Kapitel 16

Bare your Fangs – III

verfasst: 10.11.2019

Dakaria hatte sich das Blut an Händen, Mund und an der Brust abgewaschen und sich frische Kleidung angezogen. Nun sass sie im Wartezimmer ihrer Tierpraxis und blätterte in einem der Vampirbände rum, um ihre Fähigkeiten zu verbessern.

Es fehlte nicht mehr viel bis zur Freischaltung ihrer Sonnenimmunität und einiger anderer Vampirstärken die sie dringend benötigte, um nach Forgotten Hollow zu gelangen. Ein plötzliches Geräusch aus einem der Behandlungsszimmer, ein Scheppern, als hätte jemand Behälter und Besteck zu Boden geworfen, liess sie aufschrecken. Sie legte das Buch zur Seite und ging nachschauen.

„Oh Gott!“ entfuhr es ihr, „sind Sie verletzt?“ Igors Herrchen sass benommen auf dem Boden. Eine Hand krallte sich am, für einen Sim viel zu kleinen, Behandlungstisch – von dem er vermutlich gerade runtergefallen war – fest und die andere am Infusionsständer. Dakaria half ihm aufzustehen. „Meine… Brille…“ seine Stimme klang ziemlich verkatert und heiser. Gekrümmt lehnte er sich gegen den Behandlungstisch, während die Tierärztin ihm seine Brille reichte und dann eine Art Reagenzglas mit Leitungswasser füllte. Verwundert betrachtete der Sim die Infusionskanüle an seinem Handgelenkt und das Zimmer in dem er sich befand, „was… ist passiert?“

Er nahm das ihm entgegengestreckte Glas entgegen und trank es in einem Zug aus, „vielen Dank.“„Sie wurden angeschossen.“ sagte Daka nachdem sie das Glas weggestellt hatte. „Ja das… weiss ich aber…“ er schaute an seinem entkleideten Oberkörper herunter und bemerkte ein auffälliges Wundpflaster seitlich über seiner Hüfte, doch bevor er es anfassen konnte, hatte die Vampirin ihn bereits aufgehalten. Als sich ihre Hände kurz berührt hatten, durchfuhr Daka ein seltsames elektrisierendes Gefühl und sie zuckte sofort zurück. „Nicht anfassen!“ warnte sie erst mit reichlich Verspätung, „die Naht ist noch ganz frisch.“

Mit gekrauster Stirn musterte er sein Gegenüber einige Sekunden, bevor er nochmal an sich herabsah und schliesslich auf den Boden, auf welchem verstreut irgendwelche Operationsinstrumente lagen, die er vorhin unabsichtlich von der Ablage gestossen hatte. Und hinter ihm auf dem Behandlungstisch lag etwas, das aussah wie Munition. Die anschliessende Erkenntnis erschreckte ihn so sehr, dass er beinahe wieder umgefallen wäre, doch Dakaria war glücklicherweise zur Stelle. Sie löste die Infusion an seinem Handgelenkt und führte ihn nach nebenan. „Ich…  fühle mich wie… betrunken…“ der Sim fiel mehr aufs Sofa im Wartebereich der Praxis, als dass er sich setzte.

Er war nicht einmal fähig sich ohne ihre Hilfe aufrecht hinzusetzen. „Das liegt an den Medikamenten.“ erklärte die Brünette, „da dies Tiermedikamente sind, musste ich die Dosis teils ums 50fache erhöhen. Nebenwirkungen sind nicht ausgeschlossen.“„Oh… das ist… gut zu wissen.“ er lachte und es klang tatsächlich ein wenig so, als wäre er benebelt. „Ich… weiss nicht ob ich in dem Zustand nach Hause finde.“„Sie können nicht nach Hause!“ bewusst betonte sie die letzten zwei Worte, „Sie stehen heute Nacht unter meiner Beobachtung, falls Sie einen Anfall oder allergischen Schock bekommen. Ausserdem…“ Daka schüttelte den Kopf, „ würden Sie die Nacht unter der Brücke garantiert nicht überleben.“ Der Wissenschaftler brauchte verhältnismässig lange um darauf einzugehen, was wohl an den Medikamenten lag. „Moment,“ kam es dann endlich über seine Zunge, „glauben… glauben Sie ernsthaft ich lebe unter einer Brücke?!“

Er fing an zu kichern, dann unkontrolliert an zu lachen. Er konnte gar nicht mehr damit aufhören! Dakaria, die mit verschränkten Armen vor ihm stand und nicht verstand was daran so lustig sein soll obdachlos zu sein, fragte sich langsam ob sie es mit den Schmerzmitteln wohl ein wenig übertrieben hatte? „Verrückt…“ sagte er dann plötzlich zwischen einem seiner Lachanfälle und hob beide Hände vors Gesicht, „ich sehe alles doppelt!“ Die Tierärztin seufzte und versicherte ihm, dass sich das nach ein paar Stunden wieder normalisieren würde. Hoffentlich. „Aber Sie, Sie sehe ich nicht doppelt. Ich sehe Sie überhaupt nicht!“ „Wie Sie sehen mich nicht, was meinen Sie damit?“„Na da!“ glucksend zeigte er irgendwo hinter sie, Dakas Augen folgten seinem Arm und als sie über ihre Schulter blickte, erstarrte sie, denn er hatte Recht, in der Fensterscheibe war kein Spiegelbild von ihr zu sehen!

Sein albernes Lachen war so plötzlich verhallt, wie es aufgekommen war und es war auf einmal unbehaglich still in der kleinen Praxis. „Liegt das auch an den Medikamenten?“ in seiner Stimme schwang nun ein Hauch von Stichelei mit. Ihr war kurz die Luft weggeblieben, gut dass sie kein Spiegelbild besass, denn vermutlich war sie noch blasser um die Nase geworden als sie eh schon war. Wie konnte sie nur so leichtsinnig gewesen sein? So etwas passierte ihr doch normalerweise nicht! Die Brünette räusperte sich: „Ja, natürlich.“

Daka setzte sich ihm gegenüber aufs andere Sofa, steif wie ein Stock. Der Sim musterte sie forschend. So als grabe er nach etwas Tiefem. Nach etwas, was sie gut bewachen wollte. „Was ist eigentlich mit den Typen passiert?“„Die Polizei hat sie abgeführt.“„Ich habe Schreie gehört.“„Die Polizei ist eben nicht zimperlich.“„Und was lesen Sie da?“ Ihr Blick fiel sofort auf den Vampirband neben sich, denn sie ebenfalls einfach so gedankenlos hier auf der Couch hat herumliegen lassen! Am liebsten hätte sie sich für ihre Nachlässigkeit selbst geohrfeigt, stattdessen kralle sie sich das Buch und verstaute es ins Inventar, „das geht Sie nichts an!“ fauchte die Vampirin, „Sie sind viel zu neugierig! Neugier ist der Katze Tod, kennen Sie das Sprichwort?!“

„Gut dass eine Katze mehrere Leben hat, nicht wahr?“ Für dass er so stark unter Medikamenten stand, war er aber noch ganz schön scharfsinnig und vorwitzig! Aber als sie ihn daraufhin mit bösen Blicken bestrafte, fiel ihr auf wie ihn dann doch langsam die Müdigkeit überfiel. Das hielt ihn jedoch nicht davon ab, sie mit weiteren Fragen zu belästigen, bezüglich des Messers das senkrecht in ihrer Brustkorb steckte.

Das Messer steckte nicht in meinem Herz und ich war auch nicht tot!“ machte Dakaria deutlich klar, „ich war nur… bewusstlos!“ –  „Würden Sie bitte Ihr Shirt hochheben?“„Bitte?!“„Ich möchte die Einstichstelle sehen.“„Vergessen Sie’s!“

„Wenn Sie nur bewusstlos waren… warum waren Sie dann ganz grau im Gesicht und… zeigten keinerlei Lebenszeichen mehr?“„Hören Sie,“ begann Dakaria daraufhin und versuchte ihren Unmut im Zaum zu halten, „ich bin Ärztin…“„Tierärztin.“ korrigierte er zwinkernd. „Ich kenne mich damit aus, im Gegensatz zu Ihnen!“ fuhr sie spitz fort, „und ganz nebenbei bemerkt, hoher Blutverlust kann zu Halluzinationen führen!“ So, das hatte ihm bestimmt den Wind aus den Segeln genommen, freute sich die Brünette und grinste still in sich hinein.

Wahrscheinlicher war es aber, dass der Sim einfach nur zu erschöpft war um mit ihr zu diskutieren, denn er war mittlerweile eher in eine liegende Haltung geraten. Er stand schon kurz vor dem wegtreten und hatte deutlich Mühe beim Sprechen. „Entschuldigen Sie mich… aber ich bin… so müde.“ „Sie sollten ein wenig schlafen.“ Seine Augen waren bereits zu und der Kopf zur Seite gesunken, als er sich noch einmal zusammenriss: „Ich will Ihre… Gastfreundschaft wirklich nicht… beanstanden… aber… hätten Sie eine… Decke?“„Das hier ist eine Tierklink und kein 5 Sterne Hotel.“ Ein letztes Mal noch formten sich seine Lippen zu einem schwachen Lächeln, dann nickte er ein. Endlich!

Dakaria beobachte ihn eine Weile nachdenklich und studierte sein Profil. Als sein ruhiger Atem ihr verriet dass er tief und fest schlief, stand sie auf und hob die Hundedecke neben dem Eingang vom Boden auf. Sie roch zwar extrem nach nassem Hund und war voller Haare. Ein paar schwarzbraune Pfotenabdrücke waren auch darauf zu erkennen, sowie eine eingetrocknete, undefinierbare Flüssigkeit, aber egal. Er wollte eine Decke? Bitteschön! Die Vampirin schüttelte sie kräftig  aus und legte sie dann sorgfältig über den Schlafenden. Bevor sie sich zurück auf ihren Platz setzte um in ihrem Vampirband zu lesen, nahm sie ihm vorsichtig die Brille ab und sah ihn dann noch einmal ausführlich an…

…. Knoblauch drang ihr in die Nase. Im Schlaf schüttelte sie den Kopf, als wollte sie diesen entsetzlichen Gestank abschütteln, doch er wurde immer intensiver, so dass Dakaria aus dem Schlaf fuhr. Ihre Augen mussten sich erst an die Helligkeit gewöhnen.

Schlaftrunken schaute sie hinüber zum anderen Sofa, aber Igros Herrchen lag dort nichtmehr. Viel mehr Sorgen jedoch, bereitete ihr der Geruch von Knoblauch der den ganzen Raum zu füllen schien. „Sul Sul!“ vernahm sie plötzlich seine Stimme. Der eben Gesuchte stand auf einmal neben ihr und kaute auf etwas rum. Bei näherem hinsehen und riechen erkannte sie, dass er doch tatsächlich dabei war ein verdammtes Knoblauchbrot zu essen! Als die Übelkeit sie zu überwältigen drohte, versuchte sie aufzustehen, was gar nicht so leicht war, denn die nach nassem Hund riechende Decke, die sie in der Nacht noch auf ihn gelegt hatte, war jetzt um sie gewickelt. „Kann ich Ihnen behilflich sein?“ jetzt trat er mit diesem Vampirgift auch noch näher! Die Galle stieg ihr schon die Kehle hoch, als sie endlich von der versifften Decke freikam und an ihm vorbeiflitzte Richtung Klo, um sich dort erst einmal ordentlich zu übergeben.

Ein paar Minuten später kam sie zurück. Mit einer Hand vor Nase und Mund ging sie auf den Brillenträger zu, entriss ihm die Tüte, öffnete die Tür und warf den Beutel einfach nach draussen auf den Gehweg. „Hey, das war mein Frühstück!“ empörte er sich halb im Scherz, „für Sie hatte ich auch ein Brot!“

Doch sie hörte ihm gar nicht weiter zu, denn… trug er da tatsächlich eins ihrer Shirts?! „Das habe ich im Schrank gefunden.“ erklärte er sich, als sie ihn fassungslos anstarrte. Es war ihm viel zu klein und spannte über seinem Oberkörper und die Farbe erst! Aber… er lächelte. Er war hübsch wenn er lächelte… „Nicht nur sind mein Mantel und mein Pullover voller Blut, sondern merkwürdigerweise auch völlig zerfetzt.“ holten sie seine Worte zurück. „Logisch, ich hab sie Ihnen gestern Nacht ja auch vom Leib gerissen, als ich Ihnen das Leben gerettet habe!“„Mhm… sehr schade dass ich davon so gar nichts mitbekommen habe.“

Dakaria blickte direkt in ein paar schwarze Augen, die sie schelmisch anblitzten. Einige Sekunden lang war sie unfähig sich zu rühren, ihre Knie waren irgendwie weich, wohl weil sie sich eben erbrochen hatte und ihr Herz machte unkontrollierte Hopser, bestimmt weil vor ein paar Stunden noch ein Messer tief drin gesteckt hatte. Endlich schaffte sie es ihre Augen abzuwenden. „Wie spät ist es?“„Fast halb neun.“„Was? Wieso haben Sie mich nicht geweckt?!“„Sie haben so süss geschlafen.“ Verständnislos schüttelte sie den Kopf und ging zur Couch um nach dem Vampirbuch zu sehen, doch es war… weg! „Suchen Sie das hier?“ Der Sim hielt es plötzlich in die Luft. Wieder hüpfte ihr Herz unkontrolliert, aber diesmal vor Panik! „Geben Sie das sofort her!“ rief sie wutschnaubend. Mit einem Satz stand sie vor ihm und riss es ihm förmlich aus der Hand.

„Ihr Kopf lag beim Schlafen drauf, ich wollte nur nicht dass Sie die Seiten vollsabbern.“„Was?!“ brach es unbeherrscht aus ihr heraus, „ich sabbere nicht!“„Doch das tun Sie.“ Sie spürte wie ihre Wangen anfingen zu glühen, aber nicht aus Wut. „Und Sie… Sie… Sie… schnarchen!“ schoss sie getroffen zurück. „Jetzt lügen Sie aber!“ sagte er und lachte. In der Tat, das tat sie wirklich… Dakaria presste die Lippen zusammen und schluckte den bissigen Kommentar der ihr schon auf der Zunge lag, wieder runter. Es hatte kein Sinn jetzt auszurasten, ausserdem hatte sie gleich einen Hausbesuch und war eh schon spät dran nur weil er sie nicht geweckt hatte!

Die Brünette schob sich an ihm vorbei zur Tür, doch wo war ihr Schirm? Sie hatte ihn doch gestern Nacht hier hingestellt?! Da kam der Schwarzhaarige auf sie zu, in seiner Hand ihren Schirm, er öffnete die Tür und warf ihn so mir nichts dir nichts nach draussen, neben die Knoblauchbrote. „Was soll das?!“ ging sie ihn an, „ich brauche ihn!“„Dann hohlen Sie sich ihn doch.“ Daka war über diese Dreistigkeit so perplex, dass sie gar nichts darauf erwidern konnte. Und dann legte der Typ auch noch einen drauf, indem er fragte: „Gibt’s ein Problem?“

Jetzt reichte es! Dakaria war stinksauer. Gleich fing er sich eine! Wie konnte sie nur geglaubt haben er wäre auch nur im Geringsten nett oder gutaussehend oder gar… süss?! Er war ein unverschämter, besserwisserischer und nervtötender BlödSim, der immerzu das letzte Wort haben wollte und in diesem engen, rosa Fummel absolut bescheuert aussah! Kein Wunder dass seine Ex abgehauen ist! „Warum sind Sie eigentlich so ein Arsch?!“ wollte sie von ihm wissen. „Ich wäre vielleicht nicht mehr so ein Arsch, wenn Sie endlich mal ehrlich zu mir sind.“

Seine plötzlich so ernste Miene, kombiniert mit dem eindringlichen Blick seiner dunkeln Augen schienen ihr den Atem zu stehlen. „Sie sind eine miserable Lügnerin und alles andere als diskret.“„Wovon reden Sie da bitte?!“„Ich weiss was Sie sind, Dakaria.“ Ihr Herz blieb für den Bruchteil einer Sekunde stehen. „Sie wissen gar nichts!“ rief sie dann und nahm mit einer gewissen Bestürzung war, dass ihre Stimme beinahe hysterisch klang. „Ich weiss was ich gesehen habe.“„Sie irren sich!“

„Sie sind übernatürlich schnell und stark, Ihre Verletzungen heilen innerhalb von Sekunden, Sie haben kein Spiegelbild, mögen keinen Knoblauch, meiden die Sonne und scheinbar können Sie Sims befehlen Dinge zu tun. Mit einem Dolch in ihrem Herzen sind Sie temporär tot, solange er stecken bleibt. Habe ich noch was vergessen?“ Nein! Das konnte nicht wahr sein, das durfte nicht wahr sein! Daka schüttelte heftig den Kopf. Abstreiten! Sie musste alles abstreiten! Aber ihr Herz raste nun wie verrückt und ihr Verstand konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen, es war als ob sich ihr Gehirn einfach so auflösen würde…

Völlig entmutigt liess die junge Vampirin ihre Schultern, Mundwinkel und den Kopf hängen und schaute auf die Spitzen ihrer Turnschuhe herab. Sie hatte sich setzen müssen, da sie befürchtet hatte, gleich wieder brechen zu müssen. Der junge Wissenschafter sass schweigend neben ihr. Irgendwann sah sie auf und in sein Gesicht um irgendwelche Anzeichen von Furcht zu suchen, fand jedoch keine. „Wieso fürchten Sie sich nicht?“„Sollte ich?“„Ich könnte Sie auf der Stelle vernichten.“„Daran zweifle ich nicht.“„Sie gehen damit ganz schön gelassen um.“ stellte sie fest. „Das liegt vermutlich an meinem Job, ich hab schon viel… Interessantes gesehen.“ Die Vampirin beäugte ihn ein paar Sekunden misstrauisch. „Werden Sie mich jetzt gefangen nehmen und in Ihrem Labor irgendwelche verrückte Experimente an mir durchführen?“ Igors Herrchen lachte kurz, bevor er antwortete: „Das hatte ich eigentlich nicht vor, aber wenn ich so darüber nachdenke…“ Dann zwinkerte er ihr jedoch zu, um ihr zu zeigen, dass er nur scherzte.

Dakaria stand auf, wollte los, wollte fliehen, doch er hielt sie am Arm zurück: „Ich bin froh steht das nicht mehr zwischen uns.“„Warum ist Ihnen das so wichtig?“„Wir haben uns gegenseitig das Leben gerettet, das schweisst schon zusammen, finde ich.“ Da war er wieder, dieser intensive Blick. Freude gepaart mit Wärme und der Bereitschaft mit ihr zu lachen oder zu weinen, oder je nachdem wonach ihr gerade war. „Und Freunde sollten doch keine Geheimnisse voreinander haben.“ fügte er hinzu, dabei hatte er ihr wieder seine Hand an den Oberarm gelegt. Ihr wurde plötzlich warm und sie fühlte sich nervös.

„Die… Kompresse muss gewechselt werden…“ sagte sie zerstreut, „aber ich muss jetzt gehen, also müssen Sie… das selber machen.“ mit diesen Worten verschwand sie in einem der Behandlungszimmer und kehrte bereits kurze Zeit später mit Verbandzeug zurück.

„Bleibt eine Narbe zurück?“ fragte der Sim als sie ihm die Utensilien in die Hände drückte. „Das… weiss ich nicht.“ – „Es wäre cool.“„Cool?“„Ja, die Siminnen stehen doch auf sowas, oder? Auf harte Kerle mit Narben und Schusswunden und so?“

Keine 2 Minuten später, nachdem die Tierärztin die Klinik verlassen hatte, betrat Hurricane Jamila unverhofft die Praxis.

„WTF?!“ stiess sie ungläubig hervor, „du bist doch der Klugscheisser mit der toten Fusshupe? Bist du endlich hier um die Kohle zu zahlen?! Wo ist Daka, was hast du mit ihr angestellt?!“„Eh… Sul Sul erst einmal, Jamila, richtig?“ entgegnete er etwas überrumpel über ihr Auftreten. „Lenk nicht ab!“„Ja, ja und ja. Und… ich habe gar nichts mit Dakaria angestellt! Sie hat die Klinik eben verlassen.“

„Ich dachte mir schon dass du irgendwie schwul bist.“ belächelnd musterte sie sein rosa Shirt. „Oh das ist nicht meins!“ Er erzählte der misstrauischen Simin wie es dazu kam, dass er das Shirt ihrer vampirischen Freundin trug. Viel mehr als die Stroy, dass die beiden wegen 3 Typen beinahe draufgegangen wären und er Daka auf die Schliche gekommen ist, verblüfften sie aber die Worte: Verschmutzte und zerrissene Kleider. „Damn?! Also hast du doch was mit Daka angestellt?! Hätte ich euch beiden Spiesern ja gar nicht zugetraut, jetzt mal real talk!“

Der Sim ging darauf nicht ein, sondern zog sich das schwuchtelige Shirt aus. Jamilas Augen wanderten daraufhin sofort über seine blosse Brust. Was sie sah, gefiel ihr und liess sie ihren Argwohn augenblicklich vergessen.

Der Brillenträger indessen hatte sichtlich Mühe die Wundkompressen auszuwechseln, da er nicht gut rankam. „Gib schon her, ich mach das!“ bot die Simin an und inspizierte nebenbei seinen Oberkörper. „Du wurdest also angeschossen, so richtig mit Kanone und so? Das ist total krass! Und irgendwie auch total geil!“ jauchzte sie, „und, treibst du Sport?“ Jamila hielt ihn sofort auf, als er sich das Shirt wieder überziehen wollte, „nee warte noch damit!“„Warum?“„Weil… ääähhh…. das Pflaster klebt noch nicht so gut und es braucht Luft damit es richtig klebt, viiiiiiiel Luft, capisce?“ erläuterte die Kurzhaarige mit wedelnder Hand vor ihrem Gesicht und stierte weiterhin auf seine Brust. „Das hab ich ja noch nie gehört.“

„Tja siehs’te, hab nicht nur viel Holz vor der Hütte, sondern auch im Kopf, hätts’te nicht gedacht Klugscheisser, wa? sie blinzelte auf eine seltsam unanständige Art, die ihn zunächst ein wenig verunischerte…

„Nein ich treibe keinen Sport.“ kam er dann auf ihre Frage zurück. „Really? Siehst aber sportlich aus!“„Ja ich arbeite sehr hart an meiner Rakete.“„Deine… Rakete?“ da wurde sei hellhörig, „wie ist die denn so, deine… Rakete?“ sein Gegenüber zuckte eindeutig zweideutig mit den Augenbrauen.

„Also sie ist ziemlich lang…“ fing er an und Jamila biss sich sogleich auf ihre roten, prallen Lippen und rutschte ungeduldig auf ihrem Sitzplatz hin und her. „Und sie ist sehr schnell…“ Schon fast sabbernd sah sie ihn an…

„Und sie katapultiert Sie mit so viel Kraft ins Paradies dass Sie dieses Erlebnis garantiert niemals vergessen werden!“

„OH!!!“ quietschte sie auf, ihre Finger hatten sich fest ins Sofa gekrallt.

Aber dann zog der Sim nicht nur schmunzelnd die Brauen zusammen, sondern auch das schwule Shirt an und damit war der Zauber für Jamila auch schon wieder vorbei.

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