8. Kapitel

The Romance Festival

verfasst: 15.12.2017

Noch im Kellergewölbe zeigte sich der Graf in seiner dunklen Form. Kate erschrak derart, dass sie zurückwich und beinahe über ihr langes Kleid stolperte, doch Caleb hielt sie fest. So etwas abgrundtief Hässliches hatte sie in ihrem Leben noch nie gesehen!

Graf Vladislaus Straud wurde mit lautem Jubel empfangen, als er den Salon betrat und die Vampirduelle ankündigte. Caleb drückte Kate unauffällig die Zutaten für den Vampirheiltrank in die Hand. „Jetzt wird’s gleich ungemütlich, ich möchte dass du gehst!“ Damit war sie zwar nicht einverstanden, doch ihr blieb keine Wahl. Also flog Kate als Fledermaus vom Straudischen Anwesen zurück und brachte die Zutaten für den Vampirheiltrank in die Küche. Nicht nur das enge Korsett raubte ihr den Atem, alleine der Gedanke es könnte ihm etwas zustossen, schnürte ihr die Kehle zu.

Nachdem sie sich umgezogen hatte, lief sie unruhig im Wohnzimmer auf und ab. Minuten und Stunden vergingen. Irgendwann liess sie sich erschöpft auf die Couch plumpsen und schloss ihre schweren Lieder. In der Morgendämmerung erschien ihr Vladislaus grässliche Visage im Traum. Sie schreckte hoch. Im selben Moment hörte sie aufgebrachte Stimmen vor der Tür. „Warum kannst du nicht einmal das machen worum du gebeten wirst? Wir wären beinahe aufgeflogen!“ Caleb war stinksauer. „Ich musste mich mit einem halben Dutzend Vampiren duellieren!“

„Schrei mich nicht so an!“ gab Lilith zurück. „Ist nicht meine Schuld wenn du zu blöd fürs Babysitten bist!“ Die beiden verstummten als Kate die Tür öffnete. Sie war so erleichtert Caleb wohlauf zu sehen, obschon er von den Kämpfen recht benommen aussah. Am liebsten wäre sie ihm direkt um den Hals gefallen, doch stattdessen hauchte sie nur ein schwaches „es tut mir leid.“ Lil warf ihr einen verächtlichen Blick zu und rempelte sie absichtlich an, als sie vampirisch die Treppen hoch sauste und ihre Zimmertür mit einer solchen Wucht zuschlug, dass die Bilder an den Wänden wackelten.

„Du musst dich nicht entschuldigen, du hast alles richtig gemacht.“ Caleb bemühte sich zu einem Lächeln. Er war sehr stolz, dass sie als frischgebackene Vampirin beim Anblick dieser Missgeburten nicht durchgedreht ist und keinerlei Verlangen hatte einen Sim auszusaugen. „Das ist das was ein guter Vampir ausmacht.“

In der Küche betrachtete er kritisch die Zutaten für den Heiltrank und Kate betrachtete ihn. Auf ihre Frage was denn los sei, wich er aus. „Ich werde mich nach der Arbeit darum kümmern.“ Er hatte bereits die Türklinke in der Hand, als Kate ihm ein „Caleb warte!“ hinterherrief. Als sie vor ihm stand, grinste sie verlegen. „Ähm… Das steht dir wirklich sehr gut… Aber willst du wirklich so ins Krankenhaus?“ Sie wies auf seine vampirische Kluft. Überrascht schaute er an sich herab und bemerkte dass er ja noch in seiner dunklen Form war. Er lachte und diesmal war es ein echtes Lachen, nicht ein gezwungenes.

Langsam realisierte Kate, dass sie noch heute wieder zu einer Simin werden würde! Ihre Gefühle fuhren Achterbahn. Sie musste sich irgendwie ablenken und so besorgte sie sich einen Tannenbaum. Immerhin ging es auf Weihnachten zu und sie dachte ein geschmückter Baum würde sich hier im Wohnzimmer sehr gut machen.

Zufrieden nahm sie am Abend ihren Fuchs auf den Arm und sah sich ihr Werk an. Kurz darauf kam Lilith herein stolziert. „Was zum…?!“„Gefällt er Ihnen, Ms Vatore?“ Die Schwarzhaarige stand einen Augenblick mit offener Kinnlade da, bevor sie dann ein angewidertes „natürlich nicht!“ herauspresste. „Ich hasse alles was mit Weihnachten zu tun hat.“

Dann machte sie eine abschätzige Handbewegung und flötete: „Wenn du morgen endlich ausziehst, nimmst du den Mist mit, kapiert?“ Mit federndem Gang verliess sie den Raum. „Und vergiss deine Flohschleuder nicht.“ Zeit um sich wiedermal über Lilith zu ärgern blieb Kate nicht, denn plötzlich vernahm sie ein paar Kraftausdrücke aus der Küche. Caleb stand hinter der Bar, das Gesicht von Wut gezeichnet. Ihr Blick fiel gleich auf den Heiltrank. Moment, warum nur 1 Heiltrank? „Es hat wie befürchtet nur für einen gereicht.“ sagte Caleb als hätte er ihre Gedanken gelesen. Einen Augenblicklang, war er nicht Herr seiner Sinne, denn seine Faust schlug auf die Bar, immerhin so fest dass Flaschen und Gläser klirrten.

Beide sassen am Tisch und starrten das ominöse Gebräu an. Caleb hasste es zu versagen. Er wollte sein Versprechen Katerina gegenüber halten. Aber was ist mit Elijah und der blonden Vampirin? „Ich brauche einen Drink.“ knurrte er und wollte aufstehen, aber Kate ergriff sein Handgelenkt. „Ich verzichte auf den Heiltrank.“ „Was!?“ er starrte sie mit offenem Mund an. „Aber Katerina, ich weiss nicht wann wir die Möglichkeit haben werden, einen weiteren…“ „Ich weiss.“ bemerkte sie rasch. „Es spielt keine Rolle. Ich kann warten.“„Aber du, aber was, aber…“ mehr brachte er nicht zustande, stattdessen fuhr er sich mit der Hand übers Gesicht und seufzte laut.

„Caleb, du hast doch selber gesagt ich wär ein guter Vampir. Soll Elijah etwa ganz Windenburg in Vampire verwandeln?“ Bei dem Gedanken musste sie grinsen. „Ich brauche jetzt wirklich einen Drink.“ Kate stand auf und drückte ihn wieder auf den Stuhl. „Jetzt vergiss doch mal den blöden Drink! Lass uns diesen ganzen Vampirkram heute Abend vergessen!“„Dafür müssten wir aber auch raus aus diesem Kaff.“ Kate weitete Ihre Augen. Sie hatte Forgotten Hollow nicht mehr verlassen, seitdem sie hier war! „Ist das dein Ernst? Wohin gehen wir?“ Er zuckte gleichgültig mit den Schultern. „Wohin du willst.“ Sie überlegte, konnte gar nicht klar denken so aufgeregt war sie! „Sonntags ist immer Romantikfestival in San Myshuno!“ – „Was? Das ist doch nur für Paare und Verliebte.“ meinte er grimmig und musterte sie, als hätte sie nicht mehr alle Tassen im Schrank. „So ein Quatsch! Da gibt’s Musik, Kunst, Blumen und einen Loveguru.“„Loveguru? Du glaubst doch nicht etwa an diesen Schwachsinn?“

Caleb konnte sich ein spöttisches Lachen nicht verkneifen, bereute es aber gleich. Denn ihr Strahlen erstarb und das Leuchten wich aus ihren Augen. „Ich habe auch nicht an Vampire geglaubt. Jetzt bin ich selber einer.“ Wie sie so vor ihm stand, verletzt und wie von aller Welt verlassen. Es tat ihm weh. Sie hatte so viel durchgemacht und gelernt und nun verzichtet sie freiwillig auf den Heiltrank. Hatte sie da ein wenig Abwechslung und Spass nicht verdient?

„Du wirst es nicht bereuen!“ versprach Kate und zog ihn am Arm quer über das Festivalgelände. „Und damit du gleich mal ein wenig lockerer wirst, bekommst du jetzt auch deinen langersehnten Drink!“ Unter einem Drink stellte er sich zwar was anderes vor, aber er machte gute Miene zum bösen Spiel. Und bereits nach dem ersten Schluck fühlte er sich plötzlich so… berauscht? Die beiden setzten sich auf eine Bank und beobachteten das rege Treiben. Hier und da warfen einige mit Rosenblättern rum, andere wagten erste Flirtversuche und wieder andere knutschen und fummelten so wild rum, als wären sie die einzigen Sims auf der Welt. Plötzlich sprang Kate auf. „Los lass uns tanzen!“„Ich kann nicht tanzen.“ „Sei nicht albern! Jeder kann tanzen!“

Strahlend fing sie an, in ihrem entzückenden Kleidchen passend zu den Farben des Festivals, ihre Hüften in kreisenden Bewegungen zum Takt der sanften Musik zu wiegen. „Jetzt du!“ Caleb weigerte sich erst, aber sie schaffte es ihn von der Bank zu ziehen.

Es gelang ihr sogar, ihn zum Romantikguru zu schleppen.

„Meine Zeit ist also nicht gekommen, noch nicht.“ seufzte Kate und mimte ein trauriges Gesicht. „Immerhin besser als meine Prophezeiung. Meine Aussichten in Sachen Liebe sind nämlich trostlos.“ er schnitt eine blöde Grimasse die beide zum Lachen brachte. „Zum Glück glauben wir nicht an diesen Schwachsinn, nicht wahr?“ witzelte Kate und zog ihn weiter zu den Essständen. Sag jetzt nichts!“ kam sie ihm zuvor, bevor er überhaupt den Mund aufmachen konnte. „Das ist ein spezieller Abend und da hält mich auch kein vertrockneter Magen auf!“ „Klar.“ erwiderte Caleb amüsiert, genau wissend was ihr bevorstand. Den berühmt berüchtigten Nigiri Fisch hatte sie zwar überlebt, jedoch musste sie sich danach auf der Toilette heftig übergeben.

Sie sahen sich die bunten und fröhlichen Bilder an. Beide wirkten glücklich, fernab jeglichen Sorgen. Höhepunkt des Festivals, war das traumhafte Feuerwerk.

„Was hier, vor allen Sims?“ wunderte sich Kate, als er ihr plötzlich eine Plasmafrucht unter die Nase hielt. „Warum denn nicht? Sie ist lila, die werden denken das sei eine Spezialität des Festivals. So wie dieser Shakira Tee.“„Sakura Tee.“ verbesserte sie schmunzelnd und nahm die Frucht.

Nach und nach wurden die Stände abgeräumt und die meisten Sims gingen nach Hause. Caleb griff ihre Hand auf und drückte sie. „Danke für diesen Abend.“ Statt seinen Druck einfach nur zu erwidern, drehte sie sich zu ihm um und ihre Lippen näherten sich rasch der seinen. Er wich nicht zurück, kam aber auch nicht entgegen. Er liess es einfach geschehen.

Der Kuss war zunächst nicht mehr als eine zarte Berührung. Doch Kate küsste ihn erneut, diesmal intensiver und sie spürte wie sich sein Herzschlag beschleunigte, als er sich langsam, ja fast zögerlich ihrem Kuss hingab. Als sie anfing an seiner Unterlippe zu saugen, entzündete dies ein Feuer in ihm, das plötzlich lichterloh brannte. Er presste Kate an sich und erwiderte ihren Kuss mit stürmischer Hingabe, doch dann riss er sich zusammen und gab sie frei. „Wir sollten jetzt gehen.“ stammelte er sichtlich erschrocken. Kate stand einen Moment reglos da, bis auch sie wieder einen klaren Kopf bekam. Sie glaube nicht richtig zu sehen, als der den Heiltrank hervor nahm. „Was soll das?“„Ich will im Morgengrauen Elijah auflauern und ihm das Handwerk legen.“

So viel zum Thema Vampirkram vergessen. In ihrem Bauch setzte langsam das grosse Schmetterlingssterben ein. „Na schön, bringen wir es hinter uns.“ „Nein, du kommst nicht mit.“„Und warum nicht? Jetzt sag nicht wider es ist zu gefährlich!“ „Doch, die Sonne geht bald auf. Elijah ist unberechenbar. Ich kann ihn nicht erledigen wenn ich nebenbei noch auf dich aufpassen muss.“ Die Tatsache dass er sie wie ein Kleinkind behandelte, brachte sie zunehmend auf die Palme. „Ich bin ein Vampir, ich kann selber auf mich aufpassen!“ stellte Kate klar. „Du glaubst ich kann es nicht mit Elijah aufnehmen? Ich war schon mal in einem Vampirkampf verwickelt!“ entfuhr es ihr und ihm stand kurz das blanke Entsetzen ins Gesicht geschrieben.

„Ganz genau! Mit deiner Schwester falls du es genau wissen willst! Und ich würde es wieder tun! Und warum zeigst du mir nicht endlich wie der bescheuerte Sonnenwende Cocktail hergestellt wird? Dann hätte ich das ständige Sonnenproblem nicht!“ Auch in ihm schien das Feuer nun endgültig erschloschen zu sein. „Das hatte ich vor.“ knurrte er. „Aber erst muss ich sichergehen, dass du weder dich noch andere in Gefahr bringst. Oder sonst irgendwelche Dummheiten anstellst.“ Das Wort Dummheiten betonte er besonders stark. Kate erkannte die Enttäuschung die sich nun in seinen Augen spiegelte und irgendwie fühlte sie sich plötzlich ganz schlecht. Caleb forderte sie ungeduldig zum Aufbruch auf, doch in diesem Moment rief jemand laut ihren Spitzenamen. Kates Atem kam ins Stocken. Es gab nur einer der sie so nannte!

Nervös drehte sie sich in die Richtung um, von der die Stimme kam. Erst hätte sie den Sim der auf sie zu gerannt kam, beinahe nicht wiedererkannt. „Lucas?“ hauchte sie ungläubig, als er vor ihr zum stehen kam. Er sah sehr schlecht aus. Ausgemergelt, ungepflegte, lange Haare, abgetragene Kleider. Aber sein Gesicht strahlte. „Katy!“ Sie fielen sich in die Arme und Kates Augen füllten sich mit Tränen. Sie drückte ihn fest an sich, er fühlte sich so zerbrechlich an. Nach einer gefühlten Ewigkeit, lösten sie sich aus der Umarmung.

„Wer ist das?“ fragte Lucas ohne jede Höflichkeit und wies mit dem Kinn auf Caleb. „Belästigt er dich?“„Was? Nein!“ Kate schüttelte rasch den Kopf. „Wir hatten nur eine Meinungsverschiedenheit.“ versuchte sie sich zu erklären und wagte irgendwie keinen der beiden mehr anzusehen. ‚Gott, was für ein schräger Moment!‘, dachte sie und spürte ein beklemmendes Gefühl in der Brust aufkommen. „Und wer ist er?“ wollte Lucas endlich wissen „Lucas, das ist Caleb, ein Freund.“ Die Brünette zögerte einen Moment. „Caleb, das ist Lucas mein… Verlobter.“

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