23. Kapitel

Epilog

verfasst: 03.02.2019

Zarte Schneeflocken fielen wie Daunen vom dunklen Himmel herab und legten sich wie glitzernde Diamanten auf den laubbedeckten Boden. Vor ihm lag der kleine See. Ruhig. Still. Und einem Spiegel gleich. Die Sterne und der Mond reflektierten sich auf der glatten Wasseroberfläche. Es war wunderschön. Aber… was machte er hier? Wie war er hierhergekommen?

Caleb konnte sich nicht daran erinnern. Es war so kalt, dass sich sein Atem in kleinen Dampfwolken abzeichnete. Fröstelnd schlang er die Arme um seinen Körper. Kälte? Er hatte seit fast zwei Jahrhunderten keine Kälte mehr empfunden, seltsam. Er sah sich um, weit und breit keine Simsseele. Kein Tier. Kein Geräusch. Nicht einmal ein schwaches Lüftchen wehte. Nichts. Als er seinen Blick wieder auf den See richtete, erschreckte er. Da stand plötzlich eine Gestalt. Es war eine… Simin und… es schien, als wäre sie wie aus dem nichts aufgetaucht. Wie auf ein Zeichen drehte sie sich zu ihm um und er, er glaubte sein Herz würde stehen bleiben. Das konnte doch nicht möglich sein… Träumte er? Oder hatte er den Verstand verloren?

Fast hätte er seine Stimme nicht wiedererkannt, als er ein heiseres „Rosemary?“ über seine zitternden Lippen brachte. Doch sie war es. Sie war es tatsächlich.

Und sie kam auf ihn zu. „Caleb.“ Das Herz schlug ihm nun heftig in seiner Brust, als er ihre Stimme zum ersten Mal wieder hörte. Zum ersten Mal, nach fast 180 Jahren!

Lächelnd blieb seine Totgeglaubte Verlobte vor ihm stehen. In Wahrheit vergingen vermutlich nur Sekunden, aber ihm kam es wie eine Ewigkeit vor, in der er sie einfach nur ungläubig anstarrte. Die Simin streckte ihre Hand aus und als er ihre flüchtige aber sanfte Berührung an seinem Unterarm spürte, fuhr es ihm eiskalt den Rücken hinab. Es war kein Traum! „D-du… warum… ich meine… wie…“ stammelte Caleb, seine Gedanken rasten. Bilder jener Nacht, in der er ihr den letzen Tropfen Plasma aus den Adern gesaugt hatte, blitzten vor ihm auf. Ihm wurde augenblicklich schlecht und in seinen Schläfen pochte es so laut, als ob ihm der Kopf bersten wollte.

„Ganz ruhig.“ flüsterte Rosemary und streichelte zärtlich seinen Arm und wie durch Magie ging es ihm besser und er entspannte sich wieder. Caleb musste sie berühren. Er musste sichergehen dass sie hier war. Dass sie real war! Dass sie lebte! Dann fiel sein Blick auf ihren Bauch und er stutzte. Doch bevor er etwas sagen oder tun konnte, hatte Rosemary nach seinen Händen gegriffen und auf ihren Bauch gelegt. Caleb hielt den Atem an, als er die Bewegungen des Babys fühlte.

Dann nahm er ihre beiden Hände. Er war so gerührt, so fasziniert dass er kaum sprechen konnte.

„Rose, ich… ich bin so froh dass es dir…“ sein Blick senkte sich erneut auf ihren Bauch und er berichtigte mit bebender Stimme, „… dass es euch gut geht!“

Die Kälte kroch durch den Mantel in seine Knochen. „Frierst du denn gar nicht?“ fragte er besorgt, aber noch bevor er daran denken konnte sich ihn auszuziehen, hatte die Simin ihn aufgehalten. Ihre Bewegungen waren so geschmeidig, als ob die Gesetzte der Schwerkraft für sie nicht gelten würden. „Sei unbesorgt Caleb. Ich fühle keine Kälte.“ sie lächelte tröstlich. Doch in ihm breitete sich dennoch ein Gefühl der Unsicherheit aus. „Warum sind wir hier…“ seine Augen wanderten über den See, „in Granite Falls?“„Dein Unterbewusstsein hat uns hier hergebracht.“

Er verstand die Bedeutung dieser Worte nicht, aber da drängte sich plötzlich ein anderer, wichtigerer Gedanken in den Vordergrund. Forgotten Hollow! Sein Herzschlag beschleunigte. „Wo… wo sind die anderen?“ stiess er nervös hervor. „Rosemary, wo sind meine Schwester und Elijah… und…“ „Sie sind wohlauf.“ besänftigte sie ihn. „Möchtest du sie sehen?“ Natürlich wollte er! „In Ordnung. Komm mit.“ anmutig wandte sie sich und ging zum Ufer des Sees. Ihre Schritte waren so leichtfüssig, dass es beinahe aussah, als würde sie über den Boden schweben. Auf halbem Wege blieb sie stehen und sah sich nach ihrem Verlobten um. „Wo bleibst du denn? Komm!“

Was? Etwa ins Wasser? Weder wollte er schwimmen, noch ging es da Richtung Forgotten Hollow! Rosemary schmunzelte: „Wir nehmen eine Abkürzung. Nimm meine Hand.“ sie streckte sie aus und wartete. Eine ganze Weile. „Caleb, ich denke du willst deine Familie sehen?“– „Ja…“ „Dann nimm meine Hand. Wir haben nicht mehr viel Zeit.“ Etwas triebt ihn daraufhin an. Er lief auf die Simin zu, als würde ihn jemand oder… viel eher etwas von hinten anstossen. Sich umblickend kam Caleb neben ihr zum stehen. „W-was… passiert hier?“ schnaufte er und konnte nicht verhindern dass er aufgeregt klang. „Ich weiss du bist verwirrt, aber du musst mir vertrauen.“ sprach Rosemary und schaute ihn liebevoll an. Caleb konnte gar nicht anders als sich sofort wieder zu beruhigen. „Vertraust du mir?“ er nickte. Selbstverständlich tat er das. „Dann nimm meine Hand.“

Er brauchte einen Augenblick um zu realisieren wo er war. Auf unerklärlicher Weise befand er sich jetzt in seinem Zimmer. „Das hängt ja immer noch hier?“ holte ihn Rosemarys Stimme aus seinen wirren Gedanken. Sie stand grinsend vor ihrem Porträt und schaute abwechselnd ihn und das Gemälde an. „Du hättest es längst abhängen sollen, um Platz für Veränderungen zu schaffen.“ Er hörte ihr gar nicht zu denn ihm fiel plötzlich auf, dass sich seine Verlobte seit vorhin verändert hatte. Sie wirkte jünger, trug ihre Haare anders und… wo zur Hölle war der Babybauch?

„Das ist eine frühere Version von mir…“ erklärte sie, als ob sie seine Gedanken gelesen hätte. „… als wir uns kennen gelernt haben.“ Caleb schüttelte den Kopf, was zum Teufel ging hier vor?! Er hatte schon den Mund geöffnet um etwas zu sagen, doch da zog ihn eine unsichtbare Kraft aus dem Zimmer, die Treppen hinunter und in die Stube. Er konnte gar nichts dagegen machen.

Vor dem Wohnzimmer erstarrte er. Sie waren alle da. Lilith, Hannah, Elijah, ja sogar seine Nichte Dahlia und Jasper, der Vater von Liliths Kindern.

Es ging ihnen gut und sie wirkten glücklich. Caleb fiel eine ganze Felswand vom Herzen und er konnte bei diesem Anblick nur lächeln. Wenngleich sie ihn gar nicht wahrzunehmen schienen, obwohl er direkt unter dem Türbogen stand.

Vielleicht hätte er etwas sagen sollen oder winken müssen, aber etwas anderes zog seine Aufmerksamkeit auf sich. In der Mitte des Raumes auf dem Boden sass ein kleines Mädchen mit goldblonden Haaren und spiele begeistert mit farbigen Bauklötzen.

Wer war die Kleine? Doch nicht etwa… „Die kleine Ava-Theodora.“ bestätigte Rosemary, die plötzlich neben ihm erschien. Angestrengt suchte Caleb nach Antworten für das was hier vor sich ging, doch sein Kopf war vollkommen leer. Als wäre das alles nicht schon abstrus genug…

… kam Hannah auf einmal auf das Pärchen zu dann geschah etwas unglaubliches… sie ging einfach durch die beiden hindurch… als… würden sie gar nicht existieren und ohne dass die blonde Vampirin etwas davon mitbekommen hätte!

Im ersten Moment blieb Caleb die Luft weg. Fassungslos schaute er erst an sich herab und dann in Rosemarys schönes Gesicht. Mitleid lag in ihrem Blick. Sie streckte die Hand nach ihm aus, doch er wich zurück, denn mit jeder Sekunde die verstrich wurde ihm zunehmend klar, was hier los war. Kalter Schweiss bildete sich auf seiner Stirn und die Galle kam in ihm hoch, er kämpfte dagegen an, aber er würde den Kampf verlieren, also rannte er nach draussen, zum nächsten Busch. Nachdem er sich übergeben hatte, taumelte er zum kleinen See in der Nähe seines einstigen Zuhauses. Der Anblick von Gewässer hatte stets eine beruhigende Wirkung auf ihn gehabt. Aber jetzt wollte sein Körper gar nicht aufhören zu schlottern.

Caleb tat einen tiefen Atemzug als Rosemary wieder seitlich neben ihm auftauchte. Aber sie schwieg und dafür war er ihr dankbar. Er musste alleine damit fertig werden. Dass er tot war und nun nichts weiter als ein… Geist… oder Gott weiss was.

Derweil ging sie zum nahegelegenen Plasmabaum um eine Frucht zu pflücken. „Nimm das weg!“ maulte Caleb, als seine Verlobte sie ihm vors Gesicht hielt und drehte den Kopf. Doch sie war unerbittlich und versuchte es nun von der anderen Seite. Verärgert schob er ihre Hand weg. „Das letzte was ich jetzt will ist eine verdammte Plasmafrucht!“

In seiner Stimme waren Wut und Schmerz vereint. Nun spürte er ihre Hand auf seiner Schulter, fühlte wie sie ihm den Zorn nehmen wollte, doch er wehrte ihre Hand energisch ab. „Hör auf mit meinen Emotionen zu spielen!“ brach es unkontrolliert aus ihm heraus, „wieso bist du überhaupt hier?!“„Es war dein Wunsch mich zu sehen.“„WAS? NEIN!“ „Ich werde deine Gefühle nicht mehr beeinflussen wenn du das nicht möchtest, aber du solltest deine Stimme senken und dich beruhigen.“„Wozu denn?! Es hört und sieht mich doch sowieso kein Sim! Denn ich bin tot!“ brüllte er.

Tränen schossen ihm in die Augen, Tränen die sein Gegenüber niemals sehen sollte! „Ich weiss dass es schwer ist was du gerade durchmachst Caleb und ich bin da um dir helfen.“„Ich bin tot! Du kannst mir nicht mehr helfen! Wieso zeigst du mir das alles…“ er machte eine abfällige Handbewegung hinter sich auf die Eisenhutvilla, „wenn ich doch tot bin?! Wieso hältst du mir unser ungeborenes Kind unter die Nase, wenn es doch gar nie geboren wird, weil du doch auch tot bist?!“

Dann erstickte dieser Albtraum seine Stimme. Es war zu viel.
Wieder spürte er Rosemarys Berührung, als er sein Gesicht verzweifelt in seinen Händen vergrub. Erst wollte er sich abwenden, aber ihm fehlte die Kraft. Doch je mehr Zeit verging, umso mehr genoss er nun ihre Nähe.
„Es tut mir leid…“ sagte er dann langsam und es fiel ihm schwer ihr ins Gesicht zu schauen. „Ich wollte dich nicht so angehen…“ sie nickte verständnisvoll und liess ihm noch einen Moment um sich zu erholen.

„Katerina geht es gut.“ sprach Rosemary, als er tatsächlich an sie dachte. Caleb atmete erleichtert auf. Aber mit dem Gedanken dass Rosemary scheinbar jeden seiner Gedanken lesen konnte, konnte er sich nur schwer anfreunden. Seine Verlobte holte die Plasmafrucht hervor, „trink.“„Mir wäre ein Drink ehrlich gesagt lieber.“ – „Schön dass dir wieder nach Scherzen zumute ist!“ grinste sie, wurde dann aber wieder ernst. „Es ist wichtig dass du das jetzt trinkst.“ Eindringlich schaute sie ihn an und drückte ihm die Frucht in die Hand. „Du hast doch gesagt dass du mir vertraust?“„Das tue ich.“„Dann trink.“ Ohne weiter zu hinterfragen tat er es und…

… erbrach sich anschliessend. „Es ist soweit!“„W-was… was ist soweit?“ keuchte Caleb der gekrümmt vor seinem Mageninhalt stand und nach Luft rang. „Nimm meine Hand!“ Nein… bitte nicht schon wieder teleportieren… „Ich… glaube… das schaffe ich nicht.“„Oh doch das wirst du!“ Rosemary packte ihn am Arm, zerrte ihn vor den See und nahm seine Hand in die ihre. „Zeit um nach Hause zu gehen! Bereit?“ Ihm war noch speiübel, aber er versuche sich zusammenzureissen. „Wohin beamst du uns? In den Himmel?“

Es gab keine Worte um seinen Zustand zu beschreiben, als er neben seinem toten Körper stand. Katerina lag neben ihm, hatte sich wie ein Häufchen Elend an ihn gekuschelt und wachte über ihn. Caleb glaubte sich erneut übergeben zu müssen, aber es ging vorbei und er würgte alles einfach hinunter. Ihm wurde kalt, dann plötzlich heiss. Schweiss drang aus jeder seiner Poren. Mehrmals schloss er die Augen, schlug sie wieder auf, aber diese Horrorszene vor ihm verschwand einfach nicht! Er litt wie ein Hund, fürchtete jeden Moment durchzudrehen.

„Wieso tust du mir das an…“ presste er hervor und tat alles um seine Tränen zurückzuhalten. Er biss sich auf die Lippen bis er sein eigenes Plasma schmeckte, ballte seine Hand so fest dass seine Knöchel knackten und weiss anliefen. Rosemary trat neben ihn und löste seine Faust. „Verzeih mir, aber es muss sein.“ – „Sie soll sich nicht so quälen…“ sagte Caleb leise, fast flehentlich, „bitte tu etwas dagegen!“

„Ich fürchte das liegt nicht in meiner Macht.“ antwortete seine Verlobte, „aber vielleicht in deiner.“ Er wandte denn Kopf, sah sie fragend an: „Wie?“

Ein gütiges Lächeln umspielte Rosemarys rote Lippen. „Du liebst sie Caleb. Es wird endlich Zeit dass du dich danach benimmst.“

Sie legte ihre Hand auf seine Schulter, beugte sich vor und wisperte: „Lass es einfach zu.“ Daraufhin küsste sie ihn. Er liess es ohne Reaktion geschehen und fühlte sich danach wie von einer schweren Last befreit.

Erst als sie sich langsam von ihm entfernte, versuchte Caleb nach ihr zu greifen, aber seine Hände griffen ins Leere. „Warte! Wo gehst du hin?“ er versuchte zu ihr zu gehen, doch seine Beine waren wie verwurzelt. Je mehr er sich anstrengte an sie heranzukommen, desto weiter entfernte sie sich, bis sie sich schliesslich vollkommen in Luft aufgelöst hatte…

Kate wollte nicht wach werden, aber sie konnte sich nicht dagegen wehren. Irgendetwas holte sie aus der Tiefe. Ein Rabe krähte in der Nähe. Dann noch einer. Helles Sonnenlicht drang durch ihre geschlossenen Lieder. Die Brünette stöhnte leise. Vom langen Liegen auf dem harten Boden, tat ihr jeder Knochen im Körper weh. Ihr Kopf ruhte noch auf seiner Brust und ihr linker Arm lag über seinem Oberkörper. Sie wollte ihre Augen nicht öffnen. Wollte wieder in den Schlaf versinken. Doch es ging nicht, ihre Sinne waren wach und sie horchte. Kate konzentrierte sich auf ein dumpfes Geräusch, eine Art… Klopfen. Dann glaube sie eine Berührung zu spüren. ‚Der Sensenmann!‘ schoss es ihr durch den Kopf. Nein! Sie würde nicht zulassen dass der Tot ihr Caleb wegnehmen würde! Wenn es sein muss, würde sie gegen ihn kämpfen! „Verschwinde!“ brachte sie krächzend heraus. Keine Antwort. Aber da… da war sie schon wieder, diese Berührung an ihrem Arm! Vielleicht war es auch Lilith? Egal wer es war, derjenige sollte einfach nur abhauen! „Verschwinde hab ich gesagt!“ Ihre Stimme klang als hätte sie seit Tagen nicht gesprochen. Wieder keine Antwort.

Trotz der Sonne, war es ein eisiger Herbstmorgen. Kate fror, schmiegte sich noch etwas intensiver an ihn, sie brauchte gerade einfach die angenehme Wärme, die von seinem Körper ausging. Sie lauschte seinem ruhigen Herzschlag. Ihre Hand auf seinem Bauch hob und senkte sich mit seinen Atemzügen. Moment… Wärme? Herzschlag? Atemzüge? Von einem… leblosen Körper? Kate kniff die Augen noch fester zusammen. War es Einbildung? Träumte sie? Oder war sie verrückt geworden? Nun rüttelte jemand regelrecht an ihrem Arm. „Verdammt nochmal, ich hab doch gesagt du sollst verschwinden!“ rief sie zornig.

„Würde ich ja gern, aber du liegst auf mir.“ Was? Diese Stimme… es klang wie… „Caleb?“„Ja?“ Wie… wie war das möglich? Wie konnte sie seine Stimme hören, wie konnte er mit ihr reden, wo er doch tot war? An seinem Tod gab es schliesslich keine Zweifel, oder? „Bist… bist dus wirklich?“„Ja.“ Nein das… das kann nicht sein… Das war schlicht und ergreifend nicht möglich! „Das glaub ich nicht!“„Wie wärs wenn du dann einfach mal die Augen aufmachst?“ Nein das konnte sie nicht! Falls sie tatsächlich träumte, wollte sie nicht erwachen! Seine Stimme zu hören, die Berührungen, als wäre er tatsächlich da, sie wollte das nicht wieder verlieren! „Katerina…“ alleine die Art wie er ihren Namen aussprach, liess ihr Inneres schmelzen. „… ich glaube ich bekomme einen Hexenschuss!“ Da regte sich der Körper unter ihr und endlich schlug Kate ihre Augen auf.

Sie fuhr vampirisch hoch und starrte ihn an, als wäre er ein Geist. Ihr Herz stand dabei still. Er war tot und doch lebte er? Ihre Gedanken überschlugen sich. „Wie… w-wie ist das möglich?!“ „Ich habe keine Ahnung…“ ächzte er und stand langsam auf. Sie versäumte es leider ihm dabei zu helfen. Als er zunächst etwas wackelig, aber lächelnd vor ihr stand und Kate sich endlich aus ihrer Schreckstarre lösen konnte, streckte sie zögerlich ihre Hände aus, berührte ihn erst vorsichtig, dann tätschelte sie sein Gesicht wie ein neugieriges Kleinkind.

Er zog grinsend den Kopf weg, „was machst du denn da?!“„Du lebst?“ rief Kate völlig ausser sich, „OH MEIN GOTT DU LEBST!“ sie fing unkontrolliert an zu lachen und gleichzeitig rannen ihr Tränen haltlos die Wangen hinab.

Dann sprang die Brünette ihm regelrecht in die Arme, umschloss ihn und drückte ihn so fest dass sie kurz befürchtete, ihm die Rippen zu brechen. Die Umarmung hielt an bis sie verwirrt von ihm abliess. „Caleb… du… du bist ja ein Sim?“

„Der Vampirheiltrank hat mir das Leben gerettet. DU hast mir das Leben gerettet.“ Ein seelenvoller Blick der Dankbarkeit ruhte auf Kate und sie erwiderte seinen Blick ebenso offen und ehrlich. „Lilith und Elijah geht es übrigens gut.“ informierte sie ihn. „Ich weiss.“ schmunzelte Caleb, „Ich habe sie gesehen.“ – „Du… hast sie gesehen? Wo? Wann?“ – „Das ist… eine lange Geschichte, wir sollten erst mal zusehen, dass wir von hier verschwinden.“ sie nickte heftig, ihr war ebenfalls nichts lieber als diesen Ort hier schnellstmöglich zu verlassen.

„Was hast du jetzt vor… ich meine als… Sim?“ fragte die Brünette gespannt, als sich die beiden vom straudischen Anwesen entfernten und Seite an Seite den schmalen Pflasterweg entlangliefen. Caleb legte den Kopf schief und blinzelte in die Sonne, als müsste er scharf nachdenken, „als erstes werde ich ein Steak essen.“„Was?!“ platze es glucksend aus der Vampirin heraus, „ist das dein Ernst?“„Ja! Ich hab seit fast 200 Jahren kein Steak mehr gegessen! Begleitest du mich?“

Kate antwortete nicht sofort, sondern sah ihn einen Augenblick freudig an, während sie neben ihm herging. Er lebte. Und er war hier mit ihr. Sie war so unsagbar glücklich in diesem Moment. Sie konnte gar nicht anders als zu strahlen, denn alles in ihr jubelte.

„Sehr gerne!“ entgegnete sie schliesslich, „aber… sollten wir nicht erst Lilith und den anderen Bescheid sagen?“„Ach was!“ tat Caleb mit einer Handbewegung ab und lachte: „Die denken doch sowieso alle ich sei tot, da kommt es auf die eine oder andere Stunde nicht an.“

Sie würde Caleb alles sagen. Dass sie ihn liebte und dass sie es gehasst hatte. Dass sie manchmal am liebsten davongelaufen wäre, aber froh war, geblieben zu sein. Dass sie hatte frei sein wollen, aber dass sie sich gleichzeitig mit jeder Faser ihres Körpers an ihn gebunden fühlte. Ja sie würde es sagen. Alles. Jetzt. Aber da nahm er sie auch schon bei der Hand und blieb stehen. Und als Kate ihn daraufhin verwundert ansah, stellte sie fest, dass sein Blick seltsam ernst geworden war und er sie geradezu forschend musterte. „Was ist los?“ fragte sie und versuchte zu lächeln, was ihr aber nicht so recht gelingen wollte.

„Ich musst dir etwas sagen.“ er zog sie näher zu sich und gestand: „Ich liebe dich, Katerina.“ obwohl eine leichte Röte seine Wangen bezog, schaute er ihr fest in die Augen. Ihr Herz schlug höher. Hatte er das eben wirklich gesagt? Kate seufzte laut, was fast mehr wie ein Stöhnen klang. Sie wusste es längst. Oder hatte es geahnt. Zumindest eine Zeitlang. Und dennoch, ein Tsunami von Gefühlen überkam sie nun. Das aus seinem Mund zu hören war… überwältigend. „Küss mich!“ bat sie ihn.

Ihr Schwarm legte eine Hand um ihre Hüfte, drückte Kate an sich und küsste sie sanft und doch so intensiv wie die beiden Male zuvor. Als er sie freigab, erlebte die Brünette ein Feuerwerk der Gefühle. Feuer schoss durch ihre Adern und brannte in ihrem Bauch. Caleb würde sie niemals mehr gehen lassen, das hatte er ihr bewiesen. „Danke.“ atmete Katerina auf. Dann legte sie den Arm um seinen Nacken, zog sich an ihm hoch und küsste ihn voller Leidenschaft zurück.

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4 Kommentare zu „23. Kapitel

Gib deinen ab

  1. Schön erzählt, auch wenn mich der Anfang sehr an die Charles Dickens‘ Weihnachtsgeschichte erinnert, – natürlich etwas abgeändert und an deine Geschichte angepasst.
    Caleb lebt wieder! 😀
    Ich glaube damit hast du sehr viele von deinen Lesern glücklich gemacht, die diesen Hauptdarsteller aus deinen Geschichten nochmal neu lieben gelernt haben.
    Ich spiele selbst sehr gerne mit Caleb in Sims 4 und finde er ist ein toller (Vampir-)Sim.
    Und zu Kate passt er wunderbar.
    Apropos Kate! Ich denke da Caleb nun ein Sim geworden ist, wird auch sie nichts mehr aufhalten selbst wieder eine Simin zu werden. Oder lässt Caleb sich nach dem Steak wieder von Kate beißen? 😀
    Da ist noch sehr viel offen für die weitern Fantasien deiner Leser und das ist ganz gut so. 😉
    ((Vor allem für die die selbst mit Caleb in ihren Geschichten spielen.))
    Im Stillen Applaudiere ich dir nun für diese wunderbare Geschichte und für diesen wunderbaren Schluss. – Nun kann der (Theater-)Vorhang fallen, um neuen Geschichten Platz zu machen.

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    1. Hallo Spionelfchen Naseweiss
      Vielen Dank für deinen Kommi! 🙂
      Die von dir genannte Geschichte kenne ich nicht. Allfällige Ähnlichkeiten tun mir aber auf jeden Fall leid und waren auch nicht beabsichtigt!

      Ja Caleb wurde wiederbelebt! Was für ein Wunder! 😀 *jubel*. Hihi, da bin ich aber froh dass ich meine Leser mit seinem „möchtegern Tot“ nicht zu sehr verärgert habe 😀 Ich wollte halt so kurz vor dem Ende nochmal richtig für Aufregung sorgen! Wollte meine Leser extra nochmal in die Irre führen, sie erschüttern, sie nachdenklich und traurig machen. Sie sollten mich ruhig hassen und denken ich hätte sie doch nicht mehr alle XD. Ja genau das war der Plan! Denn „jeder“ rechnet doch bei einer Geschichte / einem Film mit einem HAPPY END und ich wollte halt die Böse sein, die das nicht erlaubt und die (wie du so rührend gesagt hast) liebgewonnenen Charakter in den Untergang reisst… vorerst zumindest 😉 *binimmerfüreineÜberraschunggut*

      Oh ja das stimmt, Caleb ist wirklich ein toller (Vampir-) Sim, mein liebster EA – Sim, zusammen mit seiner Schwester Lilith ❤ ich liebe die beiden!
      Aww… das freut mich sehr, dass du findest dass Kate und er wunderbar zusammen passen! Find ich ja auch!
      Hmm… ja das ist die Frage. Wird er sich von Kate beissen lassen und dadurch wieder zu einem Vampir? Oder werden sie sich einen Heiltrank besorgen und sie dadurch wieder zur Simin, wie es ursprünglich der Plan war? Das überlasse ich ganz der Fantasie meiner Leser, wie du so wunderbar sagtest. Das ist eine sehr schöne Idee! ❤

      Ich danke dir ganz herzlich dass du so treu mitgelesen hast, liebe Spionelfchen Naseweiss. Und für deine lieben Worte am Schluss möchte ich mich auch bedanken. Bin wirklich ganz entzückt und es freut mich total dass dir das Ende gut gefallen hat und du zufrieden mit mir bist. Sehr schön gesagt mit dem Vorhang… *Tränchenwegwisch*.

      Fühl dich ganz herzlich gegrüsst!
      Jessi

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  2. *lachtmanisch*
    *“Ich-hatte-recht-und-Caleb-lebt-nocht“singt* 😀
    *räuspertsich* Okay, sry, ich hab mich wieder eingekriegt ^^‘.

    Grüß dich erstmal!
    Ich freu mich so, dass Caleb nicht tot ist 😀 ! Wie ich es gehofft (und gebangt!) habe, hat der Trank ihn gerettet. Jetzt muss ich nur noch wegen Cedrick traurig sein :‘-( .
    Ich fand es übrigens sehr traurig und herzzereißend, als Caleb seine Verlobte dann nochmal gesehen hat (hab ganz vergessen, dass sie schwanger war ö.Ö!), aber schön, dass er dadurch endlich die Möglichkeit bekam, abzuschließen und weiterzumachen. Eine Veränderung zulassen, wie sie sehr schön sagte. Und ich freu mich natürlich auch für ihn und Kate. Wurde ja auch Zeit ;-).
    Ich frag mich übrigens auch, ob er jetzt wieder ein Vampir wird? Und was machen sie jetzt? Gründen sie eine Familie? Gehen sie auf Weltreise? Besuchen sie den Opa ö.ö? … XD
    So endet es also. Es war eine aufregende Reise, auf der man deine Charaktere begleitet, mit ihnen gefiebert, gelitten und sich gefreut hat. Und alles, was ich dazu noch sagen will ist: Ich hatte wirklich sehr viel Freude, hier zu lesen, und wenn nicht schon „Bare your Fangs“ da wäre, würde ich jetzt wahrscheinlich total wehleidig sein, dass es vorbei ist ;P.

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    1. Liebe Bloody, ich danke auch dir von ganzem Herzen für deine Worte! 🙂

      Dein letzter Kommi hat mich irgendwie traurig gemacht, ich konnte deine Verzweiflung nahezu „durch die Zeilen spüren“. Du hast dir sooo sehr gewünscht dass Caleb im Epilog nochmal vorkommt, diesen Wunsch konnte ich dir unmöglich abschlagen, also habe ich den Epilog fast vollkommen ihm gewidmet XD.

      Deine „Beobachtungsgabe“ ist wirklich verblüffend! War ganz erstaunt, dass dir das kleine Detail mit dem Heiltrank aufgefallen ist! Hatte ja „gehofft“ dass das untergeht oder überlesen wird in der ganzen Dramatik 😉
      Ich bin sehr froh dass ich dich glücklich machen konnte (und dass du dir hoffentlich kein Alternativende ausdenken musst! XD).
      Aber alle konnte ich leider auch nicht retten *schweigeMinutefürCedrickeinleg*.

      Ja seine Verlobte war schwanger, als er sie getötet hat (6. Kapi „Flashback“). Jedoch nicht im 1000sten Trimester wie auf den Bildern zu sehen ist 😉 Die Pics am See sind aus meinem zweiten Spielstand und so ein wenig aus der Not heraus entstanden. LOL, hatte ganz vergessen gehabt, dass die beiden gerade Urlaub in Granite Falls machten und sie schwanger war XD. Nicht nur schwanger, tatsächlich war sie in den Wehnen!!! Gott was bin ich verzweifelt beim shooten. Die gute rannte (wie eine Schnecke) alle 5 Sek. zur Toilette und hatte ausserdem das „unwohl moodlet“ weil „sehr kalt“ und „nicht passend gekleidet“ und da sie alle 10 Sek. blau anlief, musste Caleb sie durch „Umarmungen“ die ganze Zeit aufwärmen (was ich unglaublich süss fand!) XD. Und dennoch hat Rosie so super mitgemacht und für die Fotos posiert! *standingovation* *Oscarübergeb*.

      Das hast du sehr schön gesagt mit dem Abschliessen. Ja, jetzt endlich kann er einen Neuanfang machen, ich freu mich ja so für ihn. Und für Kate… die arme ist ja fast verzweifelt XD.
      Hihi, wie oben schon erwähnt, überlasse ich das eurer Fantasie, was die beiden jetzt machen. Erst mal ein Steak essen 😉 und ja, vielleicht besuchen sie danach den Opa und richten ihm liebe Grüsse von dir aus 😉

      Danke dir liebe Bloody, für deine netten Zeilen am Schluss, bin schon wieder ganz überwältigt *fängtgleichdasHeulenan* XD und dass du dabei warst und mir immerzu deine Gedanken mitgeteilt hast!
      Ich freue mich, dass dir meine kleine Geschichte gefallen hat.

      Liebe Grüsse und bis bald wieder im Simforum!
      Jessi

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