Kapitel 22

WARNHINWEIS
Dieser Text enthält sensible Inhalte

Til Death do us part – I

verfasst: 18.04.2020

Nächster Tag

Es war Abend und draussen bereits dunkel. Dakaria hatte ihrer Tierklinik mal wieder einen Besuch abgestattet. Nur um die Rechnungen und Mahnungen, die sie nicht bezahlen konnte, durchzugehen.

Gleich würde sie sich wieder mit Igors Herrchen treffen, zum Hundetraining. Vorausgesetzt, er und sein neuer Hund kreuzten denn auch auf. Er hatte sie gestern ja praktisch aus der Wohnung geschmissen. Hatte er sich überhaupt verabschiedet? Vielleicht war sie ihm mit ihrem Gebettel zu sehr auf die Nerven gegangen? Dakaria leckte sich über ihre Lippen, als sich die Erinnerung an den beinahe-kuss in ihr Bewusstsein schob und verdrängte sie rasch. Heute Abend würde sie den Namen dieser Ortschaft rausbekommen, wo Katerina sich angeblich aufhielt. Und wenn es sein muss, auch unter Manipulation.

Gerade als Daka zur Tür raus wollte, ging die auch schon von selbst auf und er und sein Hund traten ein. Sie lächelte erfreut, doch ihr fiel auf, dass der Sim leicht humpelte.

Aber der Vierbeiner war es zunächst, der ihre ganze Aufmerksamkeit forderte.

Erst nachdem er seine Dosis Streicheleinheiten bekommen hatte, gab er Ruhe und sie konnte sich endlich um sein Herrchen kümmern. Besorgt trat sie neben ihn und legte scheu ihre Fingerspitzen auf seinen Arm. „Sind Sie verletzt?“„Nur verstaucht.“ gab er ihr zu verstehen. Aber sein hübsches, bärtiges Gesicht wirkte verspannt und müde und sein Lächeln erzwungen. „Also, was steht heute an?“„Ich dachte wir könnten ein Anti-Giftköder Training machen,“ schlug Daka vor, „er würde die Köder dann liegen lassen, oder sogar anzeigen.“„Kling gut.“

Der Hundehalter wirkte die ganze Zeit schon weider abwesend, beinahe interesselos und das lange Rumstehen bereitete ihm offenbar Schmerzen, so dass die Tierärztin das Training vorzeitig beendete. „Was soll eigentlich die Geheimniskrämerei?“ Beide sassen anschliessend drinnen im Warteraum auf dem Sofa. Der Hund trieb sich noch im Garten rum und gab sein Bestes, alle Schneeflocken zu fangen.

„Wie bitte?“„Sie wollen mir nicht sagen wo Sie arbeiten, oder wie Sie sich verletzt haben…“ die Brünette machte eine kurze Pause und musterte ihn nachdenklich. „Oder warum Sie seit Tagen schon so bedrückt sind.“

„Ich bin nicht bedrückt.“„Sie lügen.“ widersprach sie, „ich kann das spüren.“ Wieder schaute er sie mit diesem von kindlicher Neugierde und Faszination geprägtem Blick an, bevor er des Rätsels Lösung offenbarte: „Misstritt und schlecht geschlafen.“ Er log immer noch. „Hat es was mit den Anrufen zu tun? Oder mit dieser Simin von gestern? Oder mit… mir?“ hörte sie sich plötzlich ihre Gedanken laut aussprechen, bevor sie es verhindern konnte. „Haben Sie mir nicht vor ein paar Wochen erst vorgeworfen, ich wäre zu neugierig?“„Entschuldigung.“ Daka presste die Lippen zusammen und starrte auf ihre Hände. Nach einer Weile bekannte sie: „Es ist nur, ich… hab gerade an den Abend auf dem Tierfriedhof denken müssen, als…“ – „Als ich Ihnen so auf die Nerven ging?“„Als ich Ihnen mein ganzes Drama aufgebürdet habe… und ich dachte,“ fuhr sie fort, blickte wieder auf und schaute ihn ehrlich und offen an, „dass Sie heute vielleicht einen… Freund gebrauchen könnten.“

Der Abend davor

Er musste sich die Krawatte lockern. Ihm schien sich die Kehle zuzuschnüren. Das hier übersteig seine schlimmsten Befürchtungen! „Du hast vielleicht Nerven hier aufzutauchen!“ sagte er mit scharfer Stimme, nachdem er die Vampirin sprichwörtlich aus seiner Wohnung geworfen und die Tür hinter sich zuggeschlagen hatte. Die Simin lächelte und trat an ihn heran. Ihre grünen Augen unter den langen Wimpern, leuchteten, als sie ihn schmachtend ansah. „Du bist ja nicht ans Telefon gegangen, dann dachte ich mir, dass ich dich besuche.“ Sanft legte sie ihre warme Hand auf seine Schulter, doch er fegte sie gleich wieder runter.

Als sie den Mund öffnete, um etwas zu sagen, kam er ihr zuvor: „Geh.“ – „Was?“ – „Geh!“ – „Ich will mit dir reden.“„Es gibt nichts zu bereden. Geh!“„Aber…“„Geh!“„Nein!“„Gut, dann geh ich!“ Er drehte sich um, riss die Tür auf und pfiff seinen Hund zu sich, der leider nicht gehorchte. Dafür hechtete die Simin an ihm vorbei und stellte sich ihm in den Weg. „Lass mich durch!“„Erst hörst du mir zu!“ Er packte sie am Arm und wollte sie beiseite ziehen. „Aua! Du tust mir weh!“ quietschte sie und wehrte sich. Sie rangelten kurz miteinander, dann gelang es ihr die Tür zuzupressen. „Du klemmst mir die Finger ein!“ schrie er. Sie drehte den Schlüssel um, zog ihn aus dem Schloss, rannte zum Fenster, öffnete es und warf ihn hinaus. „Bist du vollkommen wahnsinnig?!“

Leise fluchend sass er ein paar Minuten später auf der Couch, weil er sich den Knöcheln verletzt hatte. „Was versuchst du auch die Tür aufzutreten, dazu bis du doch gar nicht in der Lage!“ tadelte die Simin, die in Sorge vor ihm stand und nicht recht wusste was sie tun sollte. „Das muss doch gekühlt werden.“ Sie wollte ihm helfen, aber er schob ihre Hände ruppig weg, „lass mich einfach in Ruhe!“ Der Hund kam heran, um zu sehen was mit seinem Herrchen war. „Wem gehört der Hund?“ fragte die Schwarzhaarige und blickte sich kurz in der Wohnung um, „und wo ist eigentlich Igor?“

„Wie lange willst du mich denn noch ignorieren?“ Seit geraumer Zeit tat er schon so, als würde die Simin die neben ihm sass und ihn mit ihren Smaragdgrünen Augen fixierte, gar nicht existieren. Stattdessen stierte er griesgrämig auf die verschlossene Tür und fragte sich, ob er diese Nacht überleben würde, zusammen mit ihr hier eingesperrt. Einen Ersatzschlüssel hatte er nicht, der Vermieter war nicht erreichbar und ein Sprung aus dem Fenster erschien ihm suboptimal. Und der Hund? Der würde ihm heute Nacht wieder den Teppich vollpieseln.

„Ich bin hier um mich zu entschuldigen.“ drang die Stimme des ungebetenen Gastes zu ihm durch, aber er weigerte sich, sie anzusehen. „Ich habe einen Fehler gemacht und es tut mir leid.“ Sie fasste nach seiner Hand, die untätig auf seinem Schoss rumlag, doch er entwand sie ihr. „Sven er… er hat mich hintergangen.“ Endlich sah er sie an. Fragend und abschätzig zugleich.

„Mein Yogalehrer.“

„Ich habe auf Sulani unvergessliche Tage mit ihm verbracht. Ich war blind vor Liebe. Und die Techtelmechtel unter dem Wasserfall waren einfach…“

„Ich will das nicht hören!“ unterbrach Igors Herrchen und riss sie abrupt aus ihren Erinnerungen. „Eines Morgens war Sven einfach weg. Und er hat die ganzen Simoleons mitgenommen und… all meine Sachen.“ schloss sie und schaute Erwartungsvoll in das vertraute Gesicht, dass sie ein paar Sekunden lang ungläubig betrachtete. Dann brach es in Gelächter aus. „Was ist daran so lustig?“„Das ist…“ stiess er zwischen seinem Anfall hervor, „das ist… das ist einfach zu herrlich! Ehrlich ich… ich kann das gar nicht… glauben!“„Na, schön dass dich das erheitert! Kannst du dir vorstellen, wie ich mich fühle?!“

„Du erwartest doch hoffentlich kein Mitleid von mir?!“ ging er sie an, als er sich allmählich wieder erholt hatte, „noch nie was von Karma gehört? Hätte dein Mr. Yoga dir vielleicht vorher beibringen sollen, anstatt dich von morgens bis abends unter dem Wasserfall durch zu *peep*!“ Die Simin sah ihn kurz mit schockierten Augen an, solche Worte war sie von ihm nicht gewohnt. „Ich hab alles verloren! Alles was ich noch habe, trage ich an meinem Körper! Ich kann mir nicht mal ein Hotelzimmer leisten!“„Deine Ohrringe allein sind eine Junior-Suite wert!“„Du weisst ganz genau wie wichtig mir mein Aussehen ist! Ich…“„Ich, ich, ich… Es geht immer nur um dich!“ Seine Stimme war laut geworden, „weisst du eigentlich wie krank ich vor Sorge war?! Ich dachte du wärst entführt worden! Und Igor?! Er sass tagelang winselnd vor der Tür und hat auf sein Frauchen gewartet!“

„Es tut mir leid.“ wiederholte sie leise, nachdem einige Zeit Stille zwischen den beiden geherrscht hatte. Das Bedauern war in ihrer Stimme nicht zu überhören. „Auch das mit Igor und der Wohnung. Was ich getan habe war hinterhältig und charakterlos… Und wenn ich könnte, würde ich sofort die Zeit zurückdrehen.“

„Als ich verlassen am Strand stand, wurde mir klar was ich eigentlich wollte und brauchte…“ säuselte sie, „dich.“ Wieder griff sie nach seiner Hand, „verzeih mir.“ Diesmal reagierte er nicht. Er war einfach zu müde, hatte sich zu sehr aufgeregt und hatte Schmerzen. Gedankenverloren beobachtete er, wie sie mit seinen Fingern spielte. „Ich werde dir nicht verzeihen.“ sagte er schliesslich. Da hörte sie auf zu spielen. In ihren Augen widerspiegelte sich Unglaube, gepaart mit Entsetzen und Wut. „Das kann ich verstehen.“ Um sich unauffällig eine Träne wegzublinzeln, senkte sie ihren Blick. „Aber ich hoffe, dass du mir irgendwann wieder eine Chance gibst, deine Zuneigung wieder zu erlangen.“

„Niemals.“„Hat es was mit der Kleinen zu tun?“ Sie zwang sich wieder aufzusehen, „wer ist sie? Ist sie der Grund weshalb du uns keine Chance mehr geben willst?“„Es gibt kein uns mehr.“ entgegnete er kalt und entzog ihr abermals seine Hand. „Dann… dann lass uns wenigstens Freunde sein,“ presste sie mühsam heraus und versuchte ihren Unmut zu verbergen, „wir sollten miteinander auskommen.“„Bis morgen früh zumindest, dann bist du hier raus und ich will dich nie wiedersehen.“„Das mit dem nie wiedersehen wird schwierig…“ Die Traurigkeit war aus ihrem Gesicht gewichen und ihre verführerisch roten Lippen verzogen sich zu einem schmalen Grinsen. „Ab morgen trage ich auch wieder so einen schicken Kittel.“

Er, der ihr zunächst nicht ganz folgen konnte, sass einfach nur willenlos da, während sie ihm die Krawatte wieder zurechtrückte und erklärte: „Ich arbeite nämlich auch wieder bei FutureSim Labs.“

„Oh…“ war Dakas einzige Reaktion, nachdem er geendet hatte. Sie wusste nicht was sie dazu sagen sollte, also schenkte sie ihm ein mitleidiges Lächeln, „das… tut mir leid für Sie.“„Ihnen muss gar nichts leidtun.“ Er lächelte zurück, scheinbar hatte es ihm gut getan, sich alles von der Seele zu reden. Dann überwand er den Abstand zwischen ihnen.

Behutsam berührte er sie, was sie durchzuckte wie der Blitz, aber sie erwiderte seinen intensiven Blick. „Mich würde interessieren, was Sie sonst noch so spüren, Dakaria?“ Plötzlich war er ihr so nah dass ihr Körper wieder glaubte verrücktspielen zu müssen. „Was ich… sonst noch so… spüre?“ So dunkel, seine Augen, sie waren so dunkel und sie glaubte immer weiter darin zu versinken. „Ja.“„Ich… spüre…“ Sie spürte ihr Herz, wie es begann wild gegen ihren Brustkorb zu hämmern. Sie spürte wie ihr heiss wurde und Röte in ihr Gesicht schoss, so dass sie es schnell senkte.

Dann spürte sie eine warme Hand an ihrem Kinn, die ihren Kopf sachte wieder nach oben drückte. Sie verfing sich wieder in seinen Augen. Seine Hand hatte inzwischen ihre Wange erreicht und seine Finger liessen sich dort nieder, als wären sie schon oft dort gewesen. Er schielte auf ihre Lippen und zwischendurch in ihre Augen, um sich zu vergewissern dass das, was er tat, in Ordnung war. Dakaria liess es zu, denn sie war ganz betäubt und benommen.

Und dann passierte es, er beugte sich weiter vor und küsste sie. Es war ein kurzer Kuss, nichts weiter als eine sanfte Berührung. Aber er genügte, um in ihr ein Gefühl von Lust und Verlangen aufzukochen, dass sie nicht länger zu kontrollieren vermochte. Dakaria hatte sowas noch nie zuvor verspürt. Sie empfand einen überwältigenden Drang, ihn zu berühren und seine Berührung zu spüren.  

Es war das erste Mal seit… damals… dass ein Sim, den sie noch nicht einmal so lange kannte, ihr so nahe war. Ein seltsamer Gedanke. Aber sie hatte keine Angst. Sie fühlte sich nicht unwohl. Das Gegenteil war der Fall. Doch er hatte sich von ihr gelöst, viel zu schnell und viel zu früh. Verwirrt sah sie ihn an. Sie wollte mehr. Sie wolle ihn. Also packte sie ihn mit beiden Händen am Kragen und zog ihn stürmisch an sich.

Etwas ungeschickt drückte sie ihren Mund zunächst auf den seinen, weil sie darin nicht geübt war, doch mit seiner Hilfe wurden die Küsse schnell leidenschaftlicher. Er gab ein leises Stöhnen von sich, ob es Protest oder Hingabe signalisierte, sie wusste es nicht. Und es war ihr ehrlich gesagt auch egal, denn, ihre Erregung überwältigte sie vollkommen. Energisch zerrte sie ihm den Mantel von den Schultern, riss ihm den Schal vom Hals. Ihre Finger tasteten nach den Knöpfen seines Hemdes, aber sie hatte keine Geduld, also zerriss sie es einfach. „W… warten Sie…“ murmelte er zwischen den hitzigen Küssen, während sie sich nebenbei auch ihre lästige Jacke abstreifte. „Wollen Sie das wirklich? Hier?“ Heftig atmend, stülpte sie sich den Pullover über den Kopf und warf ihn zu den restlichen Fetzen auf den Boden.

Das musste Antwort genug sein.

Daka stiess ihn vor die Brust, so dass er rücklings auf die weichen Kissen kippte und setzte sich rittlings über ihn. Wie eine Besessene fing sie an, seinen Mund zu küssen, seinen Nacken, seinen Hals. „Ah!“ sie hatte ihn auch in die Lippe gebissen. Ihre flache Hand fuhr lustgetrieben über seine Brust und über seinen Bauch. Ihre Fingernägel hinterliessen leichte Kratzspuren auf seiner Haut. Zuerst hielt er sich noch zurück, aber wirklich lange konnte er ihr auch nicht mehr wiederstehen. Seine Hände wanderten an ihrem Körper entlang nach unten und in einer fliessenden Bewegung setzte er sich auf, hob sie auf seinen Schoss…

… und legte sie auf den Rücken aufs Couchende. Als sie unter ihm lag, schlang sie ihre Arme um seinen Hals und vergrub ihre Finger in seinen Haaren. Ihre Oberkörper verschmeltzten nahezu ineinander, Dakaria gab sich ihm vollends hin, genoss jede seiner sanften Berührungen und jeden seiner zarten Küsse. Sie stöhnte unwillkürlich, so erleichtert war sie.

Doch auf einmal erschien er ihr doppelt so schwer. Seine Haut war plötzlich faltig, er roch anders, bewegte sich anders, seine Küsse waren hart, gierig und feucht und seine gorssen, rauen und unersättlichen Hände, schienen auf einmal überall zu sein…

Bilder durchfuhren ihr Hirn, schwarz weiss, wie in einem alten Film und doch wirkte alles so real, so intensiv, dass sie einen Moment glaubte, wieder dort zu sein. Der würzige Duft von Heu und Wiesenkräutern drang ihr in die Nase, sowie sie den kleinen Schuppen betreten hatte. Es war dunkel und kühl im Stall. Und es war, als ob das genüssliche Kauen der Kaninchen in dem Augenblick verstummte, als Henry die Fensterläden zugemacht hatte.

Dann hatte der Gärtner begonnen sich auszuziehen, bis er nur noch in Unterwäsche vor ihr stand. Er verlangte von ihr dasselbe. „Warum?“„Das gehört zu unserem Spiel.“

Er half der kleinen Dakaria dabei, ihr Kleidchen auszuziehen. Das Kleidchen, dass sie anschliessend nie wieder getragen hatte. Und dann begann das Spiel. Es war ein komisches Spiel. Kein Schönes. Und manchmal, da tat es weh…

Sie wollte viel lieber die Kaninchen sehen, deswegen waren sie doch hier? Wieso nur, durfte sie nicht die Kaninchen sehen?

Dakaria stiess ein lautes, zorniges „Nein!“ aus. Der Würgereiz trieb ihr die Tränen in die Augen. Der Sim über ihr hatte sofort von ihr abgelassen, sagte irgendetwas, wirkte besorgt, doch sie hörte ihn nicht, verstand seine Worte nicht. Sie sah nur das Gesicht von Henry vor sich, der von seiner kleinen Prinzessin, einfach nicht genug bekommen konnte. Dakaria presste die Augen zusammen, „nein!“ rief sie wieder, sie wollte ihn nicht sehen! Wie hatte er ihr nur so etwas antun können? Er war ihr Freund gewesen. Sogar mehr als das, er war wie ein Vater für sie gewesen, sie hatte ihm ihr Leben anvertraut. Aber er hatte sie verletzt. Und damit meinte sie nicht nur die Verletzungen auf ihrem kleinen, zerbrechlichen Körper, sondern die Verletzungen in ihrer Seele. Er hatte ihre Seele missbraucht!

Wut und Ekel keimten in ihr auf. Sie würde nicht zulassen, dass er ihr, oder jemandem anderen, je wieder so etwas antat! Nie wieder! Igors Herrchen erstarrte. Grün-gelbe Schlangenaugen funkelten ihn plötzlich voller animalischen Hasses an und ein drohendes Fauchen entblösste zwei gewaltige Fänge. Dakaria versetzte ihm einen harten Stoss gegen die Brust, der ihn in hohem Bogen vom Sofa katapultierte. Noch eher er am Boden lag hatte sie ihn brutal bei der Kehle gepackt und mit nur einem Arm in die Luft gehoben. „Da… karia.“ keuchte er und versuchte erfolglos ihren starken Griff um seinen Hals zu lockern. Ihm ging die Luft aus. Sie zog ihn zu sich heran, bis ihre Augen auf gleicher Höhe waren und er wieder festen Boden unter den Füssen hatte. Sie knurrte irgendwas, aber er verstand sie nicht, er hörte nur ein Rauschen in seinen Ohren und sah wie durch einen Nebel. Endlich löste sie ihren eisernen Griff. Er rang kurz nach Luft, blinzelte und sah, wie sie ihr Maul aufriss.

„Nein Dakaria!“ Es klang wie ein Schrei.

Aber es nutzte nichts. Es gab kein Entkommen. Selbst wenn er es gewollt hätte, er hätte sich nicht wehren können. Die Vampirin war ihm überlegen. Und sie war völlig aussersich, wie in Rage. Sie hörte ihn nicht und sah ihn nicht.

Sie sah nur Henry den Gärtner und wollte ihn vernichten. Ihre kräftigen Zähne schnappten nach seinem Hals. Es geschah so schnell, doch er sah sie aufblitzen. Schneeweiss, gnadenlos und tödlich. Sein letzter Laut erstickte, als Dakaria sie ihm in die Kehle stiess.

Sie raubte ihm das Plasma und alles Licht, bis es dunkel war.

weiterlesen… Til Death do us part – II

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: