langsam in die Tiefe zog und schliesslich nur noch ein paar Luftblasen von ihm übrig blieben…

„Sul Sul?“ wenn sie doch wenigstens seinen Namen wüsste, „hey Sie!“ sprach die Tierärztin das Ex – Herrchen stattdessen an und berichtete dass der Krankenwagen bereits unterwegs war. Keine Reaktion. Daka berührte seine Hand und erschrack ab ihrer Kälte. Das Gesicht war nun noch blasser und der Puls kaum mehr fühlbar. Sie rüttelte an seiner Schulter, hob vorsichtig seine Augenlieder unter der schiefen Brille an, nur um zu sehen wie sie träge wieder zufielen und gab ihm sogar noch einen leichten Klaps auf die Wange. Doch nichts konnte ihm eine Regung entlocken. Sie wusste er würde sterben wenn nicht sofort gehandelt wird. Bis die Rettungskräfte eintreffen, ist er längst tot.

Dakaria überlegte fieberhaft was sie tun sollte…

weiterlesen… Bare your Fangs – III

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Erstelle kostenlos eine Website oder ein Blog auf WordPress.com.

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: