12. Kapitel

A bunch of Garlic and a wooden Stake

verfasst: 20.03.2018

Every night I dream you’re still here.
The ghost by my side, so perfectly clear.
When I awake, you disappear.
Back to the shadows with all I hold, dear. With all I hold, dear.
I dream you’re still here.

Digital Daggers ~ Still here

Die Wochen kamen und gingen. Es gab Tage an denen sehnte sie sich nach ihm, mit jeder Faser ihres Herzens. Und es gab Nächte in denen sie vergeblich auf den Schlaf wartete. So stand sie oft im Schein des Mondlichts auf der Brücke und schaute ins Wasser. Stundenlang. Und wenn sie schlief, dann träumte sie von ihm. Manchmal brauchte sie nach dem aufwachen Zeit um sich zu orientieren. Das fremde Zimmer irritierte sie. Die Träume irritierten sie.

Am Anfang sah sie ihn an allen Ecken und Enden. Ständig bildete sie sich ein, ihn etwas sagen zu hören, doch immer wenn sie sich umdrehte, war er nicht da. Sie vermisste ihn. Und selbst das schlechte Gewissen, dass sich immer wieder bei ihr meldete, konnte nichts daran ändern. Noch nie zuvor hatte Kate solche Gefühle durchlebt. Manchmal schmerzte und brannte es so fest, dass sie am liebsten laut losgeschrien hätte, so sehr tat es weh. Eines Tages als Kate glaubte ihr Herz würde zerspringen, nahm sie all ihre Entschlossenheit zusammen und zwang sich weiterzumachen. Sie musste ihn vergessen.  Sie wollte sich wieder auf ihr altes Leben konzentrieren und vor allem auf Lucas.

Seltsam… Sie hatte sich noch nicht dazu durchgerungen es zu trinken, das Heilmittel… Wochenlang trug sie es in ihrem Inventar herum, betrachtete es nachdenklich, führte es zum Mund um es dann in aller letzten Sekunde wieder sinken zu lassen. Lucas wusste von dem Heilmittel, aber nicht dass es in ihrem Besitz war. Er würde es sowieso nicht verstehen, warum sie es nicht schon längst zu sich genommen hat. Sie verstand es ja selber auch nicht. Es fühlte sich einfach nicht richtig an. Kate war noch nicht bereit dazu.

Bis jetzt hatte sie sich als Vampirin ganz gut durchgeschlagen. Plasma besorgte sie sich durch Frösche, die in einem alten Brunnen in der Wüste Schutz vor der Hitze und der Trockenheit suchten. Das Fischen am Fluss mied sie, denn das würde sie viel zu sehr an ihn erinnern. Mittlerweile hatte sie auch die Sonnen-Immunität, da sie in den unzähligen schlaflosen Nächten oft im Garten dunkel meditiert hatte. Es tat gut die warme Sonne wieder auf der Haut zu spüren. Aber wenn sie ehrlich war, mochte sie die Nacht lieber als den Tag. Sie war eben ein Kind der Nacht.

Eines Tages überraschte ihr Verlobter sie mit einem spontanen Urlaub. Aber Kate war nicht danach. Dazu fehlte ihr die Energie und trotzdem schaffte er es sie zu überreden. So kam es dass die beiden gemeinsam mit Dave, einem Kumpel von Lucas und dessen Freundin auf eine Insel namens Selvadorada flogen.

Aber kaum war Kate aus dem Helikopter gestiegenen, liess ein kräftiger Windstoss ihren Körper erzittern. Unwohlsein bereitete sich in ihr aus und sogar das Atmen fiel ihr kurzzeitig schwer. Das musste vom ungewohnten Klima kommen, anders konnte Kate sich das nicht erklären.

Die 4 köpfige Gruppe kam nach einem kurzen Marsch durch den Dschungel in der Unterkunft an. Um wieder zu Kräften zu kommen, gönnte sich Kate ein Plasmapack. Von ihrem Fenster aus hatte sie einen fantastischen Ausblick. Vielleicht war es doch keine so schlechte Idee von Lucas gewesen, ein paar Urlaubstage im wunderschönen Selvadorada zu verbringen.

Kate zuckte schier zusammen, als sie plötzlich von hinten angesprochen wurde: „Du musst mir helfen, ich krieg den Reissverschluss nicht zu.“

Es war Miranda die einfach so ins Zimmer geplatzt war. Die Freundin von Lucas‘ Kumpel Dave. Der Rotschopf hatte etwas Überhebliches an sich, dass Kate nicht leiden konnte. Verwundert fiel Mirandas Blick auf das merkwürdige Pack dass die Brünette in den Händen hielt. „Heh, was trinkst du denn da?“ fragte sie geradeaus und ging auf die Vampirin zu. „Nichts!“ Kate liess den Beutel sofort in ihrem Inventar verschwinden. „Okaaaay?“ kam es von der anderen mit zusammengekniffenen Augenbrauen.

Dann drehte sie Kate den Rücken zu und fing an im Spiegel ihr Aussehen zu überprüfen. „Ähm…Reissverschluss?“ erinnerte sie, als die schöne Brünette nicht spurte. Kate trat süss lächelnd hinter sie, es fiel ihr schwer dieser Simin gegenüber freundlich zu bleiben. „So, bitte sehr.“ meinte sie nach einiger Fummelei und erkannte im Spiegel, dass sich Mirandas Gesichtsausdruck plötzlich verändert hatte.

Später ging die Gruppe auf den Markplatz von Selvadorada. Kate war nicht entgangen dass Miranda jede ihrer Bewegungen mit Adleraugen beobachtete. Vorhin war sie kreideweiss aus dem Zimmer geeilt und hatte sich nichtmal für die Hilfe bedankt. Während Kate sich noch über das Verhalten der Rothaarigen wunderte, überkam sie plötzlich wieder dieses seltsame Gefühl des Unwohlseins. Ebenso verspürte sie einen unangenehmen Druck auf ihrer Brust. Aber nicht nur das, die Einheimischen die sich hier auf dem Platz tummelten, gafften sie mit grossen Augen an. Einige von ihnen verliessen den Platz sogar fluchtartig. „Was ist denn mit denen los?“ wollte Dave wissen, aber Lucas hatte nur ein ratloses Schulterzucken übrig. Ein alter Sim kam auf die Gruppe zu und blieb vor Kate stehen.

Erst sprach er etwas in einer fremden Sprache, dann lächelte er die Brünette beinahe mitleidig an: „Dieser heilige Ort möge dir helfen den Dämon in dir auszutreiben, Gott sei mir dir.“ Dann wandte er sich um und liess die völlig verdutzte Kate stehen. „Was soll das heissen?“ Mirandas Stimme zitterte. „Was meint er mit Dämon?“ Dave scherzte: „Ach vergiss den Alten, der tickt doch nicht richtig. Kommt jetzt, ich hab Kohldampf!“ Der moppelige Sim steuerte auf die Kneipe zu und zog seine Freundin, die über die Schulter hinweg ständig Kate anstarrte, hinter sich her.

Unsicher drehte Kate sich ihrem Verlobten zu. „Meinst du…“ fing sie leise an, doch verstummte. Lucas schüttelte den Kopf und nahm zärtlich ihre Hände. „Komm Schatz, lass uns was trinken.“

Später reiste noch ein Kumpel von Lucas und Dave nach. Als sich alle vor der Unterkunft versammelt hatten um den Neuankömmling zu begrüssen, wurde Kate schlagartig schlecht. Sie entfernte sich rasch von der Gruppe, da sie glaubte sich gleich übergeben zu müssen.

„Katy, was ist los?“ Lucas war herbeigeeilt und sah sie besorgt an. Seine Verlobte verzog gequält das Gesich: „Knoblauch!“

Als sich Kate ein wenig hingelegt hatte, kehrte Lucas zur Gruppe zurück. Er wollte von seinem Kumpel Sam wissen ob er tatsächlich Knoblauch bei sich trug. Dieser nickte. „Ich hab auch einen Holzpflock dabei.“ „Einen…. was?? Wofür?!“„Gegen Vampire.“ Beim V-Wort wurden auch Miranda und Dave hellhörig. „Alter! Was sagst du da?!“

Alle versammelten sich nun um Sam und schauten ihn mit grossen Augen an. Er selber runzelte die Strin und sah von einem zum anderen: „Habt ihr denn nichts von den Angriffen gehört in den letzen Monaten?“ Hektische Blicke wurden ausgetauscht. „Was denn für Angriffe?“ hackte Miranda ängstlich nach. Der Neuankömling fing an zu erzäzhlen, er erzählte von mysteriösen Vorfällen in denen Sims nachts in Windenburg angegriffen wurden. „Die Polizei geht von Tieren aus, aber die Sims hatten alle Bissspuren am Hals!“„Und das sollen jetzt Vampire sein?!“ der moppelige Sim lachte albern, „Alter, bis du high oder sowas?!“

Am nächsten Tag machte die Gruppe einen Ausflug zu einem Tempel. Sam führte die Gruppe an, Kate machte das Schlusslicht. Sie musste sich ständig soweit wie nur möglich von Sam aufhalten, weil ihr bei dem Gestank von Knoblauch speiübel wurde. Und Miranda hielt sich ständig soweit wie nur möglich von der Brünetten auf. Ihr Verhalten bereitete Kate Kopfzerbrechen. Was war nur geschehen, dass sie so verängstigt hatte? Lucas hatte Kate unterdessen über die räteslhaften Angriffe und den Knoblauch aufgeklärt. Vom Holzpflock sagte er nichts. Er wollte sie nicht verängstigen. „Wozu der Knoblauch?“„Wahrscheinlich gegen die Fledermäuse hier im Dschungel.“ Er war erleichtert, dass sie nicht weiter nachfragte, sondern mit der Antwort zufrieden war.

Bevor die Gruppe den Tempel erkundete, legte sie eine kurze  Verschnaufpause ein. Und Kate machte eine schreckliche Entdeckung: Die Plasmapacks waren verschwunden! Ihr Inventar war vollkommen leer. Völlig aufgelöst wandte sie sich an ihren Velrobten. Lucas versuchte sie zu beruhigen: „Bestimm sind sie im Zimmer.“

Doch da waren sie nicht. Nach der Tempelexkursion hatte das Pärchen das ganze Zimmer auf den Kopf gestellt. Doch die Packs waren wie vom Erdboden verschluckt. Ein Albtraum!

Im Regenwald gab es keine Plasmabäume, Frösche hatte sie bisher auch noch keine gesehen und das Fischen war zu gefährlich wegen den Krokodilen. Erst vor ein paar Wochen wurde ein Sim tödlich verletzt. Ein übermässiges Gefühl von Angst machte sich in Kate breit.

Lucas wollte ihr erneut gut zureden, doch Kate wies ihn barsch von sich. „Weisst du eigentlich was das bedeutet?!“ zischte sie und war ausser sich vor Sorge. „Wenn ich kein Plasma bekomme dann… dann…“ sie brach ab. Er ahnte, was sie sich nicht auszusprechen traute.

Am Abend versammelte sich die gesamte Gruppe bis auf Sam beim Grill. Dave hatte Hotdogs gemacht. Die Stimmung zwischen Kate und ihrem Verlobten war getrübt.

Lucas hatte ihr vorhin im Zimmer wieder von seinem Plasma angeboten, aber Kate hatte ihn nur wieder verständnislos angeschaut und ihm einmal mehr klargemacht, dass sie nicht nicht von Sims trinkt. Nie wieder! Doch sie ärgerte sich nicht über Lucas. Er hatte nur versucht ihr zu helfen. Sie ärgerte sich über sich selbst. Hätte sie doch nur das verfluchte Heilmittel genommen, als sie noch die Chance dazu hatte! Den Heiltrank hatte sie vor dem Urlaub im Haus in Oasis Springs an einem sicheren Ort versteckt. Kate fluchte innerlich. Ein Grummeln in ihrem Magen. Verdammt sie hatte Durst. Sie hatte grossen Durst. Ihren letzten Plasmabeutel hatte sie gestern Abend zu sich genommen.

Wie lange würde sie ihren Durst kontrollieren können? „Willst du nichts?“ Wurde sie aus ihren Gedanken gerissen als Dave ihr, unter strengem Blick von Miranda, einen Hotdog vors Gesicht hielt. Kate hielt sich die Hand vor den Mund, die fettige Wurst löste bei ihr Ekel aus. Nun kam auch noch Knoblauch Sam dazu.

Das reichte, sie musste hier schleunigst weg! „Wo gehst du hin?“ wollte Lucas wissen als sie sich erhoben hatte. „Spazieren.“ –  „Ich komme mit.“ Doch seine Verlobte schüttelte den Kopf. Sie wollte jetzt alleine sein. Ausserdem wusste sie nicht was geschehen würde, wenn ihr Durst überhandnahm. „Du solltest nicht alleine im Dschungel herumlaufen, das ist sehr gefährlich.“ äusserte Sam als sie schon im Gehen war. „Glaub mir, ich kann ganz gut auf mich aufpassen.“ erwiderte die Brünette mit genervtem Unterton und ohne sich nochmal umzudrehen.

„Warte!“ rief Sam und joggte ihr hinterher. Der Gestank von Knoblauch hüllte sie ein und vor Übelkeit hatte sie Mühe sich auf den Beinen zu halten. „Nimm wenigstens das mit.“ Kate traute ihren Augen nicht, als sie sah was er aus seinem Inventar holte. Es war ein Holzpflock! „Kannst du damit umgehen?“ Beim Anblick dieser tödlichen Waffe war sie wie gelähmt und brachte kein Wort heraus. Sam führte es ihr vor und setzte den Pfahl ganz vorsichtig an. Als sie das sanfte pieken des hölzernen Gegenstands auf ihrer Brust spürte, überkam sie ein kalter Schauder. „Du musst ihn dem Vampir mit voller Kraft ins Herz rammen.“

Ihr brach der Schweiss aus, sie glaubte jeden Moment in Ohnmacht zu fallen. „Lass das, du machst ihr Angst!“ Hörte sie Lucas gedämpfte Stimme. Er zog seinen Kumpel von ihr weg. „Alter, du bist doch vollgedröhnt bis obenhin!“ Hörte sie nun auch Dave rufen. Er und Miranda hatten die Szene vom Grill aus mit angesehen.

Kates Herz klopfte immer noch wie wild als sie ziellos durch den Dschungel irrte. Sam hatte ihr mit dem Holzpfahl einen riesen Schrecken eingejagt! Wieso trug er sowas überhaupt bei sich? Wieso sprach er davon dieses Teil einem Vampir ins Herz zu rammen? Welchem Vampir denn?!?!

Doch die Fragen verblassten allmählich, denn der gewaltige Durst der sie nun quälte, forderte ihre ganze Aufmerksamkeit. Was gäbe sie jetzt dafür, ein paar Tropfen Plasma zu bekommen… Ihr lief die Spucke im Mund zusammen.

Ratlos vergrub Kate ihr Gesicht in den Händen. Sie wollte am liebsten schreien, während sich ein Gefühl der Hilflosigkeit durch ihren Körper frass. Irgendwann erwachte sie wieder aus ihrer Betäubung und öffnete die Augen. Der Ausblick der sich Kate nun bot, liess sie für kurze Zeit ihre Probleme vergessen.

Doch auf einmal hörte sie Geräusche hinter sich. Angestrengt suchten ihre Augen das Dickicht ab. Aber sie konnte nirgendwo eine Gestalt oder auch nur eine Bewegung ausmachen. Sie wurde nervös. Eine düstere Vorahnung beschlich sie. Was wenn es ein dummer, lebensmüder Sim auf einer nächtlichen Wanderung ist? Sie biss sich so fest auf die Lippen, dass sie schon ihr eigenes Plasma schmeckte. Ganz ruhig, es könnte genauso gut ein Tier sein… Ja bestimmt war es nur ein Tier. Kate atmete erleichtert auf… Moment, es könnte auch ihr Verlobter sein, der wiedermal den Helden spielen will! „Lucas, verschwinde hier!“ schallte ihre Stimme durch die Nacht.

Nichts rührte sich. Oh Gott, was wenn es Sam war? Panik stieg in ihr hoch, der Gedanke an den Holzpflock schnürte ihr sofort die Luft ab! Aber weshalb sollte er ihr gefolgt sein? Hatte er es etwa doch auf sie abgesehen? Blödsinn! Kate rieb sich mit den Händen über das Gesicht, um den Gedanken zu vertreiben. Sie war langsam am durchdrehen. Der Durst brachte sie um den Verstand! Erneutes Rascheln scheuchte sie auf und dann auf einmal, schoss eine grosse Gestalt aus dem Gebüsch – mit einer Schnelligkeit die Kate zutiefst erschreckte – direkt auf sie zu! In der Sekunde in der sie wie gelähmt war, erkannte sie ein Paar feuerrote, leuchtende Augen und zwei dolchartige Reisszähne die schneeweiss im Mondlicht blitzten…

weiterlesen… On the edge of the abyss

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