Kapitel 20

Snowballs!

verfasst: 04.03.2020

Da es auf ihrem Weg lag und sie sich einredete nichts Besseres zu tun zu haben, begleitete Dakaria den Hund und sein Herrchen nach dem Hundetraining noch ein Stückweit. Gerade durchquerten sie den Willow Creek Park.

Die Wege waren verschneit und die zahlreichen Laternen, die sie säumten, zauberten ein märchenhaftes Ambiente. Wie sie erfuhr, hatte der Sim ein kleines Apartment in San Myshuno gemietet, jedoch nur vorübergehend. Aber mit der Sprache wo es demnächst hingehen soll und wieso, wollte er nicht so recht rausrücken. Er meinte lediglich, es hätte was mit den bizarren Pflanzen zu tun. Plötzlich schellte ein Handy. Es war seins. Er blieb stehen und holte es hervor, doch anstatt ranzugehen, schaute er nur untätig aufs Display.

„Wollen Sie nicht rangehen?“ schlug Daka vor, als es nicht aufhören wollte zu klingeln. „Nein.“ antwortete er knapp, drückte den Anruf weg und liess das Gerät rasch wieder im Inventar verschwinden. Igors Herrchen schien auf einmal genervt, doch noch im gleichen Augenblick erhellte sich seine Miene wieder und er wies mit einer Kopfbewegung auf eine Schlittschuhbahn im Freien, die sich hinter Dakaria befand. „Das… ist nicht Ihr Ernst?“

Es war sein voller Ernst.

Zwar hatte es ihn einiges an Überzeugungsarbeit gekostet, doch er hatte es geschafft. „Ich kann das nicht!“ Ok fast… Völlig verkrampft hielt sich die Brünette an der Bande fest. Wenn sie schon jetzt kaum auf den Kufen stehen konnte, wie sollte das denn erst auf dem Eis werden?! „Ich helfe Ihnen.“ sagte der Brillenträger, der sich schon auf der Bahn befand und dabei eine beneidenswerte Figur machte. Daka warf einen Hilflosen Blick über ihre Schulter hinweg, zum Hund, der unweit an einem Baum befestigt war und jaulende Laute von sich gab, weil Sim ihn allein zurückgelassen hatte.

Was beschwerte er sich denn? Er hatte es doch super, im Gegensatz zu ihr! Wie gern würde sie mit ihm tauschen! „Es ist nicht schwer, Sie schaffen das.“ versuchte sein Herrchen währenddessen ihr Mut zu machen und hielt ihr seine Hand hin. Ihre Knie, die undankbaren Biester, zitterten wie Espenlaub. Da half auch die fröhlich-nervige Musik nicht, die über ihr aus dem Lautsprecher drang. Doch schliesslich gab sie sich einen Ruck. Sie wollte vor ihm ja auch nicht als Angsthase dastehen, also nickte sie entschlossen und ergriff seine Hand.

Zum ersten Mal in ihrem langen Vampirleben, setzte sie zuerst einen Fuss zögerlich auf das Eis und dann den anderen. Natürlich rutschte sie gleich weg, aber er hielt sie. Dakaria hängte sich bei ihm ein und liess sich von ihm langsam über das frisch präparierte Eis ziehen. Nach und nach wurde sie sicherer und auch mutiger, so dass sie sogar allein ein paar Meter fahren konnte.

Aus Meter wurden Runden und das Schlittschuhlaufen fing an, ihr ungeheuren Spass zu bereiten. Sie versuchte sich gar an der einen oder anderen weniger eleganten Pirouette und wirbelte lachend und mit rudernden Armen um den Sim herum, so dass der nur staunen konnte.

Leider hatte er versäumt ihr zu erklären wie sie bremsen musste. Das wurde ihm spätestens dann klar, als sie plötzlich auf ihn zugerast kam. Sein Versuch die Vampirin abzufangen war für die Katz und so wurde er von ihr zu Boden geworfen.

Da lagen sie also. Er auf dem Rücken, sie halb auf seinem Oberkörper, in seinen Armen und beide lachten herzhaft. Als das Gelächter verebbte und sich ihre Augen trafen, schien die Welt für Daka einen winzigen Moment still zu stehen. Die Musik aus dem Lautsprecher verstummte, auch das wolfähnliche Geheule vom Hund war nicht mehr zu hören. Das einzige was sie bewusst wahrnahm, war sein Herzschlag und den ihren. Wobei ihrer in einem unnatürlichen Rhythmus stolperte. Der Sim unter ihr sah sie so sehnsüchtig an, dass jetzt auch noch ihr Atem sie im Stich zu lassen schien. Ein aufregendes Kribbeln erfasste Dakaria. Es war als würden in ihrem Bauch mindestens eine Million Fledermäu… äh… Schmetterlinge herumflattern. Für den Bruchteil einer Sekunde war sie fast versucht sich… einfach fallen zu lassen… nur ein paar cm… und ihre Lippen würden sich berühren… Doch sie riss sich zusammen. Gerade noch so… „Tut… tut mir leid…“ stotterte sie betreten und rutschte langsam von ihm runter.

„Habe ich Ihnen… weh getan?“ fragte sie als sie bäuchlings neben ihm auf dem Eis lag. Kaum wahrnehmbar, hauchte er ein „nein.“, schüttelte den Kopf und verfiel in ein nachdenkliches Schweigen, als er sie durchdringend betrachtete. Ihr wurde dabei seiden heiss. Ihr Gesicht war bestimmt rot wie eine überreife Chilischote! Es war ihr peinlich und doch konnte sie ihre Augen nicht von ihm losreissen. Da war es wieder, das Klingeln. Beinahe wäre es ihr entgangen. „Wollen Sie… immer noch nicht… rangehen?“ wiederholte sie ihre Frage mit monotoner Stimme, als er es einfach durchläuten liess und keine Anstalten machte auch nur eine Sekunde lang seinen Blick, der sie so sehr durchwühlte, von ihr abzuwenden. Beide starrten sich so lange gegenseitig an, bis Dakas Sinne endlich aus ihrer Betäubung erwachten. „Hey ihr da!“ drang langsam eine gereizte Männerstimme zu ihr durch, sie gehörte dem Schlittschuhbahn – Betreiber der am Rand stand und wild mit einem Arm gestikulierte, „wollt ihr da noch lange rumliegen, oder was?! Ich will auch mal Feierabend machen!“

Abschliessend hatte sie die beiden bis nach Hause begleitet und sich noch ein wenig mit dem Sim auf der Strasse unterhalten. In einer unachtsamen Minute, ging der Hund stiften. Hinter dem Block befanden sich ein paar überquollende Container und aufgerissene Kehrichtsäcke, die so herrlich nach Müll dufteten und zu einem „Bad“ einluden.

„Herrgott!“ fluchte sein Herrchen, als er müffelnd und schwanzwedelnd neben ihm auftauchte, „wie siehst du denn schon wieder aus?!“ Dakaria konnte sich ein Lachen nicht verkneifen.

Nächster Morgen

Daka machte sich schon beim ersten Hahnenschrei auf den Weg nach Oasis Springs. Vor lauter Aufregung hatte sie kaum geschlafen. Sie hatte das Gefühl, alles doppelt intensiv zu spüren. Wohltuend sog sie die klirrende Briese in ihre Lungen, liess die zarten Sonnenstrahlen ihr Gesicht streicheln, lauschte dem Plätschern des Flusses und allerlei Geräuschen aus sämtlichen weit entfernten Richtungen, wie das genüssliche Kauen einiger Rehe an der Baumrinde hoch oben im Wald.

Gleichzeitig fühlte sie sich so unbeschwert und war so glücklich, ohne genau sagen zu können warum, dass sie den halben Weg mit einem Grinsen im Gesicht zurücklegte, weil sie gar nicht anders konnte.

„Sul Sul!“ begrüsste sie Lucas strahlend, als er ihr verschlafen und mit zerwühlten Haaren die Tür aufmachte, „bist du erst jetzt aufgestanden?“ Sie schob sich am Sim vorbei ins Wohnzimmer. „Wie geht’s dir denn heute Morgen?“ Dakaria trat an ihn heran und hob sein Kinn in die Höhe, um sich einen bessern Blick auf seinen Nacken verschaffen zu können. „Die Bisswunde verheilt gut.“ befand sie und lächelte zufrieden. „Was willst du?!“ ging er sie an und entzog ihr seinen Kopf.

Endlich in Forgotten Hollow angekommen! Aber… Dakaria konnte nicht leugnen, dass sie sich dieses verschneite Vampirdorf ganz anders vorgestellt hatte? Es war klein und wirkte irgendwie… ausgestorben? Sie zählte gerade mal 4 Häuser und etwas das aussah wie ein uralter Friedhof?

„Was hast du erwartet, Sim York?!“ bemerkte Lucas abfällig, als beide vor dem Dorfbrunnen zum Stehen gekommen waren, auf dem eine riesige Statue eines irgendwie wichtig aussehnenden Individuums thronte. Vielleicht war es aber auch nur sein krummer Rüssel, der ihn so besonders aussehen liess.

„Wer wohnt dort oben?“ wollte sie vom Sim wissen, ohne den Blick vom mystischen Anwesen, dass sich ihnen gegenüber auf dem Hügel befand, abzuwenden. „Weiss ich nicht, interessiert mich auch nicht.“ meinte Lucas, zupfte an ihrem Ärmel herum, um ihre Aufmerksamkeit zu erregen und zeigte mit dem Arm auf ein anderes Haus, „da müssen wir hin, da befindet sich Katy!“

„Ich denke Katy wohnt hier nicht?“ wunderte sich Daka als die beiden mit knirschenden Schritten auf das Haus zugigen. Lucas war davon überzeugt, dass seine Verlobte dort festgehalten wurde. Das hielt sie eher für unwahrscheinlich… Aber vielleicht hielten sie sie verdeckt? So wie sie das verstanden hatte, hatte Katerina ihrem alten Leben den Rücken gekehrt und Lucas den Laufpass gegeben. Deswegen wohl auch der radikale Entzug seiner Erinnerungen. Sicher ist sie nicht daran interessiert ihn wiederzusehen. Er hingegen, wollte oder konnte das offensichtlich nicht wahrhaben. Wollte er sie zurück? Wollte er sie zur Rede stellen? Zur Rechenschaft ziehen? Oder sie einfach nur sehen? Ein letztes Mal noch? Sich vergewissern, dass es ihr gut ging und dass sie glücklich war?

Was Daka betraf, sie hoffte nur dass die ansässigen Vampire ihr Auskunft über Miss Hell geben konnten. Ein kurzer Blick auf den Briefkasten verriet ihr, dass die hier wohnhaften Vampire zum Nachnahmen Vatore hiessen. „Überlass das Reden mir.“ sagte sie, als Lucas anklopfte und schob ihn vorsichtshalber etwas zur Seite, „bestimmt sind sie nicht erfreut dich wiederzusehen, nachdem du sie mit einem Pfahl bedroht hast.“ Und genau so war es auch. Dakaria gelang es gerade noch, ihren Fuss dazwischen zu halten, bevor die Tür wieder zugeschlagen wurde.

Es hatte sie einiges abverlangt, die Blondine mit den kristallblauen Augen davon zu überzeugen, dass sie beiden ihr nichts Böses wollten. Ebenso hatte sie sich für Lucas‘ überstürztes Verhalten in jener Nacht entschuldigt. „Ja, Kate hat hier gewohnt.“ bejahte die junge Vampirin und warf dem Sim einen ebenso misstrauischen Blick zu, wie er ihr. „Bis vor einigen Monaten zumindest, dann…“ fuhr sie fort, doch wurde jäh unterbrochen, da plötzlich wie aus dem Nichts eine weitere Vampirin neben ihr erschien.

„DU schon wieder!“ blaffte sie Lucas direkt an, „habe ich dir nicht gesagt du sollst dich hier nicht mehr…“ abrupt brach sie ab, als sie die hübsche Brünette bemerkte und verfiel daraufhin sekundenlang in eine Art Schockstarre, in der ihre Augen Dakaria regelrecht zu durchbohren schienen.  

„Was ist jetzt mit Katy?! Wo ist sie?!“ war Lucas der erste, der die Stille brach, „sprich weiter!“ forderte er die Blondine unhöflich auf und machte einen Schritt auf sie zu, wurde von Daka aber gleich wieder auf seinen Platz dirigiert. „Sie…“ setzte die Junge an, aber die Ältere schnitt ihr mit einer energischen Handbewegung das Wort ab und befahl ihr ins Haus zu gehen. Die Blonde zierte sich erst, doch gehorchte, als die Schwarzhaarige ihr drohte. Dann nahm sie Lucas ins Visier: „Bist du dumm?! Nochmal zum Mitschreiben: KATY IST NICHT HIER! Und jetzt sieh zu, dass du Land gewinnst, sonst bin ich nicht mehr so nett wie letztes Mal!“

„In Ordnung, wir haben verstanden, dass Katerina nicht hier ist und werden Sie nicht länger belästigen!“ beschwichtigte Dakaria, die wegen dem unverschämten und aggressiven Verhalten ihrer Artgenossin kurz sprachlos war und zog den Sim, der so aussah, als würde er gleich wieder einen nichtvorhanden Holzpflock aus seinem Inventar zücken, aus der Gefahrenzone. „Wissen Sie wo wir sie stattdessen finden?“„NEIN!“ sagte sie scharf, im nächsten Moment stand ihr fassungsloses Entsetzen ins Gesicht geschrieben, als Dakaria plötzlich das Thema wechselte: „Sagt Ihnen der Name Hell etwas?“

„Miss Hell war meine leibliche Mutter. Sie wurde ermordet, hier in Forgotten Hollow. Können Sie mir etwas darüber sagen?“ Nun war sie es, deren Sprache es verschlug und auch Lucas guckte ziemlich blöd aus der Wäsche, da seine Katy scheinbar nebensächlich geworden war. „Ms. Vatore?“ fügte Dakaria hinzu. Ein Blick voller Hass und Abneigung traf sie daraufhin. Kurzangebunden gab ihr Gegenüber schliesslich an, von all dem nichts zu wissen, sprach noch ein paar Drohungen aus und verwies die beiden schroff vom Platz.

„Warum hast du dich so leicht abspeisen lassen?!“ kritisierte Lucas und versuchte mit Daka mitzuhalten, „was ist mit Katy?!“„Hast du doch gehört, sie ist nicht hier und offenbar ist ihr Aufenthaltsort unbekannt.“„Das ist gelogen!“ Damit hatte er nicht einmal so unrecht. Diese Vatore hatte nicht ganz die Wahrheit gesagt, auch was die Sache mit Miss Hell anging. Dakaria hatte es in ihren Augen ablesen können. Sie hatte aber auch ablesen können, dass mit ihr nicht gut Kirschen essen war, weswegen sie sich nicht 2x bitten liess, das Grundstück zu verlassen.

Kurz vor der Brücke, die zum Ausgang des Vampirkaffs führte, packte Lucas sie am Arm und zwang sie zum Stehenbleiben. „Du hast gesagt du hilfst mir!“„Das habe ich auch, wir sind doch hier. Und jetzt helfe ich dir, indem ich dafür sorge, dass du wieder heil aus Forgotten Hollow und nach Hause kommst.“ erwiderte Dakaria, anders als er, mit besonnener Stimme.

Sie legte ihm die Hand an den Oberarm und versuchte Mitgefühl rüberzubringen: „Ich weiss, es ist schwer, aber vielleicht versuchst du nach vorne zu schauen und… die Vergangenheit ruhen zu lassen. Versuch neu anzufangen.“„Ist das dein Ernst? Ich soll einfach… vergessen?! Schon wieder?!“ Seine Gesichtszüge zeigten erst absolutes Unverständnis, dann Wut. „Was wundert mich das überhaupt, dir war doch von Anfang an egal was mit Katy ist! Du hast mich nur benutzt, um nach Forgotten Hollow zu kommen!“„Das stimmt nicht.“ gab sie zur Antwort und versuchte sich aus seinem fester werdenden Griff zu lösen. „Oh nein Daka, so schnell kommst du mir nicht davon! Ich lasse mich nicht benutzen und dann wegwerfen. Nicht schon wieder!“ Sie machte den Mund auf, um etwas zu sagen, aber er liess sie nicht mehr zu Wort kommen, sondern schimpfte mit ihr in den gröbsten Worten.

Seine Stimme war in ein hysterisches Schreien übergegangen, das eigentlich viel mehr hilflos und verzweifelt tönte. Ein bisschen erinnerte er sie in dem Moment an ihren Ziehvater Derek. Dakaria liess ihn einfach machen, liess es über sich ergehen, so wie sie es als Kind auch manches Mal getan hatte und begnügte sich mit der Hoffnung, dass er sich von selbst wieder beruhigen würde, was in der Tat auch der Fall war.

Irgendwann stand er nur noch zitternd und schnaufend vor ihr. Sein Gesichtsausdruck war der eines gebrochenen Sims. Ein Schatten seines früheren Selbst, seiner Liebe und seines Lebens beraubt. Aber loslassen wollte er sie dennoch nicht. „Nein Daka, du wirst mich nicht los… es sei denn, du löschst mir das Gedächtnis.“„Lucas…“„Oder noch besser… du bringst mich auf der Stelle um.“„Hör auf damit, du bist doch verrück!“„Und du bist ein manipulatives, intrigantes und illoyales Miststück!“

Jetzt reichte es! Sie hatte seine schlechte Laune lange genug ertragen- und sich seine Beleidigungen lange genug anhören müssen. Ja, was ihm widerfahren ist, ist übel und ja, vielleicht hatte sie ihn ein bisschen benutzt, aber es ist nicht richtig, dass sie jetzt den Kopf für sein verkorkstes Leben und die Fehler anderer hinhalten soll! Daka griff nach seinem Arm, mit dem er sie krampfhaft festhielt und schleuderte den Sim zu Boden. Als er mit dem Bauch voran im Schnee lag, stemmte sie ihm den Fuss in die Wirbelsäule und knurrte warnend: „Ich habe dir schon einmal gesagt, dass ich nicht deine Feindin bin, also mach mich nicht zu einer!“ Nur einen Wimpernschlag später, traf sie ein harter Schneeball am Hinterkopf! Was zum…?! Die Vampirin wandte den Kopf und bekam prompt Nummer 2 und 3 ins Gesicht.

„Hey du!“ rief jemand. Doch selbst als sie sich den Schnee aus dem Gesicht gewischt hatte, konnte sie nicht erkennen von wem die kindlichen Rufe stammen. „Geh runter von meinem Freund!“ Erst als sie nach unten schaute, entdeckte sie ein… Kind?!… vor sich stehend, dass sie bitterböse anfunkelte: „Sonst kriegst dus mit mir zu tun!“

Daka bekam, als sie nicht reagierte – da sie so verdutzt war – einen fiesen Tritt ins Schienbein, der sie fast zu Fall brachte. Sie musste ein lautes Fluchen unterdrücken.

„Ist schon gut Ava, wir haben nur… gespielt.“ ächzte der Sim, als die Kleine ihm auf die Beine half. „Und warum weinst du dann, Lucas?“„Ich weine doch nicht, dass ist… nur Schnee.“ er lächelte gequält und trocknete sich mit seinen Handschuhen schnell die Schmerztränen. Daka wollte sich unterdessen freundlich vorstellen, erntete aber nur einen giftigen Blick und wurde eiskalt ignoriert.

„Lucas? Möchtest du jetzt meine Voidkreaturen-Sammlung sehen?“ Er musste wieder schmunzeln und klopfte Ava liebevoll auf die Schulter, „es wäre mir eine Ehre, aber ich glaube deine Mami und deine Omi mögen mich nicht so.“„Ich kann sie auch herholen?“ Während die beiden neuen besten Freunde also weiter belanglose Gespräche führten und sich Dakaria zunehmend wie das fünfte Rad am Wagen fühlte, wurde ihre Aufmerksamkeit allmählich von dem alten Haus auf dem Hügel angezogen.

Eigentlich hatte sie vorgehabt, sich das mal aus der Nähe anzusehen. Sie war neugierig denn, das gruselige Anwesen schien sie geradezu anzuziehen. Dort würde sie bestimmt auf weitere, hoffentlich nettere und hilfsbereitere Vampire treffen, wenn sie Glück hat, vielleicht sogar auf Elle und Marcel? Ihr Blick fiel zurück auf den Sim und die Kleine, die sich fröhlich über irgendwelchen Kinderkram unterhielten. Doch mit Lucas im Schlepptau konnte sie das vergessen, der brachte mit seinem überemotionalen Verhalten nicht nur sich selbst in Gefahr, sondern auch sie. Dakaria seufzte innerlich. Hätten Avas Leute doch nur mit der Sprache über Katys – oder wie sie hierzulande genannt wurde, Kate – s Aufenthaltsort rausgerückt, dann hätte sie ihn längst bei der abgesetzt und wäre somit raus aus dem Schneider. Immerhin hatte sie wichtigeres zu erledigen.

Dann plötzlich, hatte sie einen Geistesblitz!

„Klar weiss ich wo Kate ist!“ bestätigte die kleine Ava, nachdem sie Dakaria zurechtgewiesen hatte dass Sim sich beim Sprechen nicht unterbricht. Wie in Trance gingen die beiden Erwachsenen vor dem Mädchen in die Hocke und schauten es ganz gespannt an. Dakaria stiess Lucas den Ellenbogen in die Rippen.

„Ver- verrätst du uns wo?“ stöhnte er und hielt sich die Seite.

„Würde ich ja, aber…“

Weiterlesen… Charmed

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