16. Kapitel

Dark clouds over Forgotten Hollow

verfasst: 08.07.2018

Ein paar Tage zuvor

Es grosses Unwetter fegte über das kleine Forgotten Hollow und der Nebel hing in der Luft zwischen den Bäumen wie ein grauer Schleier.

Zwei  Fledermäuse flatterten durch den Wald, während sie geschickt den Blitzen auswichen und landeten schliesslich platschnass vor dem Eingang des straudischen Anwesens.

„Was für ein Mist – Wetter!“ motzte der junge Vampir und schüttelte sich seine nassen, roten Haare aus dem Gesicht. „Jetzt war es so lange sonnig und ausgerechnet wenn wir kommen, schüttet es wie aus Kübeln!“„Hör auf zu flennen du Weichei!“ entgegnete seine Schwester mit einem Augen rollen und klopfte an der grossen Pforte. Die Tür öffnete sich unter lautem Knarren und ein zierlicher, alter Sim trat nach draussen „Guten Abend, Miss und Mr. Winchester.“ begrüsste der Butler die Geschwister freundlich und machte eine Geste zum Eintreten. „Der Graf erwartet Sie bereits.“

„Odessa, Cedrick!“ hallte die raue Stimme des alten Vampirs durch das Foyer, kaum hatte der Butler die Türe hinter den beiden zugemacht. „Wie war die Anreise aus Midnight Hollow?“„Nass!“ bemerkte Cedrick genervt und wischte sich die feuchten Hände an der Hose ab. „Schön dich zu sehen Vladislaus! Wie geht es dir?“ Odessa nahm den mächtigen Urvampir freundschaftlich in den Arm. Ihr Bruder begrüsste ihn mit einem coolen Handschlag, welchen den Alten ein wenig zu überfordern schien. „Vladislaus, du klangst so besorgt, dass wir uns gleich auf den Weg gemacht haben. Was ist denn los?“ erkundigte sich die Rothaarige. „Bitte.“ Vlad wies auf den Nachbarraum. „Kommt doch ins Esszimmer und ich erzähle euch alles bei einer frischen Plasmajane.“

Als die drei Vampire am festlich geschmückten Tisch sassen und an ihren kühlen Getränken aus purem Plasma nippten, berichtete Vladislaus was im letzten Jahr in Forgotten Hollow und in den Nachbarstädten los war. Die beiden Rotschöpfe hörten ihm aufmerksam zu und hoben ab und an erstaunt die Augenbrauen.

„Du willst also dass wir ihn zu dir bringen?“ wollte Odessa zwischen einem Schluck Plasmajane wissen, „und was ist mit den anderen?“„Zerbrich dir über die anderen mal nicht dein hübsches Köpfchen.“ Der Alte machte eine Pause und lächelte verschlagen: „Wenn wir den Bengel erst mal haben, kommt die Sippschaft von ganz alleine.“

„Ähm… warum müssen wir uns die Hände schmutzig machen?“ mischte sich Cedrick ein „Kann das nicht die Hell machen?“ Das Gesicht des Grafen wurde finster wie die Nacht. „Miss Hell hat mich hintergangen! Sie wird genauso zur Rechenschaft gezogen wie alle anderen auch!“ Die beiden Geschwister tauschten kurz erschrockene Blicke aus. „In Ordnung Vladislaus.“ nickte die attraktive Vampirin: „Wir schnappen ihn uns!“„Ich wusste ich kann auf euch zählen!“„Und was hast du dann mit ihnen vor, Vlad?“ fragte Odessas Bruder. Der Urvampir lehnte sich zurück und sein Gesicht nahm nahezu diabolische Züge an „Das weisst du doch genau, lieber Cedrick: Regelverstoss wird mit dem Tod bestraft und ich werde keine Gnade zeigen.“

Zurück in der Gegenwart bei Kate in Brindleton Bay

Wütend entledigte sie sich ihrer Schuhe, die in hohem Bogen durch die Luft flogen. Einer landete platschend im Wasser und der andere prallte scheppernd gegen eins der Segelboote. Das Gefühl wie neugeboren machte sich in ihr bereit, als sie den nassen, kühlen Holzboden des Stegs unter ihren nackten Füssen spürte. Entschlossen umfasst sei den Saum ihres Kleides und riss es an der seitlichen Naht auf, bis es zum Oberschenkel aufgetrennt war. Dann rannte sie. Nicht übernatürlich schnell,  sondern nur so schnell wie Sims eben rennen können. Aber schnell genug, damit sich erste Strähnen aus ihrer eleganten Hochsteckfrisur lösten. Ihre Vampirenergie war erschöpft. Sie hatte ihre ganze Kraft aufgebraucht, indem sie ihrem Verlobten das Gedächtnis gelöscht hatte.

Kate hatte ihn manipuliert, zu vergessen. Die Vampire, Forgotten Hollow, Miranda, Dave und Sam, ihre gemeinsame Beziehung, die Verlobung, diesen Abend und schliesslich auch sie. Sie fühlte sich mies. Wusste dass es nicht ganz richtig war, aber sie sah keine andere Lösung. Sie noch einmal zu verlieren, würde er nicht verkraften. Kate hoffte er würde ein neues Leben beginnen können. Sie hoffte, dass er glücklich werde würde. Auch ohne sie. Denn sie wünschte sich das für Lucas, von ganzem Herzen.

Sie war sich nicht sicher, ob er sie spüren oder überhaupt hören konnte in seinem Delirium, aber sie musste ihn ein letztes Mal in den Arm nehmen. „Danke Lucas.“ hauchte sie ihm ins Ohr, während sie ihn ganz fest an sich drückte, „danke für alles.“

Nun rannte sie blindlings und barfuss die Strassen von Brindleton Bay entlang, während ihr der kalte Regen ins Gesicht prasselte. Mehrmals wäre sie fast mit Sims zusammengestossen, mehrmals wäre sie beinahe überfahren geworden. Sie wollte nach Hause, sie wollte zu ihm und nichts und niemand würde sie aufhalten! Doch zuerst führte sie ihr Weg nach Oasis Springs, denn sie musste sich dort noch etwas Bedeutendes holen…

Als sie die zwei wichtigen Gegenstände in ihr Inventar gepackt hatte, zusammen mit noch ein paar anderen Dingen die ihr gehörten, trank sie das Plasmapack das seit Wochen auf dem Nachttisch stand und gönnte sich noch eine kurze Meditation, damit sie wieder zu Kräften kam und den langen Weg nach Forgotten Hollow als Fledermaus bestreiten konnte. Zum Umziehen blieb keine Zeit. Kate preschte die Treppen hinunter, schloss die Haustür hinter sich und lehnte sich kurz mit geschlossenen Augen dagegen. Sie spürte wie die Energie der dunklen Mediation ihren Speicher auffüllte, atmete tief durch, stiess sichvon der Tür ab und wäre beinahe mit jemandem zusammengestossen…

„Sie sind mit Abstand die schönste Einbrecherin die Sim sich vorstellen kann!“ Ihre schönen, braunen Augen weiteten sich vor Entsetzen als sie Lucas entzücktes Gesicht blickte. „Oh je… was ist denn mit dem schönen Kleid passiert?“ verwundert wies er auf den Riss, den schwarzen Saum, die Flecken… „Sieht aus wie ein Hochzeitskleid, sind sie auf der Flucht? Haben sie etwa kalte Füsse gekriegt?“ Er konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. „Oh mein Gott…“ entschlüpfte es ihr. Die Situation war so abstrus, ihr war nach weinen und lachen gleichzeitig zumute! Du meine Güte, hatte die Manipulation etwa nicht geklappt? Veräppelte er sie gerade?!  Ein kalter Schauder jagte ihr den Rücken hinab. Sie musste es herausfinden, aber wie? „Ich bin ein Vampir!“ stiess sie in ihrer aufkommenden Panik heraus.

Lucas hob verdutzt die Augenbrauen „ähm… okay?“ dann brach er in kurzem Gelächter aus. Auch Kate zwang sich nun ein verlegenes Lächeln heraus, scheinbar hielt er sie für verrückt. Das war gut so, dann hatte die Manipulation ja doch gewirkt. „Tut… tut mir leid ich… ich hab mich wohl in der Adresse geirrt… Gute Nacht!“ lächelnd schob sie sich an ihm vorbei, doch Lucas hielt sie geschickt am Arm fest.

„Warten Sie! Kennen wir uns nicht?“ Kate schüttelte so heftig mit dem Kopf, dass sich weitere Strähnen aus ihrer Hochsteckfrisur lösten und hoffte ihr „nein!“ klang nicht zu sehr wie das eines Diebes, welchen Sim auf frischer Tat ertappt hatte. „Das können wir ja ändern.“ strahlend streckte der junge Sim ihr die Hand entgegen: „Ich bin Lucas.“ Die Vampirin stand da wie gelähmt und starrte auf seine Hand. „Und wer sind Sie?“ fragte er nachdem er eine Weile vergeblich auf eine Reaktion gewartet hatte. „I-ich… ich… bin… spät dran! Oh! Schauen Sie mal dahinten!“

Kate zeigte wild gestikulierend hinter ihn. „Sind das nicht Bob Marley und Medusa?!“„Was? Wer?“ Lucas Augen folgten ihrem Arm, aber er konnte niemanden entdecken. Als er sich wieder umgedreht hatte, war die schöne Brünette, dessen Namen er nicht einmal wusste, wie vom Erdboden verschluckt.

Das Herz schlug ihr bis zum Hals als sie vor der Einsenhut Villa stand. Ihre Hände waren feucht, ihre Füsse eiskalt.

Am ganzen Körper zitternd vor Aufregung, stieg sie die Stufen zur Haustüre hoch und klopfte an. Kates Gedanken fuhren Karussell, ihre Gefühle spielten verrückt. Sie freute sich so sehr ihn wiederzusehen, aber da waren auch Zweifel. Wenn sie daran zurückdachte, wie er sie zuletzt behandelt hatte, blutete ihr Herz. Er war so kalt zu ihr gewesen und sie verstand bis heute nicht warum. Sollte sie einfach so tun als sei nichts gewesen? Sie schloss kurz ihre Lieder und atmete tief durch um sich zu sortieren, doch da erschien ihr Mirandas Gesicht wieder! Kate wurde kurz schwindelig und sie musste sich an der Wand abstützen um nicht umzukippen.

Dann ging die Tür auf und die Brünette zuckte zusammen als ihr ein „was zum Teufel machst DU denn hier?!“ an den Kopf geschleudert wurde. Lilith musterte ihr Gegenüber abschätzig von oben bis unten und stellte dann fest: „Du bist ja immer noch ein verdammter Vampir! Und was soll das Outfit?! Fasching ist vorbei, falls du das nicht mitgekriegt hast!“ lachend verschränkte sie die Arme vor der Brust, während sie sich cool an dem Türrahmen lehnte. „Hast du was vergessen? Wenn ja kommst du umsonst Schätzchen, denn ich habe deinen ganzen Krempel schon vor Monaten in den Müll geworfen!“

„Guten Abend Ms Vatore.“ kam die junge Vampirin endlich zu Wort und setzte ein flüchtiges Lächeln auf. „Wie ich sehe, geht es Ihnen hervorragend, das freut mich.“ Die ältere Vampirin quittierte Kates gespielte Höflichkeit mit einem düsteren Blick und würgte ein „was willst du?!“ heraus. „Ich würde gerne zu…Caleb.“ Ihr Magen machte spontan einen Salto als sie seinen Namen aussprach. „Tja, zu dumm dass er nicht da ist.“„Wo ist er?“ – „Sehe ich etwa aus wie sein Kindermädchen?!“„Darf ich dann bitte drinnen warten?“„Das hättest du wohl gern! Das letzte Mal als du dieses Haus betreten hast, hast du es ganze 6 Monate nicht verlassen! Und jetzt zieh Leine!“ Lilith war gerade dabei Kate abermals die Tür vor der Nase zuzuschlagen, aber die Brünette hielt  in letzter Sekunde ihren Arm dazwischen.

„Ms Vatore, ich bitte Sie ein letztes Mal ganz freundlich mich rein zulassen, ansonsten werde ich mir anderweitig Zutritt verschaffen.“„Sag mal, drohst du mir etwa?!“ empörte sich die Schwarze.

„Hast du vergessen WEN du hier vor dir hast?! Wenn ich wollte würde ich dich…“ doch weiter kam Lilith nicht, denn Kate setzte ihre Vampirkräfte ein und verpasste dem Hausdrachen blitzschnell eine Haluzination.

Kate war nun eine Grossmeistervampirin. Extrem stark und wie es schien, konnte sie es mit den mächtigsten Vampiren aufnehmen. Ihr hübsches Gesicht strahlte kurz vor Stolz, während Lilith völlig benommen in einer Tour wirres Zeug redete, doch in der nächsten Sekunde kam etwas rotes, flauschiges aus der Küche geschossen. „Fox!“

Freudig war der kleine Fuchs seinem Frauchen direkt in die Arme gesprungen und fuhr ihr mit seiner rauen Zunge quer über das Gesicht. „Ich hab dich auch vermisst mein Liebling!“

Ihr Zimmer sah noch genauso aus wie sie es vor beinahe 6 Monaten verlassen hatte, auch wenn es ihr vorkam, als sei ein ganzes Leben vergangen, als sie das letzte Mal hier war. Und niemals hatte sie erwartet, je wieder hier her zurückzukehren. Aber nun war sie da. Zusammen mit ihrem geliebten Fuchs, setzte sie sich im Wohnzimmer aufs Sofa und wartete.

Wie lange sie dort sass wusste sie nicht. Eine Ewigkeit schien zu vergehen und die Morgendämmerung brach herein. Dann hörte sie wie die Tür geöffnet wurde und war mit einem Satz auf den Beinen. Auch Fox sprang vom Sofa und trippelte zur Tür, um nachzuschauen wer gekommen war. Caleb schreckte auf, als er seine Schwerster, welche unter Einfluss dunkler vampirischer Kräfte Selbstgespräche führte, vorfand. Sofort befand er sich in Alarmbereitschaft und blickte sich hektisch um, nur um dann Kate in einem wunderschönen, aber völlig zerrissenen und verdreckten Gewand im Wohnzimmer vorzufinden. Beide standen sich stumm gegenüber und schauten einander einfach nur an.

Innerlich schrie Kate aus Leibeskräften, aber nach draussen drang kein Ton. War das eben ein kurzes Lächeln gewesen dass über sein Gesicht huschte, oder hatte sie es sich nur eingebildet? Doch plötzlich wurde sein Blick sehr ernst. „Wieso bist du hier?“ fragte er scharf. „Wo ist Lucas?“ Er kam auf sie zu und stand jetzt direkt vor ihr. Ihre feinen Nackenhärchen richteten sich auf und ein angenehmer Schauder zog sich durch ihren gesamten Körper. „Warum bist du immer noch ein Vampir?“ So viele Fragen. Kate war nicht in der Lage zu antworten.

Sie wollte sich ihm einfach nur an den Hals werfen, ihn hemmungslos küssen und noch andere Sachen mit ihm machen… stattdessen berührte sie seinen Arm. Sie musste ihn fühlen. Musste sicher gehen dass sie nicht wieder träumte und er tatsächlich hier war. Doch er trat zurück, wich ihrer Hand aus und das traf sie hart. Dann ging alles ganz schnell: Es war als würde sie den ganzen Schmerz und den ganzen Kummer der letzten Monate noch einmal in ein paar Sekunden durchleben. Eine Flut zügelloser Emotionen überrollte sie, Kate holte aus und verpasste ihm eine Ohrfeige.

Es war ein plötzlicher, unkontrollierter Impuls gewesen und schon im selben Augenblick tat es ihr unendlich leid. Aber seine Reaktion darauf war genau so unerwartet…

Er riss die Brünette an sich und küsste sie auf eine Weise bei der ihr die Knie weich wurden. Sie erwiderte sofort seinen Kuss, als würde ihr Leben davon abhängen, aber nur einen Wimpernschlag später, löste er sich von ihr und schob sie von sich. „Ich habe Lucas verlassen.“ rutschte es im selben Atemzug aus ihr heraus. „Ich habe eine Simin getötet. Komplett ausgesaugt, bis auf den letzten Tropfen.“ Beinahe wäre ihr auch ein ‚ich liebe dich‘ herausgeplatzt. Er starrte sie an. In seinem Blick schwang etwas mit, was sie nicht deuten konnte. Verachtung? Entsetzen? Angst?

Mit einem Wutausbruch hätte sie umgehen können, aber sein Schweigen überforderte sie. Es war für sie schon schwer genug seinem Blick stand zuhalten. Sie wusste nicht was in seinem Kopf vor sich ging und das machte sie verrückt! Dann machte er einfach auf dem Absatz kehrt und verliess den Raum. Kate blieb verdutzt im Wohnzimmer zurück.

Verdammt, was war das eben? Erst verpasste sie ihm ungewollt eine Ohrfeige, dann küsste er sie, als könnte er ohne sie nicht leben, dann gestand sie ihm den Mord an einer Simin und nun liess er sie einfach so wortlos stehen? Wass sollte das!? Mit hochrotem Kopf sauste sie in vampirischer Geschwindigkeit die Treppen hoch in den 3. Stock, in sein Reich. In der ganzen Zeit in der sie hier gewohnt hatte, war sie kein einziges Mal hier oben gewesen. Sein Zimmer hatte er vehement zur Tabuzone erklärt. Und daran hatte sie sich gehalten. Bis heute.

„Wer hat dir erlaubt hier rein zu kommen?!“„Ich habe eine Simin getötet. Hast du dazu nichts zu sagen?“„Was willst du von mir hören?!“ –  „Ich weiss es doch auch nicht! Schrei mich an wenn du willst… aber bitte, sag irgendwas!“ mit bestimmten Schritten kam er auf sie zu. „Bitte verlasse sofort dieses Zimmer!“ Caleb packte sie an den Schultern um sie hinaus zu schieben, aber genauso gut hätte er versuchen können, einen Felsbrocken zu verschieben, so sehr stemmte die zierliche Vampirin ihre Fersen in den Boden.

„Warum hast du mich geküsst?“ fragte sie gerade aus und sah ihn eindringlich an. Es war zwar nur sehr kurz, aber er rang sichtlich um Fassung. „Ein Moment der Schwäche? Weil ich ein Mann bin?“ Sein Gesicht war dicht vor ihrem, aber er suchte sich nun einen Punkt an der Wand hinter Kate, den er fixierte. Die Brünette lachte kurz auf, weil ihr diese lächerliche Ausrede viel zu dämlich für jemanden wie Caleb erschien. „Und der Kuss am Romantikfestival? Hattest du da auch einen schwachen Moment?“ Nun lachte auch er, aber es klang so falsch, dass es sie frösteln liess.

„Ich bitte dich, das war doch nur wegen dem Shakira Tee. Ausserdem hast DU mich geküsst!“ seine Stimme klang schroff, fast tadelnd. „Am besten du vergisst das ganz schnell. Das hatte überhaupt nichts zu bedeuten!“ Törichte Tränen brannten in ihren Augen, wenn sie an seine Küsse dachte, die pure Leidenschaft gewesen waren. Wenn sie an seinen Gesichtsausdruck vorhin beim Wiedersehen dachte. Wenn sie an seine Gesten und seine Worte, in den ganzen Nächten die sie zusammen draussen im Wald von Forgotten Hollow verbracht hatten, dachte. Sie wusste nicht was da zwischen ihnen war, oder ist, aber sie spürte dass es richtig war. „SAKURA Tee!“ fuhr sie ihn erbost an und hätte ihm am liebsten direkt wieder eine geklatscht, für sein kaltes, abweisendes und verletzendes Verhalten. In diesem Moment wurde schwungvoll die Tür aufgeschlagen und Kate hörte Liliths Stöckelschuhe hinter sich klappern.

Sie wirbelte herum und wollte der Schwarzen gerade ein jetzt nicht! an den Kopf werfen, doch hielt inne, als sie von dem riesigen Gemälde an der Wand beinahe erschlagen wurde. Lilith warf der „Braut“ einen feindseligen Blick zu, eher sie sich ihrem Bruder zuwandte und irgendwas faselte.

In Kates Kopf waren ihre Worte aber nur eine Ansammlung von Buchstaben die sie nicht einordnen konnte, zu sehr war sie von dem Bild abgelenkt. Aus dem Augenwinkel erkannte sie jedoch, dass Caleb eilig das Zimmer verliess. „Hey du!“ wurde Kate nicht gerade zimperlich von Lilith angestupst.

„Ich hab mich vorhin nur nicht gewehrt, weil ich dir nicht weh tun wollte, nur damit das klar ist, Schätzchen!“ Doch Kate beachtete sie kaum, hörte ihr nicht richtig zu. Wie hypnotisiert starrte sie wieder auf das Gemälde, welches eine Simin zeigte, schön wie ein Engel. Daneben waren noch weitere Bilder.

„Ah du hast das Röschen entdeck!“ sagte Lilith ohne ein belustigtes Lachen zu unterdrücken.

„Gott wie ich die gehasst habe, für ihre Wahnsinns Taille!“ Die Ältere stellte sich neben Kate und stütze lässig ihren Ellbogen auf deren Schulter ab. „Süss die beiden nicht?“ Der Klumpen in Kates Kehle wurde immer grösser, je länger sie sich die Bilder ansah. „Der Ärmste, ist nie über ihren Tod hinweggekommen. Naja wie sollte er auch, er hat sie ja schliesslich umgebracht.“ Bevor die Schwarzhaarige den Raum verliess, wollte sie unbedingt noch was loswerden: „Ach übrigens, dein mickrigen Busen füllt das Kleid nicht aus, dafür sieht dein Arsch fett aus.“

Endlich war sie da wo sie sein wollte. Zuhause. Bei ihm. Doch plötzlich fühlte sich alles so falsch und fremd an. Gehemmt sah sie sich im Zimmer um, es wirkte traurig und leer. Dann blieb ihr Blick wieder bei den Bildern hängen und etwas in Kate zerbrach. Kopf hängend verliess sie das Zimmer und schlenderte wie in Trance die Treppen hinunter. Sie hatte alles aufgegeben, ihr altes Leben und war hierhergekommen. Zum einen weil sie ein Vampir war und hierhin gehörte, nach Forgotten Hollow. Zum anderen wegen ihm, weil er ihr Herz gestohlen hatte und dennoch für sie unerreichbar war. War alles umsonst gewesen? Wie ging es jetzt weiter? Kate war mit den Nerven am Ende… Es fing wieder an weh zu tun und sie musste sich am Treppengeländer festrkrallen, wärend sie sich fragte, ob sie diese Schmerzen noch länger ertragen konnte.

Noch ehe sie im Parterre angekommen war, vernahm sie Stimmen aus der Küche die sie aus ihren Gedanken rissen. Bei seiner warmen und sanften Stimme machte ihr Herz sofort einen Hüpfer. Die andere nervige Stimme gehörte seiner blöden Kuh von Schwester. Aber da war noch eine dritte Stimme. Auch diese Stimme kannte Kate… ist das nicht…?

Vorsichtig und auf leisen Sohlen schlich sie sich heran und wagte einen Blick um die Ecke…

weiterlesen… The day he disappeared

*Danke an Jillia aus dem Simforum.de für die beiden Winchestergeschwister

2 Kommentare zu „16. Kapitel

Gib deinen ab

  1. Grüße!
    Ich bin echt erleichtert, dass Lu (cooler Spitzname, dem du ihm da gegeben hast, war echt kurz verwirrt XD) nichts passiert ist. Auch wenn Kate es gut meinte, hätte sie das aber nicht machen sollen. Schon allein, weil Lilith Lu kennt. Es ist gefährlich, wenn er nicht mal weiß, dass er sich vor ihr in Acht nehmen muss. Weil er gar nichts von Vampiren weiß.
    Die Szene mit Kate & Caleb ist so herzzereißend geschrieben. Ich war noch traurig wegen Lu & jetzt hoff ich doch schon wieder für die beiden. Aber Caleb kann sein verstorbene Liebste nicht loslassen. Das ist so traurig =(.
    Da das mit Lu & Kate vorbei ist, hoffe ich, dass sie Caleb erreichen kann & beide sich helfen, für ihre Taten Sühne zu finden. Ich hoffe ja immer noch, dass Miranda noch lebt, weil Kate sonst dafür Rechenschaft ablegen muss.
    Nach dieser mysteriösen Einführung bei Vlad habe ich das Gefühl, dass da noch einiges an Unheil auf Caleb zukommt (zumindest nehme ich an, dass er mit „Er“ gemeint ist). Zum Glück ist Kate ja jetzt stark genug, um ihn zu verteidigen.
    Sorry, wenn es etwas abgehakt war, wollte noch mehr schreiben, aber Wortbegrenzung und so.

    Gefällt 1 Person

    1. Hi Bloody und danke für deinen Kommentar, über den ich mich wieder sehr gefreut habe! 🙂 Hui du denkst ja wieder über Sachen nach, an die ich gar nicht gedacht habe XD *schäm* (z.B. dass Lu sich vor Lil in Acht nehmen muss). Die Ideen behalte ich mir mal im Hinterkopf, falls es mal eine Fortsetzung von „Nothing but Plasma…“ geben sollte, danke dafür! 😉
      Hihi, ich spoilere zwar ungern, aber Caleb ist in diesem Zusammenhang (er) Mal nicht gemeint. Ausserdem ist Caleb doch alles andere als ein Bengel :-D. Aber ja, es wird noch einiges an Unheil kommen :-). Liebe Grüsse Jessi

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