Kapitel 9

Under my Umbrella

verfasst: 23.05.2019

Alles verändert sich mit dem, der neben einem ist oder
neben einem fehlt.
~ Sylke-Maria Pohl ~

Nächster Morgen

Sie hätte gerne etwas Aufmunterndes gesagt aber in solchen Dingen war sie nicht besonders gut. Also stand sie ein wenig abseits und ein wenig verloren da, in der einen Hand eine Giesskanne, in der anderen ihren Schirm. Dakaria war froh, musste sie sich nicht die üblichen Fragen und Bemerkungen wie „warum haben Sie denn einen Schirm?“ oder „es regnet doch gar nicht!“ anhören musste. Aber in diesem Augenblick gab es wichtigeres um dass Sim sich Gedanken machte. Das Herrchen legte gerade das blaue Hundehalsband mit Igors Marke auf sein Grab.

Ein idyllischer Ort, der kleine Tierfriedhof in Newcrest. Im Frühling blühen überall Blumen in den schönsten Regenbogenfarben und geben ihre betörenden Düfte frei. Ein Ort der zum verweilen einlädt. Zum innehalten. Und zum trauern. Dakas Finger umfassten den Griff der eisernen Giesskanne fester. Die Gräber waren liebevoll gepflegt, einige wirkten jedoch verwuchert und so, als ob schon länger niemand mehr da war um sie zu unterhalten. Die meisten Haustiere waren wohl eines natürlichen Todes gestorben. Manche von ihnen vielleicht auch an einer Krankheit. Für Igor aber, galt weder noch. Er wurde vergiftetet. Vermutlich mit Giftködern. Ihr Magen knotete sich zusammen und Wut sammelte sich tief in ihr. Passend dazu, verblasste die zarte Morgensonne allmählich und dunkle Wolken zogen am Himmel auf.

Dakaria musste an die Kiste voller Hundefäkalien denken, die ihr jemand ein paar Tage zuvor vor die Tür gestellt hatte. Ihre Finger schlossen sich jetzt noch fester um den Griff der Kanne, er fing schon an zu knacksen. „Wir müssen es der Polizei melden!“ platzte es aus ihr heraus, „wo ist das passiert?“ Igors Herrchen wandte träge den Kopf in ihre Richtung. Er wirkte entsetzlich erschöpft und seine Züge waren grau vor Traurigkeit. „In Brindleton Bay, in der Nähe das Welpenparks.“ Da lösten sich die ersten grossen Regentropfen vom nun ergrauten Himmel herab. Daka näherte sich dem Grab und hob den Schirm, damit auch der Sim sich unterstellen konnte.

„Vielen Dank, das ist sehr nett.“ sagte er, „ich versteh einfach nicht, wie jemand so etwas tun kann.“„Hundehasser gibt es leider überall.“ antwortete Dakaria voller Abscheu, „ich werde anschliessend zum Park reisen. Vielleicht finde ich was. Wer auch immer das getan hat, muss bestraft werden!“ Sie merkte zunächst nicht einmal, dass der Griff der Eisenkanne in ihrer Hand zerbrach, da sie so fest zudrückte. Erst als das rostige Metall ihr tief ins Fleisch schnitt und das Herrchen „oh Gott, Sie bluten ja!“ rief, fiel es ihr auf. Erschrocken liess die Vampirin die Kanne fallen und betrachtete ihre verletzte Handfläche, aus der das Blut nur so strömte.

Der Sim übernahm ihren Blümchen Schirm, wollte schon die Ambulanz rufen, doch sie widersprach: „Nicht nötig!“ und wandte sich ein wenig von ihm ab, um mit dem Ärmel ihres Mantels das Blut zu stoppen, „es ist halb so wild…“„Halb so wild?!“ wiederholte er beinahe panisch, „was reden Sie da! Das muss genäht werden!“ Der Brillenträger verstummte augenblicklich als er sie sachte bei der Schulter gepackt hatte und zu sich umdrehte. Die Wunde hatte nicht nur aufgehört zu bluten, sondern war… weg… verschwunden… einfach so! Verwirrt stammelte er etwas unverständliches und strich mit seinen Fingern vorsichtig über die verheilte Handfläche der vermeintlichen Simin. Es kitzelte und Daka zuckte zusammen, bevor sie ihre Hand wegzog: „Ich hab doch gesagt es ist halb so wild!“

„Heh, Sul Sul!“ wurden die beiden plötzlich von einer tiefen Stimme unterbrochen. Es war der übergewichtige Friedhofsangestellte, der vorhin Igor begraben hatte. Nun gut, eigentlich hatte das Herrchen die ganze Arbeit gemacht, denn der arme Kerl war recht schnell völlig ausser Puste gewesen. „Ich hab grad mit meinem Boss telefoniert. Tut mir leid, aber das klappt doch nicht!“ keuchte er und liess sich kurz auf der Marmorbank nieder. „Was, was klappt nicht?“ Das Herrchen übergab Daka den Schirm wieder und lief auf den Sim zu. „Na auf Raten zahlen. Mein Chef sagt, entweder Sie zahlen gleich cash oder ich muss den Hund da wieder raus holen!“ Der Dicke erhob sich mit einem lauten Stöhnen, als der Schlanke vor ihm stand.

„Was?!“ Igors Besitzer erstarrte, bevor er seine Stimme wiederfand: „Aber wieso haben Sie mir das denn nicht gleich gesagt?!“„Verzeihen Sie gnädiger Herr, aber ich kann ja nicht riechen dass mein Boss damit nicht einverstanden ist, bin ja kein Hund.“ Ein unverschämtes Zwinkern, dann hielt er dem Brillenträger die offene Handfläche hin: „Nun geben Sie schon die Simoleons.“

Doch das Herrchen konnte nur den Kopf schütteln, „ich hab aber die Simoleons jetzt nicht!“ sprach er leise, als ob er nicht wollte, dass Daka es hören konnte, was sie natürlich trotzdem tat.

„Tja dann, muss ich den Hund wieder raus buddeln.“„A-aber das können Sie doch nicht machen?!“ Der Dicke zuckte ungerührt mit den Schultern, drehte sich um und stampfte schwerfällig zur Schaufel. Auf dem Weg zum Grab besass er noch die Frechheit folgendes über die Schulter zu rufen: „Helfen Sie mir bitte? Ich habs im Rücken.“ „Stopp!“ schaltete sich nun Dakaria ein und trat vor den breiten Sim. „Versuchen Sie gar nicht erst mich umzustimmen, Miss!“ brummte der und wischte sich mit dem Handrücken den Schweiss von der Stirn. „Ich will Sie gar nicht umstimmen, ich will Sie bezahlen!“ 

„Wieso haben Sie das getan?“ fragte Igors Besitzer, nachdem der Friedhofsangestellte seine Simoleons, übrigens auch für den Sachschaden, erhalten hatte und seines Weges ging. Dakaria hob erneut ihren Schirm, damit er wieder drunter schlüpfen konnte. Der Regen prasselte nun ohne Unterlass auf die beiden herab. Sie wusste nicht warum sie das getan hatte. Aus Mitleid? Aus Höflichkeit? Oder einfach nur, weil der arme Hund in Frieden ruhen soll?

„Ich danke Ihnen.“ sagte der Sim aufrichtig und gerührt zugleich. „Darf ich Ihnen etwas anvertrauen?“ Er musterte sie plötzlich auf eine seltsame Art und Weise, die ihr ein wenig Unbehagen bereitete. Stumm nickte sie ihm zu und dann folgte eine Story, die wahrlich Hollywoodreif ist:

„Meine Ex und ich haben vor ein paar Monaten im Lotto gewonnen. Wir haben unsere Jobs gekündigt und wollten um die Welten reisen. Eines Tages hat sie mich mit Igor Gassi geschickt, als wir wieder Zuhause waren, war sie weg, das Haushaltskonto leer und ebenso die Wohnung. Ich dachte erst, wir wären ausgeraubt- und sie verschleppt worden. Sie hat mir sogar einen Brief hinterlassen, indem sie mich bat, nicht die Polizei einzuschalten, weil ihr Entführer sie sonst umbringen würde.“ er holte kurz Luft und beendete dann mit: „Später erfuhr ich, dass sie einfach nur mit ihrem Yogalehrer durchgebrannt ist. Mit dem ganzen Mobiliar und den Simoleons.“ Einen Momentlang konnte Daka ihn nur fassunglos anstarren.

„Das… ist ja furchtbar…“ brachte sie dann schleppend über ihre Lippen, „aber… warum erzählen Sie mir das?“„Ich möchte nicht, dass sie ein falsches Bild von mir haben. Selbstverständlich bin ich immer noch gewillt, Ihnen alles zurück zu zahlen. Vorausgesetzt, ich bekomme heute meine alte Stelle wieder…“ Sein Blick wurde unsicher und seine lächelnde Miene verwandelte sich in ein besorgtes Grinsen, dass auf dem zweiten Blick aber nur gespielt wirkte. „Ich hab ein paar… taktlose Ausdrücke im Kündigungsschreiben verwendet, wissen Sie.“ schloss er mit einem Zwinkern. Die junge Vampirin wusste wirklich nicht was sie darauf antworten sollte, also schwieg sie und spielte am Stiel ihres Schirms herum. „Geben Sie her, ich werde ihn mal halten.“ brach er die Stille und Daka verstand erst gar nicht was er meinte.

Ohne weiteres nahm er ihr den Schirm ab und hielt ihn über sie beide. Abermals zuckte die Brünette zusammen, als sie so unvermittelt seine Berührung spürte. Ganz vorsichtig nämlich, hatte er nach ihrem schlanken Handgelenk gegriffen. Er nahm ihre Hand und drehte sie langsam um, um die Handfläche anzusehen, wo vor wenigen Minuten noch eine Schnittwunde sichtbar war und als sein Blick wieder ihre Augen traf, verspürtes sie einen erneuten Anflug von Unbehangen. Unbehangen und Unruhe.

Ein paar Minuten später stellte Dakaria die kaputte Giesskanne neben den Brunnen, wo noch weitere standen. Sie schaute in das Becken und erkannte kein Spiegelbild darin, was aber nicht am Regen lag, der die Oberfläche aufwühlte. Als sie wieder aufblickte, erschreckte sie so dermassen, dass sie beinahe rückwärtsstolperte.

Auf der anderen Seite der Mauer, stand doch tatsächlich der dunkle Vampir mit den Rastazöpfen! „Du!“ brach es mit klopfendem Herzen aus ihr heraus, sie liess ihren Schirm fallen, „was willst du hier?!“

Für den Bruchteil einer Sekunde verdächtige sie sogar ihn, Igor vergiftet zu haben! Doch schüttelte sie den Gedanken fort, warum sollte er sowas tun? Natürlich verschwand der Vampir just in diesem Moment!

Doch da spürte sie auch schon eine Hand auf ihrer Schulter und ihr lief es eiskalt den Rücken runter als sie langsam ihren Kopf drehte und direkt in die pitschnasse, grinsende Fratze des Vampirs schaute! Wut und Angst überkamen Dakaria, so jäh, dass sie jegliche Kontrolle über ihr Handeln verlor. Der Angriff kam selbst für den Vampir völlig überraschend und sein kläglicher Widerstand, als er von ihr hart gegen die Kirchenwand geschleudert wurde, war umsonst.

Sie packte ihn bei der Kehle und drückte ihn gegen die kalte Mauer bis er wie ein Hund hechelte. „Was willst du von mir?!“ schrie sie ihm ins Gesicht mit der Intention, ihm die Luft abzuschnüren. „Ni-nichts… ich… bitte…“ ächze er verzweifelt.

Jemand packte sie plötzlich an beiden Schultern und versuchte sie weg zu zerren. „Was in aller Simswelt tun Sie denn da?!“ Ruckartig wandte Dakaria ihren Kopf, „er ist gefährlich! Verschwinden Sie wenn Ihnen Ihr Leben lieb ist!“ zischte sie dem Störenfried zu. „Was?!“ Unverständnis und Skepsis schlugen ihr entgegen. „Um Gottes Willen! Lassen Sie den armen Sim los, er kriegt ja keine Luft mehr!“„NEIN!“ stiess die Vampirin hervor und übte noch mehr Druck auf ihren Kontrahenten aus, „er ist kein Sim! Er ist eine Bestie! Ein Mörder!“ Doch ihre Worte schienen das Herrchen nicht im Geringsten zu beeindrucken, denn er versuchte weiterhin sie eifrig von ihrem Tun abzubringen. Das konnte sie nicht zulassen!

Also stiess sie ihn beiseite, unabsichtlich so grob, dass er ein paar Meter zurückflog und nicht gerade sanft auf einem Grab landete, kopfüber in den Blumen. Erst als sie die Vergewisserung hatte, dass er nicht ernsthaft verletzt war, drehte sie sich wieder ihem Gefangenen zu. Und da erkannte sie schliesslich mit Entsetzen, dass sie nicht den mysteriösen Vampir vor sich an die Wand quetschte, sondern den pummeligen Friedhofsangestellten, der schon ganz blau im Gesicht war…

„Sicher dass mit Ihnen alles in Ordnung ist?“ Nein! Mit ihr war ganz und gar nicht alles in Ordnung! Denn ihre Gedanken wurden immer wirrer, scheinbar hatte sie jetzt auch schon Wahnvorstellungen wegen diesem verfluchten Vampir! Sie durfte ihren Verstand nicht verlieren! Das Herrchen hielt den Schirm schützend über die vermeintliche Simin und beäugte sie kritisch, während die Vampirin sich enerigisch ihre nassen Haare aus dem Gesicht strich und ihm einen flüchtigen Blick zuwarf, dabei feststellte, dass er noch das halbe Blumenbeet im Gesicht hatte. Beinahe hätte sie gelacht, das sah einfach zu blöd aus! Aber stattdessen schob sie genervt seinen Arm, bzw. den Schirm weg. „Was soll das bringen, ich bin doch schon pudelnass!“ gab sie ihm kühl zu verstehen, „übrigens, Sie haben da was im Gesicht!“ Dakaria machte auf dem Absatz kehrt und lief mit strammen Schritten zum Friedhofsausgang.

Auch der Friedhofsangestellte hatte sich inzwischen kreidebleich, aber ansonsten unversehrt aus dem Staub gemacht. „Was war da eigentlich los?“ informierte sich der Sim, während er sich bemühte neben ihr herzugehen und dabei umständlich mit der einen Hand den Schirm balancierte und mit der anderen versuchte Gesicht und die Brille an seinem Pulli ab zu putzen. „Nichts.“„Nach nichts sah das aber nicht aus, immerhin haben Sie ihn als Mörder bezeichnet und…“

„Das geht Sie überhaupt nichts an!“ fauchte Dakaria, die wie eine Zinnsoldatin stehen geblieben war und ihn bitterböse anfunkelte. „Okay, okay!“ beschwichtigend hob er die Hand mit der verdreckten Brille, „Sie haben Recht, das geht mich nichts an. Ich hab mir nur Sorgen gemacht.“„Danke aber nicht nötig!“ blaffte sie, „wenn Sie mich jetzt bitte entschuldigen, im Gegensatz zu Ihnen habe ich nämlich eine Arbeit!“

Am späteren Abend

„Seriously?! Ist das dein f*cking Ernst?!“ wetterte die kurzhaarige Simin los, als die beiden BFs den schmalen Fussweg zu Dakas Häuschen entlangliefen und scheuchte damit einen Uhu auf, der bis gerade eben fröhlich sein Nachtlied geuhut hatte. Jamila hatte die Brünette vor der Praxis mit einem Coffee to go abgefangen. Und so schnell hatte sie sich auch nicht abwimmeln lassen. Denn das Auftauchen des heissen Vampirs liess auch sie nicht kalt.

Aber eigentlich hatte Dakaria für ihre, wenn auch durchaus berechtigten Fragen und wilden Spekulationen, jetzt keinen Nerv. Etwas anderes jedoch, schien die Simin noch viel mehr zu beschäftigen: „Erst behandelst du seine Töle kostenlos und jetzt kommst du auch noch für das Beerdigungs- Dingsbums auf?! Was zur Hölle stimmt mit dir nicht?!“„Sag mal was gehst du mich denn jetzt so an?!“ wehrte sich Dakaria, als die beiden vor ihrer Haustüre standen, „Igor ist ganz tragisch ums Leben gekommen!“„Wer?“ „Na sein Hund! Ein bisschen mehr Feingefühl wäre angebracht!“„R.I.P.“„Jamila! Du bist echt unmöglich!“

„Nee Süsse, DU bist unmöglich! Ey, dann bist du auch noch so blöd und kaufst ihm die Story mit seiner Alten und dem Yogalehrer ab, ja nee is klar!“ sie lachte kurz hysterisch, „und wenn er sagt sein Bett is kaputt!? Lässt du ihn dann bei dir pennen oder what?!“ Verständnislos schüttelte die Simin den Kopf, während die Vampirin Wortlos die Tür aufschloss. Goldengirl hatte schon den Mund aufgemacht um weiter lautstark ihren Senf dazu abzugeben, als Daka ihr diesen blitzschnell mit der Hand zuhielt und sie mit einem „Pssst!“ warnte.

Angespannt spähte die Vampirin in die nächtliche Dunkelheit. Sie hatte nämlich etwas gehört. ‚ER!‘ schoss es ihr sofort durch den Kopf! Nein, nicht schon wieder! Ihr Puls schnellte in die Höhe, alarmiert sah sie ihre Freundin an und befahl: „Geh ins Haus und schliess ab. Ganz egal was ist, komm nicht raus!“ Die Schwarze, deren Mund immer noch gewaltsam zugehalten wurde, weitete die Augen und nickte heftig, als die Brünette ein dringliches „verstanden?!“ anhängte.

Kaum war die Tür ins Schloss gefallen, sauste Daka vampirisch die paar Treppenstufen runter in den Garten. „Ich weiss dass du da bist!“ rief sie in die dunkle Nacht, „jetzt komm endlich raus!“ 

Und tatsächlich, wie aus den Nichts erschien er plötzlich ein paar Meter vor ihr. Er war in seiner dunklen Form. Seine tiefschwarzen Augen ruhten auf ihr, eindringlich und… gefährlich.

Ja, das war es, was er ausstrahlte, eine Aura der Gefahr. Allein durch sein düsteres Aussehen strahlte er dies aus, doch sie konnte es auch spüren. Einen Momentlang blinzelte Dakaria ihn nur unsicher an. Ein Schauer nach dem anderen überfiel sie. Doch sie schaffte es, ihre Angst beiseite zu schieben. Unter lautem fauchen zeigte sie ebenfalls ihre furchteinflössende Vampirform und griff ihn an.

Der Vampir verteidigte sich nicht, als sie ihn wie eine Furie ansprang und grob zu Boden warf. Mit gespreizten Beinen sass sie über ihm, drückte mit der einen Hand seinen Muskulösen Brustkorb zusammen und mit der anderen umfasste sie seinen Hals. „Wieso verfolgst du mich?!“ schrie sie mit fast überschlagender Stimme. Immer noch gab er keine Antwort, wehrte sich nicht einmal. Er lag einfach da im feuchten Gras und grinste sie amüsiert an, was ihre Wut nur noch mehr zum kochen brachte. Wie eine Katze stiess sie ihm ihre Krallen in die Kehle, drückte so fest zu dass schon Blut spritzte. „REDE VERDAMMT NOCHMAL!“„Er kann nicht reden!“ drang plötzlich eine weibliche Stimme zu ihr durch.

Erschrocken wandte Dakaria den Kopf in Richtung ihres Hauses. Dort sah sie Jamila, die wie ein erbärmliches Beutetier von einer anmutig und beinahe gespenstisch hellen Gestalt mit rot leuchtenden Augen, am Nacken in die Luft gehoben wurde und vergeblich mit einer Bratpfanne und mit üblen Schimpfwörtern um sich schlug. „Ihm wurde nämlich die Zunge rausgerissen. Und jetzt geh runter von ihm, wenn du nicht willst dass ich deinem singenden Kanarienvogel hier dasselbe antue.“ verlangte die Fremde in ruhigem aber bestimmendem Tonfall.

Dakaria liess augenblicklich von ihm ab und fuhr hoch, doch ehe sie ihrer BF zu Hilfe kommen konnte, hatte sie der Dunkelhäutige Vampir schon fest am Arm gepackt. „Ey yo! B*tch!“ rief Jamila underdessen und versuchte der Silberhaarigen Vampirin mit der Pfanne eins überzubraten , „yeah Schlampe, ich rede mit dir! Lass mich sofort runter oder ich schwör dir, ich hau dir damit in deine Botox-Fresse und schlag dir deine schiefen Wildsauhauer raus!“

„Du hältst wohl nie deinen vorlauten Schnabel, was?“ die Rotäugige verzog ihre schmalen Lippen zu einem verschmitzten Lächeln und sah Jamila schief an, „wieso legst du dich nicht einfach ein wenig schlafen und hörst auf mir mit deinem Gekrächze auf den Wecker zu gehen, hm?“

„NEIN!“ schrie Dakaria auf, „tun Sie ihr bitte nichts!“ mit aller Macht versuchte sie sich aus den Fängen des Vampirs zu lösen, doch es war zwecklos. Jamila ging daraufhin vor der Treppe zu Boden, ohne dass die junge Vampirin genau mitbekommen hatte was geschehen war.

Irgendwie war es ihr aber gelungen, sich aus dem Griff des Dunkelhäutigen zu lösen. Fauchend ging sie in Angriffshaltung. „Tu jetzt nichts Überstürztes!“ drohte die Silberhaarige noch mit blitzenden Augen, doch Dakaria hielt nichts mehr, sie jagte mit aufgerissener Kinnlade auf ihre Gegnerin zu, aber diese war flink wie eine Gazelle ausgewichen, so dass die Brünette in ungebremster Höchstgeschwindigkeit in die geschlossene Tür knallte, die natürlich unter lautem Krachen zerbrach.

Mit Holzsplittern, die ihr fies ins Fleisch piekten übersät, fand Dakaria sich hustend auf dem Boden ihres kleinen Häuschens wieder. Feiner Holzstaub erschwerte das Atmen. Stöhnend und mit hämmerndem Kopf rappelte sie sich auf und nährte sich vorsichtig dem jetzt Türlosen Türbogen. „Hör zu Kleine, wir wollen dir nichts tun. Wir wollen dir nur etwas übergeben.“ hörte sie die fremde Vampirin vom Garten rufen. „Was habt ihr mit meiner Freundin gemacht?!“ brüllte Dakaria zurück. Wie gebannt starrte sie auf den reglosen Simkörper draussen auf dem schmalen Gehweg. „Keine Sorge, sie hält nur einen kleinen Schönheitsschlaf.“ In der Tat, bei genauerem Hinhören konnte die junge Vampirin ein Schnarchen wahrnehmen.

Der Brünetten fiel eine ganze Felswand vom Herzen, sie versuchte kurz zu verschnaufen, sich zu beruhigen, denn ihr ganzer Körper zitterte unkontrolliert.

Doch Langezeit blieb ihr dazu nicht, denn da erschien die fremde Vampirin auch schon vor ihr und direkt dahinter, der Zungenlose mit den Rastas. Dakaira wich sofort zurück. „Verschwindet! Verschwindet oder ich töte euch!“„Natürlich…“ vergnügt schmunzelnd trat die Silberhaarige wie selbstverständlich ein und stellte entzückt fest: „Wie erwachsen du geworden bist, Dakaria. Deine Mutter wäre sicher stolz auf dich.“

Woher kannte sie ihren Namen? Und was meinte sie mit wäre? Moment… „Was… was ist mit meinen Eltern?“ fragte Dakaria mit angehaltenem Atem, „was.. was habt ihr ihnen angetan?!“

Ihr Gegenüber erwiderte lediglich mit einem arglistigen Lachen.

Genau wie ihr dunkelhäutiger Compagnon, strahlte auch sie eine mächtige Gefahr aus. Dakaria wusste längst, dass sie nicht stark genug ist sich gegen die beiden zur Wehr zu setzten, aber kampflos aufgeben würde sie auf keinen Fall! Sie setzte erneut zum Angriff an.

Doch noch bevor sie sich auf die ältere Vampirin stürzten konnte, spürte sie wie etwas gewaltsam und schnell in ihren Oberkörper drang und unaufhaltsam in ihren Brustkorb wanderte. Der Schmerz den sie dabei erlebte war unbeschreiblich. Daka kämpfte gegen eine drohende Ohnmacht als ihr Atem in ein erstickendes Röcheln überging. Ihre Beine gaben unter ihr nach, mit letzter Kraft krallte sie sich an den schmächtigen Oberkörper ihrer Peinigerin. Über deren Schulter hinweg, konnte sie direkt in das Gesicht des Dunkelhäutigen Vampirs sehen. Diesmal kein Grinsen, sondern ein mitleidigender Blick. Dann verschwamm ihre Sicht allmählich. Die junge Vampirin würgte und hustete Blut, als die Silberhaarige ihre Faust umschloss und so Dakarias Herz zum Stillstand brachte.

weiterlesen… Mother – part 1

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