7. Kapitel

The Cure

verfasst: 21.11.2017

„Wie lange braucht die denn noch?!“ Lilith tigerte unruhig im Gang hin und her, während ihr Bruder noch einmal in sich ging. Heute war die Nacht, in der sie sich die Zutaten für den Vampirheiltrank holen würden! Katerina und Elijahs neulich verwandelte Kumpeline Hannah, können endlich wieder ein normales Leben als Sims führen. Und auch Elijah muss endlich gebändigt werden. Das willkürliche Vampire erschaffen, Sims quälen und aussaugen kann aufhören! Als Katerina die Treppen hinunterstieg, waren Calebs Gedanken an den Heiltrank jedoch wie weggefegt. Sie trug das elegante Abendkleid dass ihr Lilith ausgeliehen hatte. Er rang kurz nach Worten.

„Das Kleid… sieht ganz wunderbar… an dir aus… Katerina.“ Lilith, die sich ebenfalls richtig rausgeputzt hatte, rollte theaterisch mit ihren pink leuchtenden Vampiraugen „Ich flieg‘ schon mal vor!“ Die beiden nahmen jedoch gar nicht wahr wie sie sich als Fledermaus aus dem Staub machte. Kate bedankte sich für das aufrichtige Kompliment. Es war das erste Mal dass sie Caleb in seiner dunkeln Form sah und er sah darin… rattenscharf aus! 

Sie wurde rot und blickte zu Boden. Doch er sah auch ein wenig besorgt aus. „Vielleicht solltest du besser hierbleiben.“ sagte er nachdenklich. Kate sah ihn verwirrt an. „Wieso?“ – „Dort werden die abscheulichsten aller Vampire sein.“ Sie grinste: „Etwa noch abscheulicher als deine Schwester und dein Neffe?“„Ich meine es ernst Katerina. Dort erwarten dich schlimme Szenen.“ Kate fand es süss, dass er sich um sie sorgte, machte aber klar dass sie auf gar keinen Fall hierbleiben und Däumchen drehen wollte. „Na schön. Aber du weichst mir nicht von der Seite.“

Die beiden flogen als Fledermäuse getarnt zum Straudischen Anwesen, wo schon Lilith ungeduldig wartete. Kate staunte. Die Villa wirkte furchteinflössend, aber dennoch wunderschön.

„Hoffe du kennst deinen Text noch?“ Lil sah sie prüfend an und die Brünette antwortete mit einem Nicken. „Vermassel’s bloss nicht! Der Graf darf keinesfalls erfahren wer du bist!“ Dann wandte sie sich ihrem Bruder zu: „Und du, lass dich ja nicht provozieren, ganz egal was er sagt! Er ist der älteste und mächtigste Vampir und wir wissen beide was es bedeutet ihn als Feind zu haben.“

Nachdem alles geklärt war, klopften die 3 an. Der Butler öffnete die massive Holztür, von innen war lebhaftes Gerede und Orgelklänge zu hören. Kate fielen sofort die Bissspuren an seinem Hals auf. Er hiess die neuen Gäste willkommen und bat sie im Foyer zu warten. Auch drinnen sah alles prächtig aus, wenn auch ein wenig gruselig. Ein zierlicher Vampir mit grauen Haaren und krummer Nase kam schliesslich auf die 3 köpfige Vampirgruppe zu. Er erinnerte sehr an die Statue im Zentrum von Forgotten Hollow. Kaum zu glauben dass dies der mächtigste Vampir sein sollte. Sein Blick fiel sofort auf Lilith. Dann auf Caleb. Es lag eine merkwürdige Spannung in der Luft, während sich die 3 gegenseitig anstarrten.

„Die Vatores!“ rief er schliesslich erfreut. „Mit euch hatte ich nicht gerechnet, ihr wahrt nie auf meinen Partys?“ „Wir sind sehr beschäftigt!“ erwiderte Lilith lächelnd. „Verstehe.“ Vladislaus schaute zu Caleb auf. „Siehst ein bisschen blass aus mein Freund. Solltest mal wieder Plasma frisch von der Halsschlagader trinken.“ Dann fiel ihm die schöne Brünette auf die dicht neben Caleb stand. „Ein neues Gesicht. Wie heisst du Liebes?“ Dieser Blick, es schien als würden seine grauen Augen ihre Seele durchbohren. Für einige Sekunden blieben Kate die Worte im Hals stecken: „Kat… Katerina.“

„Unsere Cousine!“ wandte Lilith geschickt ein. „Eure Cousine?“ „Cousine 3. Grades!“ fügte die Schwarzhaarige schnell hinzu. „So? Dachte ich hätte damals eure ganze Familie…. Ihr wisst schon.“ Kate fühlte wie Caleb mit jeder Faser seines Körpers versuchte seine Wut unter Kontrolle zu halten. „Du hast sie damals verwandelt.“ erklärte Calebs Schwester und der Graf beäugte die Fremde kritisch. „Ich kann mich nicht daran erinnern. Und ich vergesse nie ein Gesicht.“ Plötzlich verspürte Kate Angst in sich aufsteigen und ohne dass sie es überhaupt merkte, griff sie nach Calebs Hand. „Besonders nicht ein so schönes.“

Er streckte seine dürren Finger aus, wollte ihr eine Strähnen aus dem Gesicht streichen, doch Caleb wehrte seine Hand ab. „Vergesslichkeit gehört zum alt werden dazu Vladislaus, wie alt bist du, 1000 Jahre?“ Vlad starrte ihn perplex an während Lilith angespannt den Atem anhielt. Doch dann brach der alte Vampir in Gelächter aus. „Macht es euch gemütlich, genehmigt euch einen Drink… oder einen Sim.“ meinte Vladislaus während er die 3 in den Salon führte. Die meisten der Gäste waren Vampire, es tummelten sich aber auch Sims herum. Alle Vampire waren in ihrer dunklen Form. Manche sahen richtig beängstigend aus. An der Orgel spielte einer davon mystische Melodien, so schaurige Klänge hatte Katerina in ihrem ganzen Leben noch nicht gehört!

Die Bar war gut besucht. Die meisten tranken jedoch direkt von der Barkeeperin. Einige Vampire zeigten einander ihre Kräfte oder manipulierten Sims und lachten dann lautstark. Plötzlich stürzte sich keine 2 Meter neben Kate ein Vampir auf einen Sim. Das gierige Schmatzen und das wehleidige Stöhnen drangen ihr in die Ohren. Wie erstarrt sah sie dieser grässlichen Szene zu. Mein Gott! Noch vor ein paar Monaten hätte sie glatt dieser skrupellose Vampir sein können. Ekel stieg in Kate auf. Gerade als sie glaubte diesen Anblick nicht mehr länger ertragen zu können, zog Caleb sie weg. „Wie wärs mit einem kleinen Duell?“ fragte Vladislaus an Caleb gewandt. „Du weisst schon, wie in guten alten Zeiten.“ Doch eher Caleb antworten konnte, hakte sich Lilith geschickt beim Grafen unter „Wir beide haben uns Jahrzehntelang nicht gesehen und du willst dich jetzt prügeln?“ Sie lachte hell auf und führte den grauhaarigen, dürren Vampir Richtung Bar.

Zur gleichen Zeit:

„Hey, ich weiss ja nicht was du da mit deinem Onkel am Laufen hast, aber musst du ihn gleich vergiften?“ fragte Hannah besorgt. Elijah war gerade dabei sich vampirischen Zutritt in sein Elternhaus zu verschaffen. Er wusste dass alle auf Vlads Party waren.

„Wer hat denn was von vergiften gesagt?!“ rief er entsetzt aus, „Ich mix doch nur nen scheiss Neuordnungstrank!“„Gehts auch etwas genauer?“„Damit werden Vampirkräfte zurückgesetzt.“ Die Blondine machte nur eine unwissende Geste. „Wenn mein Onkel uns heilen will, muss er gegen mich kämpfen!“ erklärte er, doch Hannah verstand immer noch nicht worauf er hinaus wollte. „Ey, das kann doch nicht wahr sein! Bist du echt so blöd oder tust du nur so, Blondi!?“ „Ey, kein Grund so gemein zu werden, Blondi!“ fauchte sie zurück, „ich kenn mich noch nicht so aus mit dem ganzen Vampirzeug!“ „Wie sind wohl seine Chancen in einem Kampf gegen mich wenn er all seine Kräfte verloren hat, hm?!“ Seine Brust erhob sich stolz. „Ich bin immerhin schon n‘ Meistervampir.“  – „Ich weiss nicht… das ist doch irgednwie fies, oder?“ „Du willst doch n‘ Vampir bleiben, oder?!“ Sie bejahte. „Dann hör endlich auf zu labern! Mach dich lieber nützlich und steh schmiere!“

Elijah hatte viele Stunden mit lesen der Vampirsagabücher verbracht um zu lernen wie dieser komplexe Trank zubereitet wird. Ausserdem jede Nacht ein Lokal aufgesucht und jeden Sim dort ausgeschaltet, damit er an der Bar Getränkemixen üben konnte, bis er endlich das benötigte Level erreicht hatte. Am Flohmarkt in San Myshuno, besorgte er sich von einem fragwürdigen Verkäufer die Zutaten für den Drink. Nachdem er das Gebräu zubereitet hatte, kippte er den Inhalt von Calebs Lieblingsflasche in die Spüle und füllte stattdessen den Neuordnungstrank ein. „Prost!“

Zurück beim Straud:

Lilith tat was ihr zugetragen wurde: Den Grafen ablenken, währen Katerina und Caleb sich unauffällig von der Party entfernten. „Entschuldige mich kurz meine teuerste.“ sagte Vlad und ging auf ein paar neue Gäste zu. Lil kippte ihren Drink auf Ex herunter, während sie den Grafen streng im Auge behielt. Auf einmal entdeckte sie Ethan unter den Gästen! Ethan, der Witwer von Eveline, welche sie vor ein paar Monaten befehligte an der Sonne zu verbrennen und dessen Urne sie immer noch in ihrem Inventar herumträgt. Wie lange schon hatte sie ihren (wenn auch manipulierten) Geliebten Ethan nicht mehr gesehen! Sie war viel zu sehr mit ihrem randalierenden Sohn Elijah beschäftigt gewesen und dann war da noch dieser lästige Parasit namens ‚Katerina‘ der sich schon viel zu lange bei ihnen breit macht. Vladislaus war noch in Gesprächen verwickelt, also bahnte sich Lilith ihren Weg zu Ethan und begrüsste ihn bezaubernd.

Doch er zerstörte die Stimmung recht schnell, da er anfing wegen seiner verschollenen Frau rum zu jammern. Wie sehr er sie doch vermisste und was ihr bloss zugestossen sei… bla bla bla. Lilith rollte mit den Augen. ‚Die Schlam*e liegt eingeäschert in meinem Inventar. Komm endlich drüber hinweg, du BlödSim!‘ schrie sie ihm in Gedanken zu. ‚Was willst du mit der, wenn du mich haben kannst?!„Ethan…“ unterbrach sie ihn, als er nicht aufhören wollte zu flennen. „Ja Lilith?“„Du bist ein Arsch!“ Sie machte auf dem Absatz kehrt und liess ihn stehen. Ihr Blick wanderte frustriert durch den Salon. Moment… wo war Vlad?!

Währenddessen waren Kate und Caleb damit beschäftigt das obere Stockwerk nach den Zutaten für den Vampirheiltrank zu durchsuchen. Es war stockdunkel und es gab unzählige Zimmer hier. Caleb jagte in seiner vampirischen Geschwindigkeit von einem ins nächste und Kate verlor ihn schliesslich aus den Augen. In einem der vielen Schlafräume wurde Caleb endlich fündig. In einer alten Kommode befanden sich die kostbaren Zutaten. „Ich hab sie!“ er blickte sich um als er keine Antwort erhielt; keine Spur von Katerina. Er schaute zurück in die Schublade, betrachtete die Zutaten genauer. Irgendwas stimmte nicht… Doch plötzlich hörte er Geräusche. Jemand war da draussen! Die Tür öffnete sich. Inständig hoffte er dass es Katerina war. Es blieb gerade noch genug Zeit das Zeug ins Inventar zu packen. Als er sich umdrehte, traute er seinen Augen nicht. Miss Hell stand plötzlich vor ihm! Roter Nebel schwebte um sie herum. Sie hatte den verfluchten Vampircharme aktiviert!

Die Vampirin mit der auffälligen Frisur kam näher. Sehr nah sogar. „Wie geht es meinem lieblings Vampirnachkommen?“ Sie schaute ihm tief in die Augen, während ihre Hand sanft seine Wange streichelte. „Mmhhh… Wie du mir gefehlt hast die ganzen Jahrzehnte.“ Ihre Stimme war leise und betörend. Caleb versuchte mit aller Kraft ihrem Reiz zu wiederstehen. Nachdem er sich endlich aus seiner Schockstarre befreien konnte, schlug er energisch ihre Hand weg: „Hör auf damit!“„Aber aber…“ säuselte sie und ihre hässlichen Schlangenaugen blitzten verlangend. „Das hat dir doch früher gefallen…“ Miss Hell lächelte süss und wollte ihn wieder berühren, doch er stiess sie grob von sich. Mit einem Mal war ihr Vampircharme verblasst. Ihre Augen funkelten nun nicht mehr liebeshungrig, sondern zornig: „Seit du nicht mehr in meiner Obhut bist, bist du ein verdammter Spiesser geworden!“ fauchte sie.

„Du bist eine Enttäuschung für uns Vampire. Bleibt nur zu hoffen dass du Elijah nicht mit deiner Warmherzigkeit vergiftest.“ Ihre rot geschminkten Lippen formten sich zu einem Grinsen als sie in sein verwundertes Gesicht schaute. „Ich weiss genau was du dich jetzt fragst Süsser. Woher ich wohl deinen Neffen kenne? Nun, er hat mich geradezu angefleht ihn zu verwandeln.“

„Was?!“ Eine starke Welle der Wut kam in Caleb auf, er ballte die Fäuste, spürte wie sich sein Magen verknotete… „Du bist eine..!“ doch er schluckte das Schimpfwort dass ihm auf der Zunge lag, wieder runter. „Sag es.“ Miss Hell lachte amüsiert. „Ich steh drauf wenn du mir schmutzige Dinge sagst.“ „Du widerst mich an!“ knurrte er und stürmte an ihr vorbei.

Kate lief währenddessen ziellos im Gang herum. Verdammt, wo war er? Vielleicht wieder unten?

Sie stieg die Treppen hinab, das Gerede und die entsetzliche Orgelmusik wurden lauter. Nervös irrte sie durch die Vampire. Doch konnte weder Caleb, noch Lilith noch den Grafen entdecken. Aber hinter der Bar fiel ihr etwas auf. Eine Art Geheimgang? Scheinbar führte er hinunter in den Keller. Von Neugierde getrieben stieg sie die Stufen hinunter. Sie hatte ein beklemmendes Gefühl in der Brust, es war kühl, dunkel und roch muffig. Unten angekommen fand Kate im Flackern der Kerzen eine alte Orgel und ein paar Sessel vor. An den Wänden hingen Teppiche und duzende von Spinnweben.

Doch sie entdeckte noch was anderes… Särge!  Ein kalter Schauder jagte ihr über den Rücken! Und als sie eine eiskalte Hand auf der nackten Schulter spürte, schrie sie auf. Zu Tode geängstigt fuhr sie herum, es war der Graf. „Ganz ruhig Liebes!“ er bemühte sich zu einem Lächeln, heraus kam aber nur eine Grimasse. „Ich wollte dich nicht erschrecken.“ Kate versuchte sich zu beruhigen. „Was machst du denn hier unten?“ fragte Vladislaus, doch die Brünette hatte absolut keine Antwort darauf. Verlegen wich sie seinem eindringlichen Blick aus. Mit der Hand fasste er sie unter dem Kinn, hob ihren Kopf an, damit er ihr in die Augen sehen konnte. „Ich kann mich wirklich nicht erinnern, diese schönen Augen jemals zuvor gesehen zu haben?“ Ihr Herz begann wieder schneller zu schlagen und ihre Hände wurden feucht. Sie war sich sicher dass er ihre Furcht fühlen konnte. Das wars, dachte sie. Doch in dieser Sekunde kam eine Fledermaus heran geflattert. Es war Caleb. Gott sei Dank! „Katerina!“ stiess er hervor und warf dem Grafen einen bösen Blick zu. „Was ist hier los?“ Vladislaus liess von ihr ab.

Kate huschte zu ihrem Retter und ihre Hand klammerte sich sofort um die seine. „Ich wollte deine Cousine 3 Grades gerade etwas näher kennen lernen, Caleb.“ sagte der Straud in einem eigenartigen Tonfall und ohne den Blick auch nur eine Sekunde von Kate abzuwenden. Caleb erkannte das Misstrauen in seinen Augen. „Deine Vampire, sie langweilen sich oben.“ Der Graf wandte endlich den Kopf, musterte sein Gegenüber fragend. „Alle Sims sind ausgesaugt. Vielleicht sollten wir sie ein wenig unterhalten.“ Caleb setzte ein gespieltes Grinsen auf. „Wie wärs mit einem Duell? Du weisst schon, wie in guten alten Zeiten.“

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