Kapitel 21

Charmed

verfasst: 26.03.2020

„Ernsthaft?“ Dakaria sah abwechselnd Ava und Lucas an. „Tu einfach was sie sagt, Daka.“ erwiderte Lucas, der sich ein hämisches Grinsen nicht verkneifen konnte. Die grosse Vampirin seufzte eingeschnappt, erhob sich und entfernte sich ein paar Schritte.

Trotz aller Anstrengung, konnte sie wegen dem reissenden Fluss in der Nähe nicht verstehen, was die kleine Vampirin dem Sim ins Ohr flüsterte, was sie ziemlich stinkig machte.

„Und?“ erkundigte sich Daka ungeduldig, nachdem sich das blonde Mädchen von ihrem neuen Freund verabschiedet hatte, „wo ist Katy?“„Ava weiss es nicht genau.“„Wie, weiss es nicht genau?“„Sie kann sich nicht mehr an den Namen der Ortschaft erinnern.“„Und… warum durfte ich nicht mithören?“„Sie mag dich halt nicht besonders.“„Das… ist total kindisch!“ schnaubte die Brünette, immer noch total beleidigt. „Du kannst wohl nicht so gut mit Kindern, was?“„Halt den Mund! Sag mir lieber was Ava sonst noch zu dir gesagt hat!“ Daka sah Lucas, der die Lippen zusammenpresste, weil er den Drang zu lachen stark unterdrücken musste, bestrafend an.

„Also, das letzte Mal, dass sie von Katy gehört hat, war vor ein paar Wochen.“ Plötzlich verfinsterte sich seine Miene, „sie war verreist mit… mit ihrem… Vampir… lover.“„Und weiter?“ bohrte Dakaria nach, als Lucas einfach nur zähneknirschend und mit geballten Fäusten vor sich in den Schnee starrte. „Seither herrscht Funkstille. Aber dort wo sie sich zuletzt aufhielten, sei es merkwürdig gewesen.“„Inwiefern?“„Naja, manche Sims seien komisch drauf. Und es würde von Wissenschaftlern und Militärs nur so wimmeln… Ava hat auch noch von… irgendwelchen Pflanzen gesprochen.“„Was für Pflanzen?“„Keine Ahnung. Sie seien halt… bizarr.“

Dakaria legte die Stirn in Falten, versuchte sich daraus einen Reim zu machen. Eine merkwürdige Ortschaft? Militärs? Wissenschaftler? Sims die komisch drauf sind? Pflanzen die bizarr sind? Das ergab doch keinen Sinn. Moment… bizarre Pflanzen? Hatte sie das nicht schonmal gehört?! Hektisch zücke sie ihr Handy, suchte und wählte eine Nummer. Dabei wurde sie zunehmend nervös.

Auch hatte sie auf einmal das Gefühl, dass es ziemlich heiss um sie herum wurde. Ja, sie fing innerlich schier an zu kochen! Daka öffnete den Reissverschluss ihrer Jacke und schnappte nach Luft. „Wen rufst du an?“ zischte Lucas ihr ins andere Ohr, während sie angespannt dem Freiton lauschte. „Pscht!“ zischte sie zurück. Eine Stimme teilte ihr mit, dass der gewünschte Teilnehmer zurzeit nicht erreichbar sei. „Äh – Sul… Sul.“ stakste sie nach dem Piepton, dass Lucas so dicht neben ihr stand und sie belauschte, war auch nicht gerade hilfreich.

„Ich… rufe an weil… damals… auf dem Friedhof haben Sie mir… Ihre Hilfe anerboten.“„Friedhof?“ wiederholte Lucas mit zusammengezogenen Brauen. „Pscht!“ machte sie erneut und legte sich den Zeigefinger auf den Mund. „Also nicht Igors Friedhof, sondern der alte, verlassen Tierfriedhof beim Leuchtturm… als wir uns das Video von der Techtelmechtelpuppe angesehen haben.“„Techtelmechtelpuppe?“„Jetzt halt endlich deine Klappe!“ fauchte sie ihr Gegenüber an, bevor sie sich wieder dem Handy widmete: „Entschuldigung! Damit meinte ich nicht Sie!“

Errötet lächelte sie in den Hörer rein, „ach so! Hier spricht übrigens Daka… ich meine Dakaria! Die Tierärztin, die Sie behandelt hat, als Sie angeschossen wurden.“ – „WAS?!“ „Ich meine… Ihren Hund! Als Ihr Hund angeschossen wurde und… ich Ihren Hund behandelt habe!“ korrigierte sie hastig, als sie in Lucas‘ erstarrte Gesicht blickte. „Ja… also ich… ich möchte Ihre Hilfe in Anspruch nehmen… Rufen Sie mich bitte an. Oder nein, ich… ich komme einfach zu Ihnen nach Hause, ich… äh… weiss ja wo Sie wohnen.“ Sie beendete die Verbindung, ohne sich verabschiedet zu haben.

„Wow… das war irgendwie… schräg.“ bemerkte Lucas, als Daka ihr Handy zurückgesteckt hatte und erleichtert durchatmete. „Wer ist Igor?“ Sie musste ihm beipflichten, das war tatsächlich schräg, wie sie neuerdings reagierte, wenn sie mit Igors Herrchen zu tun hatte. Wie unruhig sie wurde. Wie ihr Herz gewaltig anfing zu schlagen und ihre Hände sich wie schweissgebadet anfühlten. Wie sie unaufhörlich dämlich grinsen musste und sie keinen klaren Gedanken mehr fassen konnte. Von dem Gestotter mal ganz zu schweigen. Jamila hatte ihr mal gesagt, das wären typische Anzeichen von Verliebtsein… Pff! Sie und verliebt? So ein Blödsinn! Was weiss die denn schon?! „Sul Sul!“ holten Lucas Worte sie ins Diesseits zurück, „weiss dieser Igor wo Katy ist?!“

„Du musst jetzt nach Hause, ich treffe mich gleich mit jemanden der uns helfen kann rauszufinden wo Katerina steckt!“ Dakaria umfasste Lucas‘ Handgelenk und zerrte ihn Richtung Holzbrücke. „Ahh! Nicht so stürmisch!“ geraunte er, „könntest du mich vielleicht mal aufklären?! Was haben eine Techtelmechtelpuppe und ein Friedhof mit Katy zu tun?!“

Leider schein der Auserkorene nicht Zuhause zu sein, so dass Daka eine ganze Weile vor seiner Tür im Flur warten musste. Er hatte sie auch nicht zurückgerufen. Natürlich hätte sie sich einfach vampirischen Zutritt in sein Apartment verschaffen können, ehrlich gesagt, war sie schon etwas neugierig auf seine 4 Wände, aber sie wollte nicht unhöflich sein. Dann endlich, öffnete sich die Lifttür und ihr Herz machte sogleich einen Sprung.

Er schien sie erst gar nicht zu bemerken, sondern war zu sehr in seinen eigenen Gedanken gefangen. Irgendwie machte er auf sie wieder einen bedrückten und genervten Eindruck. Aber dann sah er überrascht drein, als er sie endlich entdeckte und lächelte. „Dakaria? Was machen Sie denn hier?“ Phu, offenbar hatte er ihre peinliche Sprachnachricht nicht abgehört… Sie würde ihn nachher bitten sie direkt zu löschen.

„Sie sehen gut aus.“ sagte er, als er vor ihr stand. „Ich… sehe doch aus wie immer?“„Eben.“ Ihre Wangen färbten sich wieder rosig. „Was verschafft mir die Ehre?“„Ich… muss mit Ihnen reden, haben Sie kurz Zeit?“„Immer.“

Der Sim holte noch rasch seinen Hund bei der Nachbarin ab, bevor er die Vampirin hereinbat. Sofort sprang der Vierbeiner aufgeregt an Dakaria hoch und versuchte ihr Gesicht abzulecken. Das Apartment war klein und spärlich eingerichtet. Viel mehr als ein Tisch, ein Bürostuhl, ein angekautes Sofa und ein vollgepieselter Teppich war da nicht. „Etwas zu trinken?“„Nein, danke.“„Bitte, setzen Sie sich.“ Er machte eine flüchtige Handbewegung zur Couch, die voller Hundehaare war. Auch der Sim wollte sich gerade neben seine reizende Besucherin setzen, als sein Hund ihm einfach zuvorkam, es sich neben ihr bequem machte und sich genüsslich am Bauch kraulen liess.

Sein Herrchen verzog den Mund und rückte sich den Stuhl zurecht. „Also, worüber müssen Sie mit mir reden?“

„Tut mir leid, das ist nicht möglich.“ Er stand auf, lehnte sich mit verschränkten Armen gegen den Schreibtisch und kratzte sich grübelnd seinen Drei-Tage-Bart. Dakaria hatte ihn über die bizarren Pflanzen ausgefragt. Forderte den Namen der Stadt, in der er arbeitete. Verlangte gar, dass er sie und Lucas mit zur Arbeit nahm. „Die Stadt ist komplett abgeschottet. Unbefugte haben keinen Zutritt und niemand darf raus.“„Weshalb?“„Das ist streng geheim.“„Verrückte Experimente?“ sie kicherte leise, doch als sie in sein strenges Gesich blickte, verstummte sie sofort. Ups, da ist heute Morgen wohl jemand mit dem falschen Fuss aufgestanden. „Sie können uns auch nur bis zur Grenze bringen.“„Kommt nicht in Frage.“ „Aber wieso denn nicht?“ „Weil es gefährlich ist. Es besteht höchste Ansteckungsgefahr und das Militär ist bewaffnet.“„Dann nennen Sie mir einfach nur den Namen der Stadt.“„Nein.“

„Ich tue das für einen Freund.“ versuchte sie an sein Mitgefühl zu appellieren. „Er macht gerade eine schwere Zeit durch, an der ich nicht ganz unschuldig bin. Ich bin ihm was schuldig.“ Doch auch damit kam sie bei ihm nicht weiter. Daka wurde langsam ungeduldig. Sie war ihrem Ziel seit Tagen schon so nahe, dass sie es förmlich spüren konnte. Aber sie hatte immer noch Lucas an der Backe und musste für ihn seine Verlobte finden, damit er sie dann hoffentlich endlich in Ruhe lässt und sie sich voll und ganz um ihren Kram kümmern konnte. Doch der einzige der wusste wo sie steckte und von dem sie überzeugt war, er würde ihr helfen, stellte sich quer! Wieso tat er das? Wieso zwang er sie dazu weitere Schritte einzuleiten? Sie wollte das nicht. Nicht bei ihm!

Aber er liess ihr keine Wahl. Wenn er nicht freiwillig redete, musste sie ihn eben dazu nötigen. Ihn manipulieren. Voller Entschlossenheit stand sie auf. Doch mit jedem Schritt, den sie auf ihn zumachte, wich diese, dafür wurde das Kribbeln in ihrem Körper stärker und das einzige woran sie noch denken konnte war, wie gut er in diesem Kittel aussah. ‚Verdammt, jetzt reiss dich zusammen!‘ sprach sie gedanklich zu sich selbst. War sie nicht eigentlich zornig auf ihn und wollte böse klingen? Stattdessen hörte sie sich wie ein weinerliches Mädchen an: „Sie wollen mir nur nicht helfen, weil Sie Angst um Ihren Job haben.“

„Glauben Sie das?“ Er löste seine Arme aus der Verschränkung und um seinen Mund spielte ein charmantes Lächeln. „Was… wenn ich Angst um Sie habe?“ Seine Stimme war so weich und zärtlich und sein Blick so intensiv, dass es ihr eine Gänsehaut bereitete. Dakaria hielt den Atem an, da seine sanfte Berührung an ihrem Arm ein ungeheures Feuer in ihr entfachte, dass sie eigentlich gar nicht fühlen wollte. „I-ich…“ sie konnte kaum noch sprechen, „ich… bin ein Vampir, mir… passiert schon nichts.“ War es Einbildung oder nährte sich sein Kopf plötzlich dem ihren?

„Und was ist mit Ihrem… Freund?“ raunte er so nah, dass sie seinen Atem auf ihren Lippen spüren konnte. Ihr Herz stolperte. „Er… er ist nicht… mein Freund.“ presste sie hervor und starrte wie gebannt auf seinen Mund. Oh mein Gott! Er würde sie küssen! Sie sah es kommen! Und sie würde machtlos sein sich dagegen zu wehren. Was passierte hier?! Wollte sie ihn nicht eigentlich manipulieren?! Stattdessen war sie plötzlich wie gelähmt! Sie konnte nichts tun! Nichts ausser abzuwarten, abzuwarten bis seine Lippen die ihren trafen! Sie hasste sich! Sie hasste sich dafür dass sie das tatsächlich wollte! Sie wollte diesen verdammten Kuss! Doch…  

Es klingelte. Diesmal nicht sein Handy, sondern seine Tür. Beide verharrten noch für ein paar Sekunden in dieser nervzerreissenden Position, während der Hund Alarm schlug und zur Tür strümte. Erst dann entfernte sich sein Herrchen langsam von ihr. Dakaria drückte die Augen zusammen, stiess erst einmal die Luft aus, die sie so lange anhalten musste und atmete tief durch. Ihr war furchtbar schwindelig. Als sie sich wieder besann, blinzelte sie, um zu sehen wen er hereingelassen hatte. Sie fand sich einem Augenpaar einer jungen Simin ausgesetzt, dass so grün war wie ein frischgemähter Rasen.

Dazu lange, schwarze Haare, die zu einem strengen Pferdeschwanz gebunden waren. Sie war top gestylt. Eine schöne Erscheinung, wie Dakaria fand.

Sie lächelte freundlich, doch da war etwas in ihrem Blick… etwas… verrücktes…

Sofort hatte Daka das Gefühl, dass es um einige Grad kühler im Raum geworden war. Aber vielleicht lag es auch daran, dass ihre Hitzewallungen endlich nachliessen. „Was machst du hier?“ Der Sim hatte seine Stimme wiedergefunden, die jetzt im Vergleich zu vorhin, furchtbar kalt und hart klang.

Doch anstatt die Antwort des Neuankömmlings abzuwarten, wandte er sich Dakaria zu: „Ich muss Sie jetzt bitten zu gehen.“ 


Glimmerbrook, 1843

„Bitte tötet mich nicht! Ich habe Familie!“ Es war eine kristallklare Nacht, als der junge Journalist auf Knien und unter Tränen sein Gegenüber anflehte, „ich werde die Bilder vernichten!“„Küss mir den Schuh!“„W-was?“„Jetzt mach schon!“

Nach kurzem Zögern beuge er sich runter und küsste die verdreckte Schuhspitze, die unter dem Kleid hervorlugte. „Das wollte ich schon immer einmal tun.“ schmunzelte Miss Hell in die Runde und einige der anwesenden Vampire lachten. „Los steh auf!“ wies sie den Sim an. „Wenn ich dich nicht töten soll, was soll ich denn sonst mit dir tun, hm?“ – „Ich werde niemandem etwas sagen, versprochen!“„Und das soll ich dir glauben?“„Reiss ihm doch einfach die Zunge raus?“ schlug der dunkelhäutige Vampir Marcel vor. „Er kann es dann aber immer noch aufschreiben.“ gab die blonde Elle zu bedenken. „Dann muss sie ihm auch die Hände abhacken.“„Und was wenn er dann lernt mit den Füssen zu schreiben?“„Dann muss sie ihm eben auch die Füsse abtrennen.“„Er könnte dann aber immer noch mit dem Mund schreiben!“„Dann muss ich ihm wohl auch den Kopf abschlagen,“ mischte sich Miss Hell in die Diskussion ein und sah vorfreudig grinsend den schlotternden Sim wieder an, „und ich glaube damit fange ich gleich an!“

Doch sie wurde in ihrem Vorhaben unterbrochen, als einer ihrer Vampire dazustiess und ziemlich verzweifelt verkündete: „Das Baby hört einfach nicht auf zu schreien!“

Zur selben Zeit
Das Weinen eines Babys hatte sie zum Haus geführt. Auf dem Vorplatz stand eine einsame Wiege. Stimmfetzen waren zu hören, vermutlich von der Rückseite des Hauses. Vorsichtig schlich Lilith aus dem Dickicht und näherte sich dem weinenden Geschöpf.

Als sie einen Blick in die Wiege riskierte, verschlug es ihr den Atem. Diese Augen… diese Ähnlichkeit… sie war… verblüffend. Es stimmte also! Schritte näherten sich und die Vampirin stob zurück ins Gebüsch. „Es kann doch nicht so schwer sein ein Baby zum Schweigen zu bringen!“ rügte Miss Hell gerade den anderen Vampir, „hol mir das Ding dass den Blagen in den Mund gesteckt wird, damit sie ruhig sind!“ Kurz nachdem der Vampir verschwunden war, beugte sich die Mutter mit einem scheuen Lächeln über die Wiege und streichelte dem Neugeborenen behutsam über die warmen Wangen. Als sie dann auch noch leise zu summen anfing, hörte das Baby auf zu weinen. Gleich darauf erschien eine andere Vampirin und Miss Hell brachte sofort grosszügigen Abstand zwischen sich und die Wiege.

„Hast du gesungen?“ fragte die gerade Erschienene ungläubig und überreichte einen Schnuller. „Gesungen?!“ Miss Hell lachte auf, „natürlich nicht! Ich habe es angebrüllt, es soll endlich die Klappe halten.“

Warum ist die Kutsche noch nicht hier?!“„Wieso willst du sie weggeben? Dakaria kann doch bei uns blieben.“„Sie wird es dort besser haben.“ erwiderte Miss Hell und drückte ihr den Nuckel zurück in die Hand. „Hör auf dir selber etwas vorzuspielen.“ sagte die Blonde mit der aufwendigen Hochsteckfrisur und gab dem Baby den Schnuller, „überleg es dir bitte noch einmal. Ein Kind braucht seine Mutter. Und seinen Vater.“„SCHWEIG!“ brach es aus der Mutter heraus, „wie kannst du es wagen mir Ratschläge zu erteilen?!“ Selbst Lilith erkannte aus ihrem Unterschlupf, wie jede noch so kleine Spur von Zärtlichkeit, urplötzlich aus ihrem Gesicht gewichen war. „Ich hätte sie auch einfach in den Fluss werfen können!“

Ein ausgetrockneter Ast, der unter ihrem Schuh knickste, hatte die Versteckte verraten und bald darauf fand sie sich in den strangulierenden Fängen von Elle wieder. „Was hat denn eine Lilith Vatore in Glimmberbrook verloren?“ wollte Miss Hell mit verschränkten Armen wissen. „Siehst gut aus, Hell,“ würgte Lilith hervor, „hast du abgenommen? Dein Bauch kommt mir so flach vor.“„Du brauchst nicht erst mit Komplimenten um dich werfen, komm einfach zur Sache!“„Gut, ich mein‘ sie sowieso nicht ernst. Hab gehört dass eine brutale Vampirbande hier ihr Unwesen triebt. Schon duzende Sims abgeschlachtet hat. Dachte, dass kann nur die Hell und ihr tollwütiges Rattenpack sein.“„Autsch, deine Worte verletzen mich, Lilith. Weisst du, du solltest mir lieber dankbar sein denn, die Sims – wie du sie nennst – waren in Wahrheit Hexen und Magier und sie hatten einen Aufstand gegen die Vampire in Forgotten Hollow geplant.“

Liliths Blick fiel auf die Wiege. „Wo ist mein Bruder?“„Mal hier, mal dort.“ Die Brünette zuckte gleichgültig mit dem Schultern, „ich werde ihn von dir grüssen… wenn ich es nicht vergesse.“„Wem gehört das Neugeborene? Ist es deins? Wer ist der Vater?“ Mit einem langsamen Kopfschütteln, schaute die Anführerin der Rebellious Vampires vor sich auf den gepflasterten Boden und schmunzelte: „Du fragst zu viel Lilith, weisst du was mit Leuten passiert, die zu viel fragen?“„Du gibst es also zu? Ich meine, ihr beide habt letztens ziemlich viel Zeit zusammen verbracht. Und plötzlich bist du für ein paar Monate – neun um genau zu sein – wie vom Erdboden verschluckt. Keiner wusste wo du steckst, es wurde sogar gemunkelt dass du tot bist. Und auf einmal bist du wieder da und hast ein Baby im Schlepptau, sehr verdächtig das ganze.“ Miss Hells Blick schnellte weider auf und ihre Augen blitztend angriffslustig. „Soll ich sie töten?“ bot Elle an und ihr Arm zog sich noch fester um Liliths Hals. „Nein… das wäre zu einfach. Ausserdem würde ihr Bruder sie suchen.“ Ein teuflisches Lächeln legte sich um Miss Hells schmale Lippen, „ich hab eine viel bessere Idee!“

„Bringt mir den Hexer!“ rief sie zwei ihrer Gangmitgliedern zu. Lilith wurde rüde in die Mitte geschubst, stiess beinahe mit dem Reporter zusammen, der immer noch wimmerte und am ganzen Körper zitterte. Beide waren von den Rebellious Vampires umzingelt. Wenige Minuten später, kamen die losgeschickten Vampire zurück. Zwischen ihnen hielten sie einen, wie es schien, Gefangenen, der sofort auf die Knie und zur Seite fiel, sowie sie ihn losgelassen hatten. Der arme Kerl war völlig entkräftet und halb ausgehungert. Die Anführerin zerrte ihn grob auf die Füsse, er konnte kaum stehen.

„Heute ist dein Glückstag, Morgyn.“ sie lächelte und löste mit einem Klick die sonderbar aussehenden Fesseln um seine dürren Handgelenke und warf sie einem ihrer Mitglieder zu, „heute kannst du nämlich wieder einmal ein bisschen zaubern.“„Ich…“ keuchte er mit versagender Stimme, „ich werde dich… direkt in die Hölle zaubern… du gottverfluchte…“„Na, na, na!“ unterbrach die Vampirin, „wir wollen mal nicht übermütig und schon gar nicht unverschämt werden.“ Sie ergriff seine blonden Locken am Hinterkopf und riss seinen Kopf in den Nacken, damit er aufblicken musste. „Ich will dass du die beiden verzauberst.“ Miss Hell wies auf Lilith und den Sim. „Sie wissen etwas, was sie nicht wissen dürfen und… falls sie jemals ein Wort darüber verlieren, sollen sie sterben, und zwar auf eine möglichst grausame Art. Feuer oder so. Kriegst du das hin?“

Der Hexer, der kaum die Kraft dazu hatte seinen Kopf selbstständig aufrecht zu halten, nickte schwach, als hätte er mit sich und dem Leben schon längst abgeschlossen. „Sehr gut!“ freute sich die Brünette, „und keine faulen Tricks! Sonst bist du schneller tot als du hocus pocus sagen kannst!“

„W-was… z-z-zum Teufel g-g-g-eht hier vor sich?!“ flüsterte der völlig verängstigte Sim Lilith zu. Doch weder wusste sie es, noch kam sie zum antworten, da dieser Morgyn im selben Atemzug ein paar unverständliche Sätze sprach und sie beide gleich darauf kurz von einem glühenden Licht umgeben wurden.

Dann klappte der Magier in sich zusammen und blieb reglos liegen. „Zurück in den Kerker mit ihm!“ befahl Miss Hell und ging auf Lilith zu. Sie lächelte ihr boshaftes Lächeln, doch bevor sie etwas sagen konnte, kam Lilith ihr selbstsicher zuvor: „Netter Versuch, aber ich glaube nicht an Magie, Hell.“„Solltest du aber, Vatore.“ Die Brünette trat vor den Journalisten, der jetzt mehr als jemals zuvor unter Schnappatmung litt. „Sag Bursche, was hast du gestern in den Wäldern gesehen und wovon hast du Bilder für dein Schmuddelblatt gemacht?“„W-was… was ich g-g-gesehen h-habe?“„Sag es, sprich es aus, laut und deutlich. NA LOS!“„V-v-vamp… Vampire!“

Das V-Wort kaum ausgesprochen, ging der junge Sim unter hellem Geschrei in Flammen auf und war innert wenigen Sekunden nichts weiter als ein Häufchen Asche auf dem Waldboden. „Glaubst du jetzt an Magie, Lilith?“


Weiterlesen… Til Death do us part – I

*Danke an bloody_vampyr vom Simforum.de für den Journalist, der leider im Feuer sein Leben lassen musste.

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